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Jeanne de Valois

Königin von Frankreich und Herzogin von Orleans

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Jeanne de Valois (auch Jeanne de France; deutsch Johanna von Valois oder Johanna von Frankreich; * 23. April 1464; † 4. Februar 1505 in Bourges) war Tochter Ludwigs XI. von Frankreich und dessen zweiter Ehefrau Charlotte von Savoyen. Einige ihrer Namen und Titel waren Herzogin von Orléans, Königin von Frankreich, Herzogin von Berry sowie Äbtissin von Bourges.

Da Prinzessin Johanna verkrüppelt war und als gebärunfähig galt, wurde sie von ihrem Vater als Ehefrau für Ludwig, Herzog von Valois-Orléans, bestimmt. Am 8. September 1476 heiratete Johanna den Verwandten. Damit sollten die Angehörigen der Nebenlinie Valois-Orléans nach dem Willen des Königs als Konkurrenten um die französische Krone ausgeschaltet werden. Die Erbfolge dieser Nebenlinie trat jedoch 1498 mit dem Tod von Johannas Bruder Karl VIII. ein, da dessen Kinder aus der Ehe mit Anne de Bretagne vor ihm verstorben und somit die Hauptlinie des Hauses Valois im Mannesstamm erloschen war. Nach der Krönung zum französischen König Ludwig XII. am 27. Mai 1498 in Reims wurde Johannas Ehemann auch zum König von Sizilien, Apulien, Kalabrien und Neapel, zum König von Jerusalem und zum Herzog von Mailand ausgerufen. Die Ehe mit Johanna war erwartungsgemäß kinderlos geblieben. Deshalb begann Ludwig XII. kurz nach dem Tod seines Vorgängers Karl VIII. Verhandlungen mit Papst Alexander VI., um eine Annullierung seiner Ehe zu erreichen, um Anne de Bretagne, die Witwe seines Vorgängers heiraten zu können.

Am 10. August 1498 berief Papst Alexander VI. eine Kommission aus einem Kardinal und zwei Bischöfen ein, die die Annullierung der Ehe zwischen Johanna von Frankreich und Ludwig XII. prüfen sollte. Fernando de Almeida o Coutinho (1493–1499), Louis d’Amboise und Philipp von Luxemburg luden Johanna zu einer Prüfung des Anliegens ihres Mannes vor. Ludwig schwor vor der Kommission, die Ehe nie vollzogen zu haben und von seinem Vater zur Eheschließung gezwungen worden zu sein. Eine Prüfung ihrer Jungfräulichkeit lehnte Johanna ab. Sie fügte sich schließlich der Entscheidung der Kommission bzw. den Wünschen ihres Mannes. Kurz nach der Thronbesteigung ihres Mannes als König Ludwig XII. wurde die Ehe nach 22 Jahren am 17. Dezember 1498 in einem für sie äußerst demütigenden Prozess für nichtig erklärt. Sie erhielt als Abfindung das Herzogtum Berry mit dem dazugehörigen Titel einer Herzogin.

Johanna zog sich am 15. März 1499 auf ihr Schloss in Bourges zurück und regierte von hier ihr Herzogtum. 1501 gründete sie den kontemplativen Orden der Annuntiatinnen oder von den zehn Tugenden der Jungfrau Maria, dem sie 1504 beitrat. Nach ihrer Profess nahm sie den Namen Gabriela Maria an.

1743 wurde Johanna durch Papst Benedikt XIV. selig und am 28. Mai 1950 von Papst Pius XII. heiliggesprochen.

Ferdinand Holböck: Geführt von Maria. Marianische Heilige aus allen Jahrhunderten der Kirchengeschichte. Christiana Verlag, Stein am Rhein 1987, ISBN 3-7171-0892-1, S. 344–348.

Wilhelm Schamoni: Das wahre Gesicht der Heiligen. 5. Auflage. Christiana-Verlag u. a., Stein am Rhein u. a. 1975, ISBN 3-7171-0598-1, S. 138–139.

Rainer Witt: Johanna von Valois. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 3, Bautz, Herzberg 1992, ISBN 3-88309-035-2, Sp. 193–194.

Gerd A. Treffer: Johanna von Valois begegnen. Sankt-Ulrich-Verlag, Augsburg 2000, ISBN 978-3-929246-50-6.

James Blake Wiener: Die Frau hinter der Maske: Jeanne de France. im Blog des Schweizerischen Nationalmuseums

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