Jeremy Ryan Bloom (* 2. April 1982 in Fort Collins, Colorado) ist ein ehemaliger US-amerikanischer Freestyle-Skier und American-Football-Spieler. Als Skifahrer war er auf die Buckelpisten-Disziplinen Moguls und Dual Moguls spezialisiert. Auf den Dual Moguls (Parallelbuckelpiste) wurde er 2003 Weltmeister. Zudem gewann er einmal den Freestyle-Gesamtweltcup und nahm zweimal an Olympischen Spielen teil. Als Football-Spieler verbrachte er zwei Jahre als Reservist bei den NFL-Mannschaften Philadelphia Eagles und Pittsburgh Steelers. Aufgrund dieser sportlichen Dualität und seiner Medienpräsenz war Bloom Anfang der 2000er einer der populärsten Athleten seines Heimatlandes.
Jeremy Ryan Bloom kam 1982 als Sohn des klinischen Psychologen Larry Bloom und seiner Frau Charlene „Char“ Bloom, einer Ski- und Fliegenfischlehrerin, zur Welt und wuchs in Loveland, Colorado, auf. Er ist das jüngste von drei Kindern, seine Schwester ist die spätere Unternehmerin Molly Bloom, auf deren Memoiren der Spielfilm Molly’s Game – Alles auf eine Karte beruht. Der Eishockeyspieler Colby Cohen ist ein Cousin der Blooms. Im Alter von drei Jahren begann Jeremy in Keystone, dem Arbeitsort seiner Mutter, mit dem Skifahren. Als Kind trug er auf der Piste oft einen grünen Helm und ein aus einem Pyjama gemachtes, rotes Superhelden-Cape. Mit einer gesundheitsbewussten Mutter wuchsen er und seine Geschwister ohne Junkfood auf, der Großvater lockte ihn nach eigenen Angaben mit Süßigkeiten auf die Skipiste. Neben dem Skisport praktizierte er in jungem Alter Karate und erwarb sich mit zwölf Jahren einen schwarzen Gürtel.
Während seiner Schulzeit begann er mit dem American Football. In der Middle School von seinem Vater trainiert, avancierte er an der Loveland High School zu einem Führungsspieler. Gleichzeitig wurde er im Alter von 15 Jahren in die US-Freestyle-Mannschaft aufgenommen, nachdem er sich als Mitglied des Teams Breckenridge unter Trainer Scott Rawles auf die Buckelpiste spezialisiert hatte. Beide Eltern teilten Jeremys „healthy disregard for the impossible“ (gesunde Missachtung des Unmöglichen), wie er es später nannte, und unterstützten seine beiden Leidenschaften gleichermaßen.
Im Februar 1998 debütierte Jeremy Bloom im Nor-Am Cup und erreichte zwei Wochen später seine erste Top-10-Platzierung. Zu Beginn des nächsten Jahres gelang ihm als Zweitem in Le Relais sein erster Podestplatz, im Februar ließ er seinen ersten Sieg folgen. Bei den internationalen Jugendmeisterschaften in Jyväskylä wurde er Sechster.
Am 8. Januar 2000 gab Bloom im Alter von 17 Jahren sein Debüt im Freestyle-Skiing-Weltcup, kam danach aber nur zu einem weiteren Einsatz. Im Heavenly Valley kam er nach einem Sprung schwer zu Sturz und erlitt neben einem Wirbelsäulentrauma innere Blutungen sowie einen Milz- und Nierenriss. Weil er sich vom Skiteam „ungewollt“ fühlte, verzichtete er als High-School-Senior auf seinen Platz im Freestyle-Kader und konzentrierte sich stattdessen auf seine Football-Karriere. Im Sommer 2001 erhielt er einen Anruf von seinem Agenten Andy Carroll, der ihm für den folgenden Winter zahlungskräftige Sponsoren sowie finanzielle Unterstützung für das sommerliche Mannschaftstraining in Chile in Aussicht stellte. Bloom nahm am Training in den Anden teil und dominierte seine Kollegen, woraufhin er sich im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2002 und trotz eines Football-Stipendiums dafür entschied, die erste Saison an der Universität auszulassen. Nachdem er sich in Park City vorbereitet hatte, startete er als Dritter in Tignes mit seinem ersten Weltcup-Podestplatz in die Saison. Nach weiteren Spitzenresultaten konnte er am 19. Januar 2002 in Lake Placid erstmals einen Weltcup gewinnen. Mit entsprechend hoher Erwartung ging er in die Olympischen Spiele von Salt Lake City, musste sich dort aber mit Rang neun begnügen. Dank zwei weiterer Podestplätze gewann er als bis dahin jüngster Athlet die Moguls-Disziplinenwertung. Im Gesamtweltcup belegte er hinter seinem Teamkollegen Eric Bergoust Rang zwei.
Bei seinen ersten Weltmeisterschaften im Olympiaort Deer Valley gewann er nach Silber in der Single-Disziplin auf den Dual Moguls (Parallelbuckelpiste) die Goldmedaille. In der Weltcup-Disziplinenwertung rutschte er trotz zweier Siege nach zwei Disqualifikationen am Saisonende jedoch auf Rang 13 zurück. Im folgenden Winter schloss er die Moguls-Wertung dank eines Sieges und vier weiterer Podestplätze auf dem dritten Platz ab. Nach zweijährigem Rechtsstreit um seine Berechtigung als College-Athlet konnte er sich 2004/05 erstmals seit drei Jahren wieder gänzlich auf den Skisport konzentrieren. Mit sechs Weltcupsiegen in Folge stellte er einen neuen Rekord auf, der erst zehn Jahre später von Mikaël Kingsbury übertroffen wurde. Damit entschied er sowohl die Disziplinenwertung als auch den Gesamtweltcup für sich. Bei den Weltmeisterschaften in Ruka musste er sich hingegen mit der Bronzemedaille auf den Dual Moguls zufriedengeben, nachdem er den Finaleinzug in der Single-Disziplin als 36. klar verpasst hatte. Im Winter 2005/06 konnte Bloom nicht an seine Vorsaison anknüpfen, reiste aber dennoch als Mitfavorit zu den Olympischen Spielen von Turin. Bei seinem Finallauf in Sauze d’Oulx glückten ihm zwar beide Sprünge, aber er verlor im Mittelteil den Rhythmus und belegte am Ende den enttäuschenden sechsten Rang.
Nach fast dreijähriger Ski-Abstinenz kehrte Bloom im Januar 2009 in den Nor-Am Cup zurück, erreichte dort aber lediglich ein Top-10-Resultat. Im Weltcup gelang ihm Ende des Monats als Sechster im Deer Valley noch ein Spitzenergebnis, für die Weltmeisterschaften in Inawashiro konnte er sich aber nicht mehr qualifizieren. Im November desselben Jahres beendete er seine aktive Karriere im Leistungssport und begründete seinen Rücktritt mit mangelnder Motivation.
Jeremy Bloom begann seine Football-Laufbahn als Freshman an der Loveland High School auf den Positionen Quarterback und Defensive Back. Aufgrund seiner Schnelligkeit (er lief den 40 Yard Dash in 4,3 Sekunden) wurde er Wide Receiver und erhielt zahlreiche Auszeichnungen für seine Leistungen, die ihm außerdem ein Stipendium an der University of Colorado Boulder (CU Boulder) einbrachten. In seinem Junior-Jahr gewann er als Sprinter die staatsweiten Meisterschaften in der 4-mal-200-Meter-Staffel.
In seinem ersten Jahr an der CU verzichtete Bloom zugunsten seines Olympia-Traums vollständig auf Football. 2002 und 2003 absolvierte er als Wide Receiver und Punt Returner insgesamt 24 Spiele für die Colorado Buffaloes in der Big 12 Conference und stellte dabei einige bis heute gültige Universitätsrekorde auf. Gleich mit seinem ersten College-Ballkontakt trug er einen Punt über 75 Yards zurück. In einem Spiel gegen Kansas State im Oktober 2002 verwandelte er einen 94-Yards-Pass zu einem Touchdown. Damit realisierte er gleich vier CU-Bestleistungen in einem, darunter das längste Passspiel aller Zeiten und den längsten Punktgewinn eines Freshmans. Ein Jahr später stellte er in einem Auswärtsspiel gegen das Team der Baylor University einen Rekord für die meisten Kick Return Yards (143 Kickoff plus 107 Punt) auf.
2004 verlor Bloom einen zweijährigen Rechtsstreit gegen die National Collegiate Athletic Association (NCAA), die ihm wegen der Annahme von Ski-Sponsorengeldern eine Sperre angedroht hatte. Die Niederlage resultierte in seinem Ausschluss aus der Vereinigung und besiegelte das Ende seiner Laufbahn im College-Football.
Acht Tage nach dem olympischen Moguls-Finale in Sauze d’Oulx nahm Bloom am NFL Combine in Indianapolis teil. Am 30. April 2006 wurde er im Rahmen des NFL Draft an 147. Stelle in der fünften Runde von den Philadelphia Eagles ausgewählt. Aufgrund einer Oberschenkelverletzung kam er in der Regular Season nicht zum Einsatz und verbrachte sein Rookie-Jahr auf der Injured Reserve List. Während der Preseason 2007 kam Bloom auf 20,3 Yards bei zwölf Kickoff-Returns und 7,8 Yards bei zehn Punt-Returns, wurde danach aber von den Eagles aussortiert. Wenige Monate später verpflichteten ihn die Pittsburgh Steelers, ehe er im August 2008 wieder aus dem Kader gestrichen wurde.