An diesem Tag

Jermain Defoe

Englischer Fußballspieler

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Jermain Colin Defoe, OBE (* 7. Oktober 1982 in Newham, London) ist ein ehemaliger englischer Fußballspieler. Bekannt wurde der Stürmer vor allem als langjähriger Torjäger von Tottenham Hotspur, wo er mit Unterbrechung von 2004 bis 2014 spielte und 143 Pflichtspieltreffer erzielte. Dazu kam er seit 2004 in der englischen A-Nationalmannschaft zum Einsatz, schoss in 57 Länderspielen 20 Tore und stand sowohl bei der WM 2010 in Südafrika als auch bei der Euro 2012 in Polen und der Ukraine im Kader der „Three Lions“.

Die ersten Schritte (bis 1999)

Defoe wurde in der britischen Hauptstadt London im Stadtbezirk Newham als Sohn karibischer Eltern geboren. Sein Vater stammt aus Dominica, seine Mutter aus St. Lucia. Defoe wuchs in einer Sozialsiedlung in einfachen Verhältnissen bei seiner Mutter auf. Er besuchte die katholische Gesamtschule St. Bonaventure und machte seine ersten fußballerischen Schritte bei dem renommierten Jugendklub Senrab FC, der auch weitere hochkarätige Spieler wie John Terry, Ledley King und Sol Campbell hervorbrachte. Im Alter von 14 Jahren schloss sich Defoe der Jugend von Charlton Athletic an. Während der circa dreijährigen Zeit dort eilte ihm aufgrund seiner enormen Schnelligkeit und der zahlreichen Tore, die er schoss, ein Ruf als „kommender Star“ voraus. Dazu wurde er auch an der nationalen Akademie des englischen Fußballverbands ausgebildet.

Ohne auch nur ein einziges offizielles Spiel für Charlton bestritten zu haben, setzte 1999 ein Wettbieten um das Talent Defoe ein und letztlich bot ihm West Ham United erfolgreich ein Stipendium an der vereinseigenen „Academy of Football“ an – wobei eine nicht unerhebliche Ausbildungsentschädigung an Charlton gezahlt werden musste.

Defoe zählte zu den Leistungsträgern in der Jugendmannschaft von West Ham United, die in der Saison 1999/2000 den Titel in der Premier Academy League gewann. Im Jahr darauf debütierte er in der ersten Mannschaft und schoss am 19. September 2000 nur wenige Minuten nach seiner Einwechslung im Ligapokal gegen den FC Walsall den 1:0-Siegtreffer. Im Monat darauf wurde er für nahezu den Rest der Spielzeit an den Drittligisten AFC Bournemouth ausgeliehen, wo er erfolgreich Spielpraxis sammelte. In sämtlichen seiner ersten zehn Ligaeinsätzen gelang ihm mindestens ein Tor, wodurch der Klub fast noch um die Aufstiegsplätze mitgespielt hätte. Letztlich kehrte er nach 19 Pflichtspieltreffern für die „Cherries“ zu West Ham zurück und am letzten Spieltag debütierte er beim 1:2 beim FC Middlesbrough noch in der Premier League.

In der Spielzeit 2001/02 kam er regelmäßiger zum Einsatz und wenngleich häufig nur eingewechselt, schoss er vierzehn Tore, wobei vor allem sein Siegtreffer zum 1:0 in Old Trafford gegen Manchester United Aufmerksamkeit erregte. Mit elf Pflichtspieltreffern in der Saison 2002/03 war Defoe dann Toptorjäger der „Hammers“ und obwohl mit rund 1,70 Meter nicht gerade groß gewachsen, behauptete er sich auch im Sturmzentrum immer besser. Letztlich konnte er aber den Abstieg in die zweite Liga nicht verhindern und mit seinem unmittelbar danach geäußerten Wunsch, den Verein verlassen zu wollen, machte er sich beim eigenen Anhang wenig beliebt. Letztlich kam man seiner Bitte direkt auch nicht nach, aber nach 15 Toren in 22 Spielen war offensichtlich, dass Defoe „zu gut für die zweite Liga“ war. Dazu äußerte sich bei ihm ein gewisser „Frust“, der sich in drei roten Karten innerhalb von nur zehn Zweitligapartien äußerte. Kurz darauf wurde er „erlöst“ und am 2. Februar 2004 wechselte er für eine Ablösesumme von sieben Millionen Pfund zu Tottenham Hotspur, wodurch auch der Transfer von Bobby Zamora in die entgegengesetzte Richtung ermöglicht wurde.

Tottenham Hotspur, mit Unterbrechungen (2004–14)

Tottenhams Trainer David Pleat empfing den englischen U-21-Nationalstürmer mit großen Vorschusslorbeeren. Bereits bei seinem Debüt gegen den FC Portsmouth (4:3) gelang Defoe ein Tor und im weiteren Saisonverlauf fügte er noch sechs weitere Treffer hinzu. Nach seiner Beförderung in die englische A-Nationalmannschaft wurde schnell über einen weiteren Wechsel zu einem der wirtschaftskräftigeren Konkurrenten – vor allem zum „neureichen“ FC Chelsea – spekuliert, aber mit der Unterzeichnung eines langfristigen Vertrags im April 2005 endeten die Mutmaßungen. Trotz seiner insgesamt 22 Pflichtspieltore in der Saison 2004/05 hatte er jedoch immer wieder damit zu kämpfen, gute Leistungen auf konstantem Niveau zu zeigen und so ließ der neue Trainer Martin Jol ihn häufig außen vor und vertraute stattdessen in der Offensive auf Robbie Keane und Mido. Zwar stand er noch in 23 Premier-League-Partien in der Startelf, aber dieser Mangel an Spielpraxis war mitentscheidend dafür, dass er in der englischen Nationalmannschaft in der Hackordnung zurückfiel und an seiner statt Peter Crouch und Theo Walcott als Stürmer zur WM-Endrunde 2006 nach Deutschland fuhren. In der anschließenden Saison 2006/07 spielte Defoe weiter hinter Keane die „zweite Geige“, aber bei einer längeren Verletzungspause des Iren hatte er einen guten Lauf in der Offensive im Zusammenspiel mit dem bulgarischen Neuzugang Dimitar Berbatow – wenngleich immer wieder negativ auffiel, dass er übermäßig in die „Abseitsfalle“ tappte. Die Verpflichtung des neuen Stürmers Darren Bent läutete Defoes vorläufiges Ende in Tottenham ein und so wechselte er für neun Millionen Pfund Ende Januar 2008 – am letzten Tag der Wintertransferperiode – nach einem halben Jahr vorwiegend als Einwechselspieler zum Erstligakonkurrenten FC Portsmouth, der von Harry Redknapp trainiert wurde und unter dem Defoe wiederum in West Ham den sportlichen Durchbruch gefeiert hatte.

Wie bei West Ham, Bournemouth und Tottenham schoss Defoe auch in Portsmouth bei seinem Debüt gegen den FC Chelsea (1:1) ein Tor. Mit weiteren Treffern bei den nächsten vier Heimspielen brach er den Vereinsrekord von Alan Biley aus der Saison 1982/83. Während dieser Zeit gewann sein Exklub den Ligapokal und das siegreiche Finale verpasste er damit ebenso wie für Portsmouth das Endspiel im FA Cup, da er für diesen Wettbewerb keine Spielberechtigung hatte. Im folgenden Jahr startete er mit zehn Toren aus 22 Spielen, bildete oft mit Peter Crouch ein Sturmduo und kehrte dann Anfang Januar 2009 zu den „Spurs“ für 15 Millionen Pfund zurück. Dabei folgte er seinem Trainer Redknapp, der im Oktober zuvor die Geschicke des Klubs übernommen hatte und gleich bei seinem zweiten Auftritt schoss er ein Tor zum 1:1 gegen den Ex-Klub aus Portsmouth. Kurz darauf verletzte er sich den Mittelfuß und erst in der Schlussphase der Saison 2008/09 feierte Defoe sein Comeback. Zuvor hatte er beim Ligapokalfinale von Tottenham, das gegen Manchester United verloren ging, ein weiteres Mal nur zuschauen können. Das bis dahin ertragsreichste Jahr seiner Karriere durchlebte Defoe in der Saison 2009/10. Vor allem zu Beginn konkurrierte er um die vorderen Plätze im Kampf um die Torjägerkanone in der Premier League und obwohl seine Quote zum Ende etwas abfiel, standen am Ende 24 Pflichtspieltreffer (davon 18 in der Liga zu Buche). Am 22. November 2009 erzielte er beim 9:1-Kantersieg gegen Wigan Athletic fünf Tore und war damit der erste fünfte Spurs-Spieler in der Vereinsgeschichte, dem das gelang (in Bezug auf die Liga sogar erst der dritte) – dazu schoss er Hattricks gegen Hull City und Leeds United.

Im September 2010 zog sich Defoe eine Knöchelverletzung zu, musste über weite Strecken der Saison 2010/11 pausieren und kam lediglich auf vier Tore in der Premier League. Zwar erreichte er in den beiden folgenden Jahren wieder zweistellige Torausbeuten, aber häufig stand er nicht mehr in der Startelf. Während der Spielzeit 2013/14 musste er im 4-5-1-System des neuen Trainers André Villas-Boas mit Roberto Soldado als einziger Sturmspitze nur zuschauen. Auch unter Tim Sherwood, der Emmanuel Adebayor als Sturmpartner für Soldado bevorzugte, verbesserte sich die Perspektive nicht und so ließ ihn Tottenham zu Jahresbeginn 2014 zum kanadischen FC Toronto in die nordamerikanische Major League Soccer (MLS) wechseln – vor Beginn der MLS-Saison wurde er noch einmal für zwei Spiele an Tottenham zurückverliehen. Im Verlauf seiner Karriere hatte Defoe am Ende 143 Pflichtspieltore für Tottenham angesammelt.

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