Jann Arden (* 27. März 1962 in Calgary, Alberta; gebürtig Jann Arden Richards) ist eine anglo-kanadische Sängerin, Musikerin (Singer-Songwriter), Autorin und Moderatorin.
Jann Arden wurde in Calgary geboren und zog als Kind nach Springbank, Alberta, wo sie die Springbank Community High School besuchte. Ihr Vater, Derrel Richards, war Bauunternehmer und ihre Mutter, Joan Bentley, war Zahnarzthelferin. Sie ist das mittlere von drei Kindern.
Sie spielte als Kind Eishockey, lernte auch Gitarre und Trompete, aber ihr musikalischer Schwerpunkt lag auf dem Gesang. Bereits mit dreizehn Jahren komponierte sie ihr erstes Lied. The Carpenters, John Denver und ABBA zählten damals zu ihren Vorbildern. Mit 17 Jahren nahm sie ihre Debütsingle Never Love a Sailor auf.
In ihren Zwanzigern sang sie in Pianobars und war Straßenmusikerin. Sie war Frontfrau verschiedener Bands. Sie ist seit 1989 Analkoholikerin und leidet nach eigenen Angaben immer wieder unter Angstzuständen bei Konzerten.
Sie engagiert sich ehrenamtlich, unter anderem für die Children's Wish Foundation, die World Vision und die East Africa Maternal Newborn Aid Society. Die Erlöse ihrer Single Stand by Me (1999) kamen dem North York General Hospital in Toronto zugute. Nachdem 2013 eine Überschwemmung in Alberta ihr Haus zerstört hatte, trat sie beim Alberta Flood Aid Concert in Calgary auf.
Jahrelang vermied Arden genauere Informationen zu ihrem Privatleben. Im Juli 2025 bestätigte sie Presseberichte, wonach sie mit der Aktivistin Thordis Elva liiert sei. Das Paar heiratete am 15. August 2026. Ihr spätes Bekenntnis begründete sie mit ihrem Unwillen, sich ein Etikett umzuhängen, und mit dem Schutz ihrer Partnerinnen.
Ihr Debütalbum Time for Mercy erschien 1993 und erreichte mit über 100.000 Verkäufen Platin in Kanada. Die zwei ausgekoppelten Singles I Would Die for You und Will You Remember Me erreichten die Top 20. Das nächste Album Living Under June (1994) machte sie endgültig zum Star in Kanada. Es erreichte dort und in Australien Platz 1, in den USA Platz 12, und in Italien Platz 5. Sie gewann mit dem Album einen weiteren Juno-Award. Sie nahm 2002 auch ein Live-Album mit dem Vancouver Symphony Orchestra auf. 2006 erhielt sie einen Stern auf dem Canada's Walk of Fame, darüber hinaus wurde sie mit sechs SOCAN (The Society of Composers, Authors and Music Publishers of Canada) Classic Awards geehrt, weil ihre Songs über 100.000 Mal im Radio gespielt wurden. 2007 war sie Vorgruppe von Michael Bublé bei seiner Tournee durch die USA, Europa und Australien. Ihr 2009 erschienenes Album Free konnte mit über 40.000 verkauften Schallplatten in Kanada wieder eine Goldene Schallplatte gewinnen. Free brachte Arden einen weiteren Juno-Award ein. 2018 wurde sie mit dem Order of Canada ausgezeichnet. 2020 wurde sie als „gefeierte Sängerin, Songwriterin, Schauspielerin, Moderatorin und Autorin“ in die Canadian Music Hall of Fame aufgenommen.
Einem größeren Publikum bekannt ist ihr Song Run Like Mad, der sich mit Paula Coles I Don’t Want To Wait als Titelsong der Fernsehserie Dawson’s Creek abwechselte.
Ihr Song You Don´t Know Me war im Film Die Hochzeit meines besten Freundes (1997) mit Julia Roberts zu hören.
Neben ihrer Karriere als Musikerin kann Jann Arden auch auf erfolgreiche Auftritte im Fernsehen zurückblicken. 1997 moderierte sie die Juno-Awards. Danach arbeitete sie als Moderatorin, Schauspielerin und Rundfunksprecherin. Sie erhielt 2003 für die Sendung The True Meaning of Christmas Specials eine Nominierung für den Gemini Award in der Kategorie „Beste Darbietung oder Moderation in einer Varieté-Sendung oder -Serie“.
Als Schauspielerin gab sie einer Figur in der Teletoon-Zeichentrickserie Eddy the Eco Dog (1998–2002) ihre Stimme. Sie spielte in dem kanadischen Spielfilm White Lies (2001) mit, war in Fernsehserien wie Big Sound, This Hour Has 22 Minutes, Royal Canadian Air Farce, Corner Gas, Hell on Wheels, Workin’ Moms, Private Eyes und The Rick Mercer Report zu sehen.
Jann Arden spielt melodische Popmusik, oft sehr melancholisch und mitunter dramatisch. Sie selbst nennt auch Folk und Folkrock als ihre Heimat.
Über ihren Auftritt beim Weihnachtskonzert 2017 schrieb Terry Stevens: „She had the audience in stitches with her dry wit, and her hilarious stories from start to finish.“ (Sie brachte das Publikum von Anfang bis Ende mit ihrem trockenen Humor und ihren urkomischen Geschichten zum Lachen.) Über ihren Gesang urteilte er: „Her voice rose and fell flawlessly.“ (Ihre Stimme wechselte makellos zwischen hohen und tiefen Tönen).
1993: Time for Mercy (CA: Platin)
1997: Happy? (CA: ×2Doppelplatin )
2000: Blood Red Cherry (CA: Gold)
2001: Greatest Hurts (CA: Platin)
2002: Live with the Vancouver Symphony Orchestra