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Jean-Auguste-Dominique Ingres

Französischer Maler des Klassizismus (1780–1867)

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Jean-Auguste-Dominique Ingres [ɛ̃ːgʀ] (* 29. August 1780 in Montauban; † 14. Januar 1867 in Paris) war ein französischer Maler und einer der bedeutendsten Vertreter der offiziellen Kunst im Frankreich des 19. Jahrhunderts.

Ingres lernte bei Jacques-Louis David und an der École des Beaux-Arts in Paris. Er gewann 1801 mit dem Gemälde Achill empfängt die Bittgesandtschaft des Agamemnon den angesehenen Prix de Rome, konnte aber hiernach nicht an diesen Erfolg anknüpfen. 1806 trat er das mit dem Preis verbundene Rom-Stipendium an und blieb auch nach dessen Ende in Italien. Seine Werke aus dieser Zeit stießen oftmals auf harte Kritik. Erst 1824 kehrte Ingres anlässlich seines Erfolges beim Salon de Paris nach Frankreich zurück und wurde zum anerkannten Künstler seiner Zeit. 1825 verlieh ihm der König das Kreuz der Ehrenlegion, 1829 wurde er zum Professor an der École des Beaux-Arts berufen. Nach einem Misserfolg im Salon des Jahres 1834 beschloss Ingres, in Zukunft nicht mehr dort auszustellen, und kehrte 1835 als Direktor der Académie de France à Rome nach Rom zurück. Nach dem Ende seiner dortigen Amtszeit kam er 1841 nach Paris zurück und setzte seine Lehrtätigkeit an der École des Beaux-Arts fort, zehn Jahre später erhielt er dort den Posten eines Direktors. In den letzten Jahren seines Lebens legte Ingres besonderen Wert auf sein künstlerisches Gesamtwerk und die Festigung seines Ruhmes. Er begann 1851 damit, in seiner Heimatstadt mit Schenkungen das ihm gewidmete Musée Ingres zu begründen, dem er auch im Nachlass viele Gemälde und Zeichnungen von sich und mit Verbindung zu ihm hinterließ.

Ingres war ein Vertreter des Klassizismus und stand vor allem mit Eugène Delacroix als Maler der französischen Romantik in starker Konkurrenz. In der Gegenposition zu der von Delacroix vertretenen Malweise wurde Ingres als Bewahrer der Tradition gefeiert. Seine Werke wiesen jedoch auch Vorgriffe auf die Moderne auf. So ordnete er häufig die Wirklichkeitsdarstellung seiner eigenen Vorstellung unter, was oftmals zu perspektivischen Ungenauigkeiten und anatomisch unmöglichen Darstellungen führte. Diese subjektiven Einflüsse in das Werk wurden Ingres von der Kritik als Unvermögen ausgelegt. Ingres fertigte Historiengemälde, Porträts und Akte an, für die er meist eine Vielzahl von Vorzeichnungen anfertigte. Darüber hinaus gibt es noch eigenständige Zeichnungen. Er selbst betrachtete seine Historien als wichtigste Gruppe in seinem Werk, der er sich vor allem in seinen Anfangsjahren aufgrund der Notwendigkeit, den Lebensunterhalt zu verdienen, nicht so stark widmen konnte, wie er wollte. Daneben war er ein gefragter Porträtmaler, der viele bedeutende Persönlichkeiten seiner Zeit malte. Zu seinen wichtigsten und bekanntesten Werken gehören Das türkische Bad, Die große Badende, Napoleon I. auf seinem kaiserlichen Thron, Die Apotheose Homers und Antiochus und Stratonike. Jean-Auguste-Dominique Ingres übte einen großen Einfluss auf die Künstler seiner Zeit und nachfolgende Künstlergenerationen aus. Seine Werke wurden unter anderem von Pablo Picasso, Pierre-Auguste Renoir und Cindy Sherman rezipiert.

Jean-Auguste-Dominique Ingres wurde am 29. August 1780 in der südfranzösischen Stadt Montauban als ältestes von sieben Geschwistern geboren. Sein Vater Jean-Marie-Joseph Ingres (1754–1814) war Maler, Bildhauer, Miniaturist, Architekt und Stuckateur und wurde zudem 1790 Mitglied der Toulouser Académie Royale de Peinture, Sculpture et Architecture. Auch wenn die überlieferten Werke von Jean-Marie-Joseph Ingres eher konventionell sind und er nur regionale Bedeutung besaß, urteilte Jean-Auguste-Dominique äußerst positiv über seinen Vater und attestierte ihm in späteren Jahren, dass er, hätte er die Möglichkeiten gehabt, die er seinem Sohn bot, der wichtigste Künstler seiner Zeit in Frankreich hätte werden können. In der Werkstatt seines Vaters malte Ingres im Alter von zehn Jahren erste Porträts von Familienmitgliedern, kopierte alte Gemälde, von denen Reproduktionen im Haus hingen, und zeichnete nach Gipsabgüssen antiker Skulpturen. Bereits zu dieser Zeit lernte er die Tradition des Profilporträts von Charles-Nicolas Cochin (1715–1790) und die Physionotrace, einen Vorläufer der Photographie, kennen und geriet damit schon früh in seinem Leben mit der Problemstellung von Abbild und Wirklichkeit in Berührung. Neben der zeichnerischen und malerischen Ausbildung erhielt Ingres auch Musikunterricht durch seinen Vater und erlernte so das Spielen der Geige. Sein Vater veranlasste über die eigenhändige Ausbildung seines Sohnes hinausgehend auch dessen weitere künstlerische Ausbildung. So begann Jean-Auguste-Dominique Ingres 1791, im Alter von elf Jahren, sein Studium an der Kunstakademie in Toulouse, deren Mitglied sein Vater war. Dort waren der Maler Joseph Roques (1757–1847), der Landschaftsmaler Jean Briant (1760–1799) und der Bildhauer Jean-Pierre Vigan (1754–1829) seine Lehrer. Aus der Studienzeit in Toulouse sind nur wenige Werke erhalten geblieben, welche die zu dieser Zeit übliche Auseinandersetzung mit den Bildwerken der Antike belegen. Er gewann zudem einige akademische Preise wie etwa den premier prix de composition im Jahr 1795 und den grand prix de peinture 1796.

Trotz des erfolgreichen Ausbildungsbeginns war der entscheidende Schritt für den jungen Künstler der Umzug nach Paris. Im August 1797 begann Ingres sein Studium beim klassizistischen Maler Jacques-Louis David in dessen Atelier im Louvre, das in der Revolutions- und Kaiserzeit die bedeutendste Ausbildungsstätte für junge Künstler in Frankreich war. Dort erwarb Ingres schnell die Aufmerksamkeit der Mitschüler und seines Lehrers. Nach dem bloßen Kopieren in der Werkstatt seines Vaters und der Toulouser Akademie widmete sich Ingres nun den Vorbereitungen auf die Wettbewerbe der École des Beaux-Arts, in die er im Oktober 1799 aufgenommen wurde. Aus dieser Zeit stammen seine ersten erhalten gebliebene Akte und Historiengemälde. In den beiden folgenden Jahren nahm er erfolgreich am Prix de Rome der École des Beaux-Arts teil. 1800 erreichte er den zweiten Platz, im Jahr 1801 gewann er mit seinem Historiengemälde Achill empfängt die Bittgesandschaft des Agamemnon und erhielt das damit verbundene Rom-Stipendium.

Im Jahr 1803 erhielt Jean-Auguste-Dominique Ingres seinen ersten Regierungsauftrag. Für die Stadt Lüttich fertigte er das Porträt Bonaparte als erster Konsul an. Ingres begann 1805 mit den Arbeiten an dem Gemälde Napoleon I. auf seinem kaiserlichen Thron, mit dem er im folgenden Jahr erstmals am Pariser Salon der Académie des Beaux-Arts teilnahm. Das Bild stieß auf erhebliche Kritik, weil sich sein Stil dem Zeitgeschmack widersetzte. Im Oktober 1806 trat Ingres sein Stipendium in Rom an der Französischen Akademie in der Villa Medici an. Im folgenden Jahr löste er seine Verlobung mit Julie Forestier auf und kehrte nicht wie geplant nach Paris zurück. 1808 zeigte er seine neuen Gemälde Die große Badende und Ödipus und die Sphinx in der Ausstellung der Académie de France und erhielt schlechte Kritiken für diese.

Als Ingres’ Stipendium 1810 endete, beschloss er, noch länger in Italien zu bleiben. Er zog in die Via Gregoriana in Rom und lernte unter anderem den Maler Charles Marcotte kennen. 1813 heiratete Jean-Dominique Ingres in Rom Madeleine Chapelle, die er zuvor nur brieflich kennengelernt hatte. Ebenfalls in diesem Jahr malte er seine erste Version von Raffael und die Fornarina, einem Motiv, dem er sich immer wieder widmen sollte. Im Jahr 1814, dem Todesjahr seines Vaters, reiste Ingres nach Neapel. Dort malte er Porträts von Caroline Murat, der jüngeren Schwester Napoleons und Königin von Neapel, sowie anderen Mitgliedern der königlichen Familie. Im folgenden Jahr war er erneut von einem Schicksalsschlag betroffen, als das Kind des Ehepaars Ingres bei der Geburt verstarb. Das Paar blieb in der Folge kinderlos. Die Mutter von Jean-Auguste-Dominique Ingres verstarb 1817. In diesem Jahr erhielt er zwei Gemäldeaufträge des französischen Botschafters in Rom. So entstanden Christus übergibt Petrus die Schlüssel des Paradieses und Roger befreit Angelika. 1819 stellte Ingres erneut mehrere Bilder im Salon de Paris aus und erhielt wieder negative Kritiken.

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