An diesem Tag

Jess Franco

Spanischer Regisseur, Drehbuchautor, Filmemacher und Schauspieler

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Jesús „Jess“ Franco Manera (* 12. Mai 1930 in Madrid; † 2. April 2013 in Málaga) war ein spanischer Filmregisseur, Drehbuchautor und Schauspieler. Jess Franco genoss aufgrund seiner teils um sadomasochistische und surrealistische, ab den 1970er Jahren auch um pornographische Elemente angereicherten Horrorfilme lange den Ruf eines schwarzen Schafes. Heute gelten seine kompromisslosen Werke als Meilensteine des europäischen Exploitationfilms.

Nach Anfängen beim Radio und als Jazzmusiker arbeitete Jesús „Jess“ Franco seit 1952 beim Film: zunächst als Filmkomponist und Regieassistent, ab 1957 als Regisseur. Meist steuerte er zu seinen Filmen das Drehbuch bei und spielte eine Nebenrolle. Seine ersten Arbeiten waren Kurzfilme, von denen Estampas guipuzcoanas número 2: Pío Baroja 1960 den Preis für den besten spanischsprachigen Kurzfilm auf dem San Sebastián International Film Festival erhielt. Später arbeitete er häufig mit den Produzenten Artur Brauner, Erwin C. Dietrich und Marius Lesoeur zusammen.

Jess Franco war in allen Bereichen des Genrefilms zuhause. Anfangs drehte er vor allem spekulative Horrorfilme, Psycho-Thriller und Krimis. In den Siebzigerjahren mischte er immer mehr Erotikanteile in seine meist von Obsessionen und psychischen Abgründen bestimmten Stoffe. Franco griff dabei immer wieder auch auf die erotische und schauerromantische Trivialliteratur zurück. Zumindest den Titeln nach siedeln viele seiner Filme in der Nähe von Oscar Wilde, Leopold von Sacher-Masoch, dem Marquis de Sade und anderen. Die zunehmend liberale Handhabung von Pornografie gestattete es Franco schließlich auch, entsprechende Szenen in seine Filme einzubauen. Bekannt wurde Franco auch durch seine Frauengefängnisfilme. Sein erster Film dieses Genres (Der heiße Tod) war im Frühjahr 1969 insbesondere in den USA ein großer kommerzieller Erfolg und zog eine Reihe filmischer Nachahmer nach sich.

Franco beschrieb seine Motive mit den Worten: „Ich bin ein Voyeur, und ich will davon nicht ›geheilt‹ werden – daher mein gigantisches Vergnügen, Sexszenen zu erfinden, sie zu dirigieren, sie zu sehen und sie obendrein zu filmen.“ In den späten Siebzigerjahren arbeitete er im Splatter-, Zombie- und Pornofilm-Genre, in den Achtzigerjahren folgten damals populäre Actionfilme und reine Hardcore-Pornos. Franco war in seinem Pornofilm Sexorcismes (1975) an einer nicht-simulierten Sexszene mit Lina Romay beteiligt.

Franco, der sich nie langfristig von nur einem Produzenten vereinnahmen ließ, nahm bei Dreharbeiten stets Material für mehrere potenzielle Filme auf, indem er zusätzliche Takes vornahm. Einige seiner Filme wurden von anderen Regisseuren bearbeitet und unter neuem Titel veröffentlicht: So wurde Christina, princesse de l’érotisme von Jean Rollin um einige Szenen erweitert und in Eine Jungfrau in den Krallen von Zombies bzw. Zombie 4 umgetitelt. Frauengefängnis 2 (Les Gardiennes du penitencier, 1979) von Alain Deruelle und Julio Pérez Tabernero besteht zum größten Teil aus Szenen von Jess Francos Film Frauengefängnis.

Franco war in erster Ehe mit der Autorin Nicole Guettard verheiratet, bis er 1972 seine langjährige Lebensgefährtin und häufige Hauptdarstellerin Lina Romay kennenlernte; mit ihr war er von 2008 bis zu deren Tod am 15. Februar 2012 verheiratet. Jess Franco war der Onkel des spanischen Schriftstellers Javier Marías und des Regisseurs Ricardo Franco.

Jess Franco starb im April 2013 im Alter von 82 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls.

Im Juni und Juli 2008 widmete ihm die Cinémathèque française eine große Werkschau.

Am 1. Februar 2009 erhielt er in Madrid den Ehren-Goya für sein Lebenswerk.

Jess Franco wirkte an 207 Filmen als Regisseur und an 184 Filmen als Autor mit; in vielen davon auch als Darsteller. Fremdsprachige Originaltitel stehen in Klammern.

Jess Franco arbeitete häufig mit den gleichen Schauspielern:

Wiederkehrende Hauptdarstellerinnen:

1960–1970: Soledad Miranda (8 Filme)

1968–1970: Maria Rohm (10 Filme)

1970–1977: Alice Arno ( >10 Filme)

1973–1979: Monica Swinn ( >10 Filme)

1972–2010: Lina Romay (ca. 100 Filme)

Wiederkehrende Hauptdarsteller:

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