An diesem Tag

Jean-Jacques Goldman

Französischer Komponist und Musikinterpret

Anúncio

Jean-Jacques Goldman [ʒɑ̃.ʒak gɔld'man] (* 11. Oktober 1951 in Paris) ist ein französischer Komponist und Interpret. Unter seinem eigenen Namen verkaufte er etwa 30 Millionen Tonträger. Er ist zudem unter den Pseudonymen Sweet Memories und Sam Brewski tätig und schrieb auch Lieder für andere Interpreten wie Johnny Hallyday, Patricia Kaas und Céline Dion.

Goldmans Mutter, Ruth Ambrunn (1922–2008), stammte aus München, sein Vater, Alter Mojze Goldman (1909–1988), aus Lublin in Polen. Beide waren jüdischer Herkunft und betrieben ein Sportartikelgeschäft in Montrouge. Jean-Jacques ist das dritte ihrer vier Kinder. Sein jüngerer Bruder, Robert Goldman, ist ebenfalls als Komponist erfolgreich.

Jean-Jacques Goldman lernte von seinem fünften Lebensjahr an, Klavier und Violine und später Gitarre zu spielen. Er besuchte das Collège du Haut-Mesnil in Montrouge und danach das Lycée François-Villon in Paris, wo er 1969 das Abitur ablegte.

Am 7. Juli 1975 heiratete er Catherine Morlet, mit der er drei Kinder hat. 1997 wurde die Ehe geschieden, und im Oktober 2001 heiratete er Nathalie Thu Huong-Lagier, eine Mathematikstudentin und Fan von ihm, die 2007 zum Doktor der reinen Mathematik („Mathematique pure“ im Gegensatz zur „Mathematique appliquée“, der angewandten Mathematik) promovierte. Das Paar hat drei gemeinsame Töchter. Nach Aufenthalten in Marseille (2011–2016) und London (2016–2021) lebt die Familie heute in Marseille.

Erste Erfolge als Gruppenmitglied und schwieriger Start als Solist

Zwischen 1965 und 1967 sang Goldman in einer Musikgruppe der katholischen Kirche in Montrouge namens Red Mountain Gospellers (Gospelsänger von Red Mountain) und spielte auf der von der Kirchengemeinde neu angeschafften elektrischen Orgel. In jener Zeit erlernte er auch das Bluesgitarrenspiel. Von 1968 bis 1970 war er Mitglied der Gruppe The Phalanster, mit der er in Pariser Vororten auftrat. Weitere Mitglieder der Gruppe waren Christian und Alex Gibson, die als Gibson Brothers 1980 Erfolge in der Disco-Szene hatten.

Nach dem Wehrdienst trat Goldman 1975 der Gruppe Taï Phong bei, deren Stil mit dem der Gruppe Genesis der 1970er Jahre vergleichbar war. Als Sänger, Komponist und Instrumentalist wirkte er an drei Alben mit. Alle Stücke der Band hatten englische Texte; das Lied Sister Jane des ersten Albums erzielte einen beachtlichen Erfolg. Bei Taï Phong traf Goldman seinen späteren Freund und musikalischen Weggefährten Michael Jones. 1979 verließ Goldman die Gruppe.

Nach dem Besuch eines Konzerts des Chansonniers Léo Ferré war er überzeugt, dass er auch erfolgreich in französischer Sprache singen könne, und brachte 1976 seine erste Solo-Single heraus. Weder diese noch die zweite (1977) und dritte Single (1978) waren ein Erfolg.

Nachdem Goldman mit der Plattenfirma Epic Records einen Vertrag über fünf Musikalben unterzeichnet hatte, nahm er 1981 seine erste Langspielplatte auf. Deren von ihm favorisierten Titel, Démodé („Aus der Mode gekommen“), lehnte die Plattenfirma zwar ab, inoffiziell wurde es jedoch oft so bezeichnet; der offizielle Titel war Jean-Jacques Goldman. Sein Durchbruch als Solist erfolgte in Frankreich im selben Jahr mit der Single-Auskopplung Il suffira d’un signe, die 500.000 Mal verkauft wurde. Goldman dachte darüber nach, mit dem Gewinn in das Sportgeschäft seiner Eltern einzutreten.

Auch der für das Nachfolgealbum vorgesehene Name Minoritaire („einer Minderheit angehörig“) stieß bei Epic auf Skepsis, da, so die Befürchtung der Plattenfirma, dieser Begriff als abwertend hätte empfunden werden können. Daher wurde auch dieses Album unter dem Titel Jean-Jacques Goldman vermarktet. Es verkaufte sich 900.000 Mal, Single-Auskopplungen wie Quand la musique est bonne, Comme toi und Au bout de mes rêves wurden zu Hits. Durch den anhaltenden Erfolg ermutigt, nahm Goldman sein drittes Album, Positif, auf, das über eine Million Mal verkauft wurde und Hits wie Encore un matin, Envole-moi und Long Is the Road (Américain) enthält.

1985 veröffentlichte Goldman sein viertes Album mit dem Titel Non homologué, das sich mehr als 1,3 Millionen Mal verkaufte. Die ausgekoppelte Single Je marche seul erreichte den zweiten Platz der französischen Verkaufs-Hitparade. Das im Album enthaltene Lied Je te donne ist ein Duett mit Michael Jones und wurde Goldmans erster Nummer-eins-Hit in Frankreich. Weitere Hits aus diesem Album waren Pas toi, La Vie par procuration und Famille.

Im selben Jahr startete Goldmans große Frankreichtournee, Deuxième visite…, während der er auch an achtzehn Abenden hintereinander (vom 3. bis zum 20.12.) im Zénith in Paris auftrat. Auf dieser Tour entstand das sehr erfolgreiche Live-Album En public. Zu Beginn der Konzertreihe veröffentlichte der Kritiker Patrice Delbourg am 5. Dezember in der Zeitschrift L'Événement du jeudi einen Verriss; darin hieß es: „Goldman ist wirklich scheiße.“ Goldman reagierte umgehend und veröffentlichte in den Tageszeitungen Libération und France Soir je eine Anzeigenseite mit den schlechtesten Kritiken, die er je erhalten hatte (aus dem Nachrichtenmagazin L’Express, der Schweizer Zeitung 24 heures und französischen Regionalzeitungen). Auch die Kritik Delbourgs wurde in der Anzeige nochmals fast vollständig abgedruckt sowie eine handschriftliche Botschaft Goldmans an seine Fans: „Danke, dass Sie trotzdem gekommen sind.“ Ebenfalls im Jahr 1985 schrieb und komponierte Goldman für Johnny Hallyday die Lieder seines Albums Gang. Mehrere wurden zu Hits und von Halliday in sein festes Repertoire aufgenommen: Je t’attends, J’oublierai ton nom, Je te promets, Laura und L’Envie.

1987 veröffentlichte Goldman das Doppelalbum Entre gris clair et gris foncé. Es verkaufte sich über 2 Millionen Mal und enthält Hits wie Là-bas, ein Duett mit Sirima, Puisque tu pars und Il changeait la vie. Nach einer Entre gris clair et gris foncé betitelten Tournee, in der Goldman nicht sich selbst, sondern seine Musiker in den Vordergrund stellte, veröffentlichte er 1989 das Livealbum Traces.

Obwohl seine Musik Ende der 1980er Jahre, etwa im studentischen Milieu, in Deutschland als Geheimtipp galt, schaffte er es hier nicht in die Verkaufs-Charts. 1989 trat er in Deutschland auf, unter anderem in der Theaterfabrik bei München und im Quartier Latin in Berlin.

Das Trio Fredericks-Goldman-Jones

1990 begann eine neue Phase in Goldmans Karriere, in der er zusammen mit Michael Jones und Carole Fredericks unter dem Bandnamen Fredericks-Goldman-Jones tätig war. Um Goldman nicht in den Vordergrund zu stellen, wurden die Namen in alphabetischer Reihenfolge genannt. Die Musik der Gruppe bestand aus aufwendigen Arrangements, die sowohl solo als auch im Duett oder Trio gesungen wurden.

Das erste Album der Gruppe hieß Fredericks Goldman Jones und verkaufte sich 2 Millionen Mal. Es enthält Erfolgsstücke wie Nuit, À nos actes manqués und Né en 17 à Leidenstadt sowie Un, deux, trois und C’est pas d’l’amour.

1993 erschien das Album Rouge, das nach dem Fall der Berliner Mauer teilweise in Moskau aufgenommen worden war. Neben dem Titelstück, Rouge, enthielt es die Stücke Juste après und Fermer les yeux und verkaufte sich fast 1,3 Millionen Mal.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken