João Domingos Bomtempo (* 28. Dezember 1775 in Lissabon; † 18. August 1842 ebenda) war ein portugiesischer Komponist, Pianist, Dirigent und Musikorganisator.
Bomtempo wurde als Sohn des Italieners Francesco Saverio Buontempo geboren, der als Oboist in der Königlichen Hofkapelle von Lissabon spielte, und von dem er seinen ersten Musikunterricht erhielt. Im Alter von 14 Jahren wurde Bomtempo als Sänger der Königlichen Kapelle am Bemposta-Palast in die Bruderschaft Santa Cecília der Musiker Lissabons aufgenommen. Nach dem Tod seines Vaters 1795 wurde er dessen Nachfolger in der Hofkapelle. 1801 übersiedelte er nach Paris, wo er eine erfolgreiche Karriere als Pianist und Komponist startete. Da nach den Napoleonischen Niederlagen in Portugal seine Lebensumstände in Paris zunehmend unsicherer wurden, übersiedelte er 1810 nach London, wo u. a. 1811 sein viertes Klavierkonzert uraufgeführt wurde. Mit Muzio Clementi, der ihn förderte und seine Werke verlegte, verband ihn eine lebenslange Freundschaft. Später kehrte er nach Lissabon zurück, unternahm aber weitere Reisen nach London und Paris. Vermutlich in den Jahren 1817/18 komponierte er seine Messe de Requiem op. 23 für Soli, Chor und Orchester zum Gedenken an Luís de Camões, die als eines seiner Hauptwerke gilt. Sie wurde 1819 bei einem Liebhaberkonzert in Paris uraufgeführt, die öffentliche Uraufführung folgte im Juni oder Juli 1819 in London.
Bomtempo ließ sich 1820 endgültig wieder in Lissabon nieder, wo es ihm 1822 nach mehreren Anläufen gelang, eine Philharmonische Gesellschaft zu gründen, die allerdings aufgrund der instabilen politischen Verhältnisse ihre Aktivitäten mehrfach unterbrechen musste und schließlich 1828 aufgelöst wurde; als unter Michael I. die Restauration des Absolutismus erfolgte. Bomtempo suchte Schutz im russischen Konsulat, wo er die nächsten fünf Jahre lebte.
Nachdem die Liberalen 1833 die Macht wiedererrungen, wurde er der Musiklehrer der wiedereingesetzten Königin Maria II. 1835 gründete er ferner das Lissabonner Konservatorium. In den letzten Jahren seines Lebens war er vorwiegend mit der Leitung dieses Instituts sowie der Veranstaltung von Konzerten am Königshof und wichtigen Lissaboner Domizilen beschäftigt.
1837 heiratete er Maria das Dores Almeida, mit der er einen Sohn bekam.
Bomtempos Klaviermusik zeigt eine brillante Virtuosität, wie sie auch für seine zeitgenössischen Komponistenkollegen typisch ist. Er komponierte mindestens zwei Sinfonien (von weiteren wird berichtet, die aber nicht erhalten sind), die die einzigen Beiträge eines portugiesischen Komponisten zu dieser Werkgattung im klassisch-romantischen Zeitalter darstellen. Als sein Meisterwerk wird sein Requiem op. 23 angesehen, obwohl auch diesem Werk Höhenflüge an Inspiration oder musikalischem Einfall abgesprochen werden.
Op. 1: Klaviersonate Nr. 1 in F-Dur
Op. 2: Klavierkonzert Nr. 1 in Es-Dur (ca. 1804)
Op. 3: Klavierkonzert Nr. 2 in f-Moll (ca. 1800–1810)
Op. 4: Fandango und Variationen für Klavier
Op. 5: Klaviersonate Nr. 2 in c-Moll
Op. 6: A introduction, five variations, and Fantasie upon Paisiello’s favorite air Hope told a flatt’ring tale für Klavier in Es-Dur
Op. 7: Klavierkonzert Nr. 3 in g-Moll
Op. 8: Capriccio und Variationen über God save the King für Klavier in Es-Dur
Op. 9 Nr. 1: Klaviersonate Nr. 3 in Es-Dur
Op. 9 Nr. 2: Klaviersonate Nr. 4 in C-Dur
Op. 9 Nr. 3: Sonate für Violine und Cembalo in E-Dur
Op. 10a: Hymno lusitano (Kantate)