Jevgenij Iršai (russisch: Евгений Маркович Иршаи) (* 15. Januar 1951 in Leningrad) ist ein slowakisch-russischer Komponist und Pianist.
Jevgenij Iršai erhielt seit 1958 Klavier- und seit 1965 auch Kompositionsunterricht an einer Musikschule seiner Geburtsstadt Leningrad. Am „Nikolai Rimski-Korsakow“-Konservatorium studierte er 1969–1975 Komposition bei Alexander Abramowitsch Tschernow und Vladislav Alexandrowitsch Uspenski sowie bis 1978 Klavier bei Pawel Alexejewitsch Serebrjakow. 1971–1991 wirkte er als Klavier- und Kompositionspädagoge in einer dem Konservatorium angegliederten Spezialmusikschule. Als Pianist trat er nicht nur in der damaligen Sowjetunion auf, sondern auch im Ausland (Spanien, Bulgarien, Ungarn). Im Alter von 40 Jahren übersiedelte er 1991 in die heutige Slowakei, die zu dieser Zeit noch Bestandteil des seit 1989 demokratisch ausgerichteten tschechoslowakischen Staatsverbandes war.
1991–1992 war Iršai Korrepetitor an der Staatsoper Banská Bystrica, 1992–1996 unterrichtete er Komposition und Klavier am „Ján Levoslav Bella“-Konservatorium von Banská Bystrica. 1996–2008 wirkte er als Dozent am Institut für Musik und Ästhetik der Matej Bel-Universität. Seit 2001 lehrte er Komposition an der Hochschule für Musische Künste Bratislava (Vysoká škola múzických umení v Bratislave – VŠMU), wo er 2010 eine Professur erhielt. Iršai ist Mitglied der Komponistenverbände Russlands, der Slowakei und der Ukraine. Aufführungen erfolgten in der ehemaligen UdSSR u. a. am Akademischen Kleinen Theater für Oper und Ballett in Leningrad (Ballett „Don Juan oder die Liebe zur Geometrie“) sowie im Rahmen des internationalen Festivals Leningrader Frühling. Seit seiner Auswanderung werden seine Werke in zahlreichen Ländern Europas und in Übersee gespielt.
Preise und Auszeichnungen (Auswahl)
2001: Ján Levoslav Bella-Preis für Hard Shabes für Klaviertrio
2008: Dezider Zador Preis (Ukraine) für Sonata del grato
2013: 1. Preis beim Chor-Laboratorium XXI. Jahrhundert (Sankt Petersburg) in der Kategorie „Sakrale Musik auf lateinische Texte“ für Kyrie und Gloria
2014: 3. Preis beim Chor-Laboratorium XXI. Jahrhundert (Sankt Petersburg) in der Kategorie „Experimentelles“ für Bu-li-du-li-bur-li-bam
Don Juan oder die Liebe zur Geometrie. Ballett in einem Akt nach Max Frisch (1973)
Naveky s týmto mestom (Auf ewig mit dieser Stadt) nach einem Text von Michail Dudin für Tenor und Orchester (1979)
Proglas. Oratorium nach Texten von Konstantin, dem Philosophen für Sopran, Bass, Chor und Orchester (1999/2012)
Stabat Mater für Sopran, Bassbariton, Chor und Orchester (2013)
Requiem for the Poet für Sopran, Bassbariton, Chor und Orchester (2017) – Komponiert mit spezieller Unterstützung des Fonds zur Förderung der Kunst (Fond na podboru umenia), Bratislava
La Fuente (Der Brunnen) (2018)
Walking with Mahler (2020/2021)
Kammerorchester, Streichorchester oder Blasorchester
Anagramm über den Namen Ernst Bloch für Streichorchester (1995)
Ten Minutes About Katyń für Streichorchester (2012)