An diesem Tag

Joachim Jaeger

Deutscher evangelisch-lutherischer Geistlicher

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Joachim Daniel Jaeger (* 26. Mai 1935 in Johanngeorgenstadt; † 19. April 2026 in Erfurt) war ein deutscher evangelisch-lutherischer Geistlicher.

Jaeger stammte aus Johanngeorgenstadt im sächsischen Erzgebirge. Er ließ sich zum Maschinenschlosser ausbilden und nahm anschließend ein Ingenieurstudium an der Technischen Hochschule Karl-Marx-Stadt auf. Danach studierte er Evangelische Theologie in Ost-Berlin und Naumburg.

1967 wurde Jaeger als evangelischer Pfarrer ordiniert. 1973 wurde er Studentenpfarrer in Halle (Saale), 1977 Superintendent in Nordhausen. 1986 wurde er zum Propst der Propstei Südharz (mit Sitz in Nordhausen) in der Evangelischen Kirchenprovinz Sachsen berufen und erlebte dort die politische Wende, in der er den „Runden Tisch“ moderierte. Ehrenamtlich betätigte er sich im Bereich der Denkmalpflege und leitete von 1991 bis 1994 das Kuratorium der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora. Als 1994 die Propsteien Südharz und Erfurt vereinigt wurden, übernahm Jaeger die Leitung der Propstei Erfurt-Nordhausen und lebte seither in Erfurt. 2000 trat er in den Ruhestand.

Jaeger verstand sich als Theologe, der eine Beschränkung christlicher Existenz auf innerkirchliche Belange bestritt und sich für die Gestaltung gerechter sozialer Verhältnisse einsetzte. Bei einem Seminarwochenende der Gemeindegruppe Kapellendorf der Christlichen Friedenskonferenz predigte er im Gottesdienst über das revolutionäre Wirken von Thomas Müntzer.

Joachim Jaeger hinterließ zwei Töchter und zwei Söhne, darunter der Rostocker Politiker der Grünen Johann-Georg Jaeger.

1991: Bundesverdienstkreuz am Bande

2009: Ehrenbürger der Stadt Nordhausen

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