An diesem Tag

Jehan Alain

Französischer Organist und Komponist

Anúncio

Jehan Ariste Alain (* 3. Februar 1911 in Saint-Germain-en-Laye, heute Département Yvelines; † 20. Juni 1940 bei Saumur, Département Maine-et-Loire) war ein französischer Organist und Komponist.

Jehan Alains Vater Albert Alain (1880–1971) war Organist, Komponist und Orgelbauer und hatte bei Alexandre Guilmant und Louis Vierne Orgel studiert. Jehan Alains Bruder Olivier (1918–1994) und seine zwei Schwestern, Marie-Odile (1914–1937) und Marie-Claire (1926–2013) wurden ebenfalls Musiker.

Alain erhielt seinen ersten Klavierunterricht bei Augustin Pierson, dem Organisten der Kathedrale Saint Louis in Versailles, sowie Orgelunterricht bei seinem Vater, der eine viermanualige Hausorgel im Wohnzimmer seiner Familie gebaut hatte. Bereits mit 13 Jahren vertrat ihn Jehan Alain als Organist an der katholischen Pfarrkirche in St. Germain-en-Laye.

Von 1927 bis 1939 studierte Alain am Conservatoire National Superieur in Paris, wo er erste Preise in Harmonielehre, Fuge, Kontrapunkt, Orgel und Improvisation erhielt. Zu seinen Lehrern zählten André Bloch, Georges Caussade, Jean Roger-Ducasse, Paul Dukas und Marcel Dupré. 1936 gewann er den ersten Preis der Amis de l’Orgue in Paris für seine dreisätzige Suite für Orgel.

1935 wurde Alain zum Organisten an St. Nicolas de Maisons-Laffitte ernannt, wo er vier Jahre lang arbeitete. Darüber hinaus spielte er regelmäßig im Temple Israëlite in der Rue Notre-Dame-de-Nazareth 3. Arrondissement in Paris, wo im Jahre 1938 die einzige bekannte Tonaufnahme von ihm, eine sechsminütige Orgelimprovisation, gemacht wurde.

Nach der Kriegserklärung im September 1939 wurde Alain zum Kriegsdienst einberufen und fiel am 20. Juni 1940 in einem Gefecht bei Saumur, zwei Tage bevor der Waffenstillstand in Compiègne geschlossen wurde. Er hinterließ seine Frau Madeleine Payan (1912–1975), die er 1935 geheiratet hatte, und drei Kinder (Lisa, Agnès und Denis).

Posthum wurde Jehan Alain das Croix de guerre verliehen

Zum Andenken an seinen gefallenen Freund Alain komponierte Maurice Duruflé sein Prelude et Fugue sur le nom d’Alain, das dessen Namen in motivisches Material verwandelt.

Jean Langlais erinnerte mit dem Satz „Chant héroïque“ aus seinen Neuf pièces von 1942/1943 an Jehan Alain.

Alains kompositorisches Schaffen wurde nicht nur durch die musikalische Sprache von Claude Debussy und Olivier Messiaen beeinflusst, sondern ebenso durch fernöstliche Musik, Tanz und Philosophie, das neu erwachte Interesse an der Musik des 16. bis 18. Jahrhunderts und den Jazz.

Alains Schaffen umfasst mehr als 140 Kompositionen. Er schrieb Musik für Klavier und Orchester sowie Vokal- und Kammermusik. Seine Bekanntheit verdankt er aber vor allem seinen Werken für Orgel.

Die nachstehende Werkliste mit dem Kürzel JA wurde 2001 von Marie-Claire Alain im Zuge der Leduc-Ausgabe erstellt. Die Nummerierung stammt teilweise von Jehan Alain, der seine zahlreichen Manuskripte ohne jegliche Chronologie mit arbiträren Ordnungsnummern versehen hatte. Ein chronologisches Werkverzeichnis wurde erstmals 1945 von Bernard Gavoty (93 opus-Nummern) und ein neues, umfassenderes Verzeichnis 1983 (siehe Bibliographie) von Helga Schauerte veröffentlicht. Letzteres wurde 1999 mit dem Kürzel AWV versehen in die 2. Ausgabe der MGG (Musik in Geschichte und Gegenwart) aufgenommen sowie 2001 von The New Grove Dictionary of Music and Musicians übernommen. Ein aktualisiertes Werkverzeichnis sowie ein Manuskriptenverzeichnis befinden sich in Schauertes jüngster Alain-Biographie (Sampzon, Delatour France, 2020 Französisch / 2022 Englisch)

JA 21 – Togo, für Klavier [Juni 1929]

JA 7bis – Berceuse sur deux notes qui cornent, für Orgel [August 1929]

JA 3 – Etude sur un thème de quatre notes, für Klavier [November 1929]

JA 8 – Chanson triste, für Klavier

JA 9 – Ballade en mode phrygien, für Orgel oder Klavier [Januar 1930]

JA 2 – Thème et cinq variations, für Klavier [Februar 1930]

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Jehan Alain | World in Stories