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Jean Laplanche

Französischer Autor und Theoretiker der Psychoanalyse

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Jean Laplanche (* 21. Juni 1924 in Paris; † 6. Mai 2012 in Beaune, Burgund) war ein französischer Autor und Theoretiker der Psychoanalyse.

Laplanche ist insbesondere durch seine Arbeiten auf dem Gebiet der psychosexuellen Entwicklung und über Freuds Verführungstheorie, die er verallgemeinerte, bekannt. Gemeinsam mit Jean-Bertrand Pontalis verfasste er das Standardwerk Das Vokabular der Psychoanalyse.

Das Journal Radical Philosophy beschreibt ihn als „the most original and philosophically informed psychoanalytic theorist of his day“.

Jean Laplanche wurde am 21. Juni 1924 in Paris, im 4. Arrondissement geboren.

Er wuchs in der Region Côte-d’Or auf. In seiner Jugend war er in einer Gruppe namens Action catholique aktiv, einer linksgerichteten Organisation, die sich für soziale Gerechtigkeit einsetzte. In den 1940er Jahren studierte Laplanche Philosophie an der Pariser École normale supérieure, unter anderem bei Jean Hyppolite, Gaston Bachelard und Maurice Merleau-Ponty. Unter dem Vichy-Regime schloss Laplanche sich 1943 der Résistance an. Er war eines der Gründungsmitglieder der Organisation Socialisme ou barbarie, wandte sich von dieser Gruppe jedoch, unter anderem aufgrund von Differenzen mit Cornelius Castoriadis, bald wieder ab.

Von 1946 bis 1947 studierte er ein Jahr in Harvard, allerdings nicht am dortigen Institut für Philosophie, sondern am Institut für Soziale Beziehungen. Zu dieser Zeit wuchs sein Interesse für die Psychoanalyse. Nach der Rückkehr nach Frankreich nahm Laplanche an den Seminaren Jacques Lacans teil und absolvierte bei diesem eine Lehranalyse. Nach einem Studium der Medizin praktizierte er selbst als Analytiker und trat der International Psychoanalytical Association bei. 1961 wurde ihm durch Daniel Lagache eine Position an der Sorbonne in Paris angeboten.

Nach seinem Bruch mit Lacan im Jahr 1964 gründete er mit anderen die Association psychanalytique de France und wurde 1969 zu ihrem Präsidenten gewählt. Dieser Fachgesellschaft stand er bis 1971 vor, als er durch seinen langjährigen Freund Jean-Bertrand Pontalis abgelöst wurde.

1986 berief man ihn zum Doktor honoris causa an die Universität Lausanne, später auch an die Universität Buenos-Aires und an die Universität Athen. 1990 verlieh man ihm den Titel des Knight of Arts and Letters, 1995 erhielt er den Mary S. Sigourney Award. Später hat er sich als Professor émérite an der Sorbonne (Universität Paris VII) aus der Lehrtätigkeit zurückgezogen.

Laplanches gesammelte Vorlesungen an der Universität Paris VII sind auf Französisch in sieben Bänden unter dem Titel Problématiques veröffentlicht.

Ab 1966 teilten Jean Laplanche und seine Frau Nadine Laplanche, die 1950 heirateten, ihr Leben zwischen Paris und Burgund, im Château de Pommard, wo Jean-Louis Laplanche Weinbauer war. Das Familiengut mussten Jean und Nadine Laplanche im November 2003 verkaufen. Nadine Laplanche ist im April 2010 verstorben.

Im Jahre 1988 begann die kollektive Übersetzung der Gesamtwerke von Sigmund Freud ins Französische, die OCFP, unter der wissenschaftlichen Leitung von Laplanche beim Verlag Presses Universitaires de France, wo Laplanche auch als Herausgeber tätig war.

Im Jahr 2006 gestaltete Elisabeth Putz ein Porträt von Laplanche, als er im Mai anlässlich des 150. Geburtstages von Sigmund Freud in Wien einen Festvortrag hielt. Es wurde im August gesendet und wird in der Philosophischen Audiothek, die vom Institut für Philosophie der Universität Wien betrieben wird, zur Verfügung gestellt.

Jean Laplanche ist am 6. Mai 2012 in Beaune gestorben.

1995: Mary S. Sigourney Award.

Hölderlin et la question du père. PUF, Paris 1961.

mit Serge Leclaire: L’inconscient une étude psychanalytique. (Colloque de Bonneval, automne 1960). In: J. Laplanche: Problématiques IV L’inconscient et le ça. PUF Paris 1981, S. 261–321.

mit Jean-Bertrand Pontalis: Fantasme originaire Fantasmes des origines Origines du fantasme. Hachette, Paris 1961.

mit Jean-Bertrand Pontalis: Vocabulaire de la psychanalyse. éd. 2004 PUF-Quadrige, No 249, Paris 1967, ISBN 2-13-054694-3.

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