An diesem Tag

Janosch

Deutscher Kinderbuchautor, Zeichner, Schriftsteller und Romanschreiber (* 1931)

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Janosch (bürgerlich Horst Eckert; * 11. März 1931 in Hindenburg/Oberschlesien) ist ein deutscher Illustrator und Schriftsteller. Er ist vor allem für seine illustrierten Kindergeschichten wie Oh, wie schön ist Panama, Post für den Tiger und Ich mach dich gesund, sagte der Bär bekannt, die zum Teil als Janoschs Traumstunde verfilmt wurden. Außerdem ist er der Schöpfer der Tigerente, hat aber auch eine Reihe von Büchern für Erwachsene verfasst.

Janosch wurde unter dem Namen Horst Eckert als Sohn von Johann Eckert und dessen Frau Hildegard, geb. Głodny, in Hindenburg/Oberschlesien (polnischer Name: Zabrze) in eine katholische Familie geboren. Er wuchs bei seinen Großeltern in einem sogenannten Familok auf, bis sich seine Eltern eine eigene Wohnung leisten konnten. Sein Vater, von Beruf Metallurg und während des Zweiten Weltkrieges zum Wehrdienst einberufen, war Alkoholiker und gewalttätig gegenüber seiner Familie. Seine Mutter galt als streng gläubig.

Als Kind erkrankte Janosch an Gelbsucht, die mit selbstgebranntem Schnaps behandelt wurde. Er war zudem Mitglied in einer nach eigener Aussage „intensiv gepeinigten jesuitischen Jugendgruppe“ der Marianischen Kongregation. 1944 begann er in einer Schlosserei eine Lehre zum Schmied, die er als seine „allerwichtigste Zeit im Leben“ beschreibt, da man ihm beigebracht habe: „Es gibt nichts, was nicht geht.“

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der Heimkehr seines Vaters 1946 flüchteten die Eltern mit Janosch von Oberschlesien nach Niedersachsen. Die polnischen Behörden hatten der Familie im selben Jahr zwar die polnische Staatsangehörigkeit zugebilligt und einen entsprechenden Bescheid an ihre Wohnadresse (nunmehr ul. Kowalska 11a) verschickt, jedoch erreichte das Schreiben sie nicht rechtzeitig vor ihrer Flucht. Nach mehreren Stationen in Nordhorn und Bad Zwischenahn, wo Janosch jahrelang in Textilfabriken arbeitete, besuchte er schließlich die Werkkunstschule Krefeld, an der er an einem Lehrgang für Musterzeichnen bei Gerhard Kadow, einem Schüler von Paul Klee, teilnahm.

Nach einem kurzen Aufenthalt in Paris zog er 1953 nach München, wo er an der Akademie der Bildenden Künste unter anderem bei Ernst Geitlinger studierte, das Kunststudium wegen „mangelnder Begabung“ nach einigen Probesemestern allerdings abbrechen musste. Bei Romano Guardini studierte er „lange am katholischen Christentum herum“. Danach arbeitete er als freischaffender Künstler. 1956 begann seine schriftstellerische Tätigkeit im Feuilleton. Ein Freund riet ihm, aus seinen Zeichnungen ein Kinderbuch zu machen, und sein Verleger Georg Lentz, sich „Janosch“ zu nennen. 1960 erschien sein erstes Kinderbuch, Die Geschichte von Valek dem Pferd, bei dem mit ihm befreundeten Verleger, 1970 sein erster Roman Cholonek oder Der liebe Gott aus Lehm.

1980 zog Janosch, ursprünglich zur Erholung von einer Krankheit, in ein Haus in den Bergen von Teneriffa, das er aber bald als seinen ständigen Wohnsitz auswählte. In einem Interview antwortete Janosch auf die Frage, warum er so ungern Interviews gebe: „Ich bin wirklich Autist. Am liebsten wäre ich unsichtbar.“

Einige seiner bekanntesten Figuren sind Schnuddel oder die Tigerente, die zusammen mit dem Tiger und dem Bären in Post für den Tiger, Oh, wie schön ist Panama (verfilmt unter dem gleichen Titel) und Ich mach dich gesund, sagte der Bär auftrat. Janosch zeichnet und schreibt jedoch nicht nur Kinderbücher. In seinen Publikationen für Erwachsene verarbeitet er unter anderem Erlebnisse seiner Kindheit. Die Ablehnung gottesfürchtiger Religiosität, die Befürwortung familiärer Beziehungen, Freundschaft und die Frage nach dem Sinn des Lebens sind immer wieder Thema für ihn.

1985 und 1989 wurden seine Geschichten als Janoschs Traumstunde für das Fernsehen der ARD produziert.

Ab den frühen 2000er Jahren bündelte Janosch alle urheberrechtlichen Erlösansprüche und viele weitere Rechte an seinem Werk in der Janosch film & medien AG, die diese auch heute noch hält und verwaltet. Janosch war zunächst Mehrheitseigner der Gesellschaft, deren Aktien an der Börse gehandelt werden. Sein eigenes Aktienpaket veräußerte Janosch nach eigenen Angaben nach und nach, über seine heutige Beteiligung ist nichts bekannt. Im Jahr 2024 war es dem Bilderbuchmuseum und der Stadt Troisdorf möglich, die Sammlung der Bilderbuch-Originalillustrationen anzukaufen. Das Haus verfügt damit über den weltweit größten Bestand von Janosch-Originalzeichnungen. Arbeiten aus allen Schaffensperioden des Künstlers werden in kleinen Kabinettausstellungen gezeigt, sofern es das aktuelle Ausstellungsprogramm zulässt.

2005 reiste Janosch auch in seine Heimatstadt (seit 1945 wieder Zabrze) und spielte sogar mit dem Gedanken, seinen ständigen Wohnsitz dorthin zu verlegen, was er jedoch nicht realisierte. In Interviews mit der polnischen Presse verwies er wiederholt auf seine Bindungen zu Oberschlesien und Polen. So sagte er: „Ich empfinde mich als Schlesier, dies ist meine Nationalität, dies ist meine Religion“. Und zudem: „Ich empfinde mich auch ein wenig als Pole. In meiner Familie ist nur der Name Eckert deutsch. Meine anderen Großeltern hießen Piecha, Morawiec, Głodny.“ Janosch spricht allerdings eigenen Angaben zufolge nur „ein wenig“ Polnisch.

Sein autobiografisches Buch Tagebuch eines frommen Ketzers wurde bisher noch nicht durch einen Verlag herausgegeben. Das erste Kapitel wurde jedoch ins Polnische übersetzt und 2005, nach seinem Besuch in Zabrze, in der größten polnischen Tageszeitung Gazeta Wyborcza veröffentlicht. Darin rechnet Janosch mit seiner konservativen oberschlesischen Familie ab. Janosch sagte in diesem Zusammenhang: „Katholisch geboren zu sein, ist der größte Unfall meines Lebens.“

Janosch gehörte dem Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung an, für die er kirchenkritische satirische Cartoons zeichnete. Auch ist er Unterstützer der „Spatzenkampagne“ der Deutschen Wildtier-Stiftung. Als Begründung für sein Engagement gibt er an, in gewisser Weise eine Schuld wiedergutmachen zu müssen, da sein Vater nebenberuflich Vogelfänger gewesen sei. Zudem engagiert er sich für die Nachsorgeklinik Tannheim.

Am 16. April 2010 kündigte Janosch im Rahmen einer Ausstellung seiner Arbeiten an, keine weiteren Bücher mehr schreiben zu wollen. Er wolle fortan nur noch „reisen und in der Hängematte liegen“ und halte sich ohnehin für unbegabt.

Am 25. Juli 2013 kündigte das ZEITmagazin sein Comeback mit einem wöchentlichen Beitrag für das Magazin an. In diesen Zeichnungen geht es nach Janoschs Worten „um mich: Wondrak, den neuen Superstar“. Um den 21. November 2019 erschien dort sein letzter Beitrag „Herr Janosch, wie sagt man Tschüss?“

2013 heiratete Janosch seine langjährige Lebensgefährtin Ines. Gemeinsam gründeten sie 2021 die Stiftung für Natur und Umwelt „Canarina“, deren Hauptziel der Schutz der Natur und Umwelt auf den Kanarischen Inseln ist.

Von Janosch sind bislang über 150 Bücher erschienen, die zum Teil in mehr als 30 Sprachen übersetzt wurden:

Die Geschichte von Valek dem Pferd. Georg-Lentz-Verlag, München 1960, ISBN 978-3-407-82114-0.

Valek und Jarosch. Georg-Lentz-Verlag, München 1960.

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