Jeffery Michael „Jeff“ Gordon (* 4. August 1971 in Vallejo, Kalifornien) ist ein ehemaliger US-amerikanischer Automobil-Rennfahrer, der durch seine Erfolge in der NASCAR bekannt wurde. Gordon ist vierfacher Champion im Winston Cup, der heutigen NASCAR Cup Series sowie dreifacher Gewinner des Daytona 500, dem prestigeträchtigsten Rennen der NASCAR. Mit Ausnahme seines Comebacks 2016, bei welchem er den verletzten Dale Earnhardt junior ersetzte, fuhr er stets den Chevrolet mit der Startnummer 24 mit Drive to End Hunger/DuPont als Hauptsponsor für Hendrick Motorsports. Zudem ist er Teilhaber seines eigenen Teams. Zusammen mit Rick Hendrick war er Besitzer des Teams mit der Startnummer 48 von Jimmie Johnson.
Neben Dale Earnhardt junior war er zu aktiven Zeiten einer der beliebtesten Rennfahrer in den Vereinigten Staaten.
Jeff Gordon begann im Alter von fünf Jahren mit dem Motorsport. Seine ersten Rennen fuhr er auf dem Roy Hayer Memorial Race Track in Rio Linda, Kalifornien. Um seine Karriere zu fördern, zog seine Familie von Vallejo nach Pittsboro, Indiana, wo die Bedingungen für junge Rennfahrer besser waren. Bevor er 18 Jahre alt war, hatte er schon drei Short-Track-Rennen gewonnen und wurde 1989 als Rookie of the Year von USAC Midget Car Racing ausgezeichnet. Im darauf folgenden Jahr gewann Gordon den USAC-Midget-Titel. 1991 wurde er in die USAC-Silver-Crown-Serie befördert und wurde mit 20 Jahren der jüngste Fahrer, der diesen Titel gewinnen konnte.
In den Jahren 1991 und 1992 fuhr er zwei erfolgreiche Saisons in der NASCAR Busch Grand National Series für Bill Davis Racing. Zusammen mit seinem Crew Chief Ray Evernham stellte er den aktuell gültigen Rekord in NASCAR für die meisten Pole-Positionen während einer Saison auf, als er insgesamt elfmal von Startplatz eins ins Rennen ging. Zudem wurde Gordon 1991 Rookie of the Year. Gesponsert wurde er 1991 von der Vereinigung kalifornischer Ford Händler und 1992 von Baby Ruth. In der Saison 1992 absolvierte er zudem am 15. November beim Hooters 500 auf dem Atlanta Motor Speedway sein erstes Rennen im Winston Cup. Er belegte den 31. Platz, nachdem er bei einem Unfall in der 164. Runde das Rennen frühzeitig hatte beenden müssen. Der legendäre Richard Petty nahm auch an diesem Rennen teil; es war sein letztes, bevor er in den Ruhestand ging. Im Nachhinein bezeichnen viele Fans dieses Rennen als Wechsel der Generationen in NASCAR.
Im Jahr 1993 fuhr Jeff Gordon seine erste volle NASCAR Winston Cup Saison für Hendrick Motorsports. Er gewann ein Gatorade Duel, errang den Titel des Rookie of the Year und belegte in der Meisterschaft den 14. Platz. Crew Chief war weiterhin Ray Evernham, mit dem er auch schon in der Busch Series erfolgreich war.
In der Saison 1994 holte Gordon seinen ersten Sieg im Winston Cup auf dem Charlotte Motor Speedway beim Coca-Cola 600, dem längsten und anspruchsvollsten NASCAR-Rennen der Saison. Außerdem gewann er auf dem legendären Indianapolis Motor Speedway das allererste Brickyard 400, wo er in der Schlussphase Ernie Irvan bezwang, der sich zuvor einen Reifen beschädigt hatte. Am Ende der Saison belegte Gordon Platz acht in der Meisterschaft, während Dale Earnhardt seinen zweiten Titel in Folge erzielte. Nur ein Jahr später, im Alter von 24 Jahren, gewann er insgesamt sieben Rennen, darunter das Southern 500 auf dem Darlington Raceway, und sicherte sich die erste Meisterschaft im Winston Cup. 1996 war Gordon in insgesamt zehn Rennen siegreich, darunter erneut das angesehene Southern 500, unterlag in der Meisterschaft jedoch Terry Labonte um 37 Punkte und wurde nur Zweiter.
In der Saison 1997 schrieb Gordon erneut NASCAR-Geschichte: Er siegte insgesamt zehn Mal. Neben seinem ersten Sieg beim Daytona 500, dem Sieg beim Coca-Cola 600 und dem dritten Sieg in Folge beim Southern 500 sicherte sich Gordon die Winston Million und den damit verbundenen Bonus in Höhe von einer Million US-Dollar. Gordon war der zweite und zugleich letzte Fahrer, der die Winston Million gewinnen konnte. Mit diesem Erfolg im Rücken sicherte er sich seinen zweiten Meistertitel im Winston Cup.
Direkt in der darauffolgenden Saison 1998 schrieb Gordon erneut NASCAR-Geschichte: Mit 13 Saisonsiege stellte er Richard Pettys Rekord an Siegen pro Saison in der modernen Ära von NASCAR ein. Erwähnenswert sind der zweite Sieg beim Brickyard 400 in Indianapolis sowie der vierte Sieg in Folge beim Southern 500 – dem einzigen Fahrer, dem dies bei diesem prestigeträchtigen Rennen gelang. Mit mehr als 350 Punkten Vorsprung und mehr als dem doppelten gewonnenen Preisgeld als der Zweite verteidigte Gordon seinen Titel und sicherte sich den dritten Meistertitel.
Die Saison 1999 verlief dagegen nicht so gut für Gordon. Zwar startete er mit einem Sieg beim Daytona 500 in die Saison und es sollten noch sechs weitere dieses Jahr folgen, doch bereits im zweiten Rennen schied Gordon mit einem Motorschaden aus. Insgesamt schied er sieben Mal im Verlauf des Jahres aus, so dass es am Ende nur für den sechsten Platz in der Meisterschaft reichte. Nebenbei gründete Gordon zusammen mit seinem Crew Chief Ray Evernham das Team Gordon/Evernham Motorsports. Obwohl es nur recht kurzlebig war, hatte es dennoch einigen Erfolg. So konnte Pepsi als Hauptsponsor gewonnen werden und Gordon absolvierte mit Evernham sechs Rennen in der Busch Series. Nachdem Evernham nach einem Jahr von Dodge abgeworben worden war, fuhr Gordon noch die Saison 2000 in der Busch Series. Evernhams Anteil am Team wurde nach dessen Weggang von Rick Hendrick übernommen und das Team in JG Motorsports umbenannt.
Im Winston Cup lief es auch in der Saison 2000 nicht gut für Gordon. Zwar gewann er dreimal, darunter einmal beim DieHard 500 auf dem Talladega Superspeedway, und fiel nur zweimal aus, aber insgesamt reichte es am Ende nur für Platz neun in der Meisterschaft, seine bis dato schlechteste Saison seit seinem Rookie-Jahr 1993. In der Saison 2001 kehrte der Erfolg zurück: Mit sechs Siegen, einem beim Brickyard 400, 18 Top-5- und 24 Top-10-Ergebnissen strich Gordon insgesamt 10.879.757 US-Dollar an Preisgeld ein und sicherte sich seinen vierten Meistertitel.
In der Saison 2002 siegte Gordon insgesamt drei Mal, darunter sein insgesamt fünfter Erfolg beim Southern 500. Mit insgesamt 13 Top-5- und 20 Top-10-Ergebnissen belegte er am Saisonende Platz vier in der Meisterschaft. Ähnlich verlief die Saison 2003. Auch hier gewann Gordon drei Mal, darunter beide Saisonrennen auf dem Martinsville Speedway, und erzielte 15 Top-5- und 20 Top-10-Ergebnisse. Wie auch im Vorjahr wurde Gordon Vierter in der Meisterschaft.
In der Saison 2004 gewann Gordon fünf Rennen, darunter sein vierter Erfolg beim Brickyard 400 und der Sieg beim Aaron’s 499. Obwohl er bezogen auf die durch die einzelnen Rennen vergebenen Punkte mehr als alle anderen Fahrer erzielte, wurde Gordon nur Dritter in der Meisterschaft – ein Resultat des in dieser Saison neu eingeführten Chase for the Nextel Cup, nachdem die R.J. Reynolds Tobacco Company als Hauptsponsor der Serie ausgestiegen war und der Name von Winston Cup in Nextel Cup gewechselt hatte.
Im Jahr 2005 startete Gordon mit einem Sieg beim Daytona 500 in die Saison, litt jedoch unter mangelnder Konstanz. Trotz einiger guter Ergebnisse vor dem Beginn des Chase schaffte er es nicht, sich dafür zu qualifizieren. Trotz drei Ausfällen und dank einem Sieg beim Subway 500 wurde Gordon Elfter in der Meisterschaft und sicherte sich den Bonus von einer Million US-Dollar als bester nicht für den Chase qualifizierter Fahrer. Dennoch war der elfte Platz das schlechteste Ergebnis seit seiner Rookie-Saison 1993.
In der Saison 2006 siegte Gordon beim Dodge/Save Mart 350 auf dem Infineon Raceway und erzielte damit seinen ersten Sieg der Saison und den insgesamt neunten auf einem Straßenkurs. Ein weiterer Sieg folgte am 9. Juli auf dem Chicagoland Speedway beim USG Sheetrock 400. Es war Gordons erster Sieg auf dieser Strecke und gleichzeitig auch für Hendrick Motorsports. Gordon qualifizierte sich für den Chase for the Nextel Cup, aber sechs Top-10-Ergebnissen standen vier Ergebnisse außerhalb der Top 20 gegenüber. Aufgrund dieser Leistungen reichte es in der Meisterschaft nur für den sechsten Platz. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Gordon während seiner Karriere im Cup bereits ein Preisgeld in Höhe von 82.838.526 US-Dollar gewonnen.