An diesem Tag

Janko Tipsarević

Serbischer Tennisprofi

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Janko Tipsarević (serbisch-kyrillisch Јанко Типсаревић; * 22. Juni 1984 in Belgrad) ist ein ehemaliger serbischer Tennisspieler.

Er begann mit sechs Jahren mit dem Tennisspielen und trat mit acht Jahren dem New Belgrade Tennis Club bei, er hätte auch in Miami oder Barcelona trainieren können. 2001 gewann er die Junior Australian Open, erreichte das Viertelfinale bei den Junior French Open und beendete das Jahr auf Platz zwei der Junioren-Weltrangliste. Als Amateur gewann er außerdem das Future-Turnier in seiner Heimatstadt Belgrad.

Bereits im Jahr 2000 spielte er im Daviscup-Team (unter anderem mit Nenad Zimonjić). Das damals noch viertklassige Serbien schaffte mit seiner Hilfe und einem Sieg über Monaco die Rückkehr in die Drittklassigkeit. Er war der jüngste jugoslawische Daviscupspieler aller Zeiten (bis 2001 gab es noch ein Nationalteam Jugoslawien).

2002 wurde Tipsarević Profi, er gewann gleich zwei Future-Turniere in Mexiko. Im Jahr darauf gelang ihm in Zell am Harmersbach der erste Sieg auf Challenger-Ebene und in Torrance der erste Sieg gegen einen Top-100-Spieler. Er bezwang dort Dmitri Tursunov, der zu diesem Zeitpunkt die Nummer 91 der Tennis-Weltrangliste war.

2004 sollte dann der Durchbruch gelingen, aber nach einer Bilanz von 2:9 aus den ersten elf Challenger-Begegnungen flog er sogar aus den Top 200. Tipsarević fing sich wieder und konnte bis zum Ende des Jahres noch zwei Challenger-Turniere gewinnen. Mit dem Daviscup-Team feierte er zudem den Aufstieg in die zweithöchste Gruppe.

2005 versuchte er sich vermehrt bei ATP-Turnieren. Seine größten Erfolge waren der erstmalige Einzug in die Top 100 und das Erreichen der dritten Runde beim Grand-Slam-Turnier in Wimbledon. In den letzten 13 Spielen gab es allerdings nur noch zwei Siege. Am Jahresende war er nur noch die Nummer 140 der Welt.

Im folgenden Jahr gewann er vier Challenger-Titel und beendete das Jahr erstmals unter den Top 100 (Platz 65). Damit war er der zweitbeste Serbe hinter dem aufsteigenden Novak Đoković.

2007 verlief ähnlich, er gewann ein Challenger-Turnier in Zagreb und konnte sich erstmals in den Top 50 platzieren. Zu den Höhepunkten gehörten seine Auftritte in Wimbledon. Nach zwei Fünfsatzsiegen gegen Alexander Peya und Florent Serra traf er in der dritten Runde auf die damalige Nummer 6 der Weltrangliste, Fernando González, den er ebenfalls in fünf Sätzen besiegte. Tipsarević war der erste Spieler seit Jan Kodeš 1974, dem in Wimbledon drei Fünfsatzsiege in Folge gelangen. Im Achtelfinale verlor er gegen Juan Carlos Ferrero. Ein weiteres Ausrufezeichen war sein erstmaliger Einzug in das Halbfinale des ATP-Turniers von Moskau.

Gleich beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres 2008 sorgte Tipsarević erneut für Aufsehen, als er sich in der dritten Runde gegen die damalige Nummer 1, Roger Federer, erst im fünften Satz 8:10 geschlagen geben musste. Die weitere Saison verlief weitgehend konstant, mit ein paar Ausreißern nach oben (unter anderem Viertelfinale in Miami und Achtelfinale in Wimbledon). Am Jahresende war Tipsarević erstmals unter den 50 Besten der Welt.

Nach einer enttäuschenden Saison und dem Abrutschen bis auf Platz 79 spielte er wieder ein Challenger-Turnier in Mons. Dort gewann er ohne Satzverlust gegen durchaus starke Konkurrenz wie Alejandro Falla, Xavier Malisse oder Serhij Stachowskyj. Zwei Wochen nach diesem Turniersieg erreichte er in Moskau sein erstes Finale auf der ATP Tour, das er gegen seinen zeitweiligen Doppelpartner Michail Juschny knapp in drei Sätzen verlor. Beim Turnier in Valencia kam er abermals ins Halbfinale, unterlag dort aber Jürgen Melzer. Mit diesem „Schlussspurt“ landete er erneut unter den ersten 50 der Weltrangliste.

Auf der ATP Tour lief es bis Oktober nicht wirklich gut, doch dann feierte er mit dem serbischen Team einen historischen Sieg. Mit Tipsarević, Viktor Troicki, Nenad Zimonjić und Arsenije Zlatanović gewann Serbien erstmals den World Team Cup in Düsseldorf. Bei seinen Partien gegen Stanislaw Wowk, Francesco Piccari und Philipp Kohlschreiber blieb er ohne Satzverlust.

Tipsarević pendelte in dieser Saison zwischen Platz 35 und 50, Highlights auf der Tour waren der Finaleinzug in ’s-Hertogenbosch und der Sieg gegen Andy Roddick in der zweiten Runde der US Open.

Besser verlief die Saison mit dem serbischen Team. Nach dem Überraschungserfolg beim World Team Cup im Vorjahr gewann man in diesem Jahr den Davis Cup. Besonders beim 3:2-Sieg gegen Tschechien im Halbfinale erwies sich Tipsarević als Matchwinner, indem er beide Einzel gegen Tomáš Berdych und Radek Štěpánek gewann. Beim Finale in Belgrad, bei dem laut Auskunft der Betreiber mehr als 100.000 Karten hätten verkauft werden können, wurde er allerdings nach seiner relativ klaren Niederlage gegen Gaël Monfils durch Viktor Troicki ersetzt, der schließlich den entscheidenden Punkt gegen Michaël Llodra holte.

In diesem Jahr gelang Tipsarević der Durchbruch zur erweiterten Weltspitze. Er erreichte in Eastbourne wie auch in Delray Beach das Endspiel, hinzu kam das Viertelfinale beim Masters-Turnier in Miami und das Halbfinale in Montreal. Turniersiege in Kuala Lumpur und in Moskau brachten ihm mit Platz 9 seine bis dahin höchste Position in der Weltrangliste. Neben Đoković und Troicki ist Tipsarević damit der dritte Serbe unter den 20 besten Tennisspielern. Und schließlich besiegte er am Jahresende bei den World Tour Finals erstmals seinen Landsmann Novak Đoković.

Beim ersten Turnier des Jahres in Chennai erreichte er das Finale, in dem er sich dem aufstrebenden Kanadier Milos Raonic am Ende in drei Sätzen geschlagen geben musste. Im Doppelfinale sicherte er sich mit seinem Partner Leander Paes den ersten Doppeltitel seiner Karriere. Bei den Australian Open schied er bereits in der dritten Runde gegen Richard Gasquet aus. Bei der folgenden Erstrundenbegegnung im Davis Cup hatte Tipsarević mit seinen beiden Einzelsiegen großen Anteil am Einzug ins Viertelfinale, wo das serbische Team gegen Tschechien mit 1:4 ausschied. Einen weiteren Erfolg konnte er beim Masters von Madrid feiern, wo er erst im Halbfinale von Roger Federer bezwungen wurde. Es war erst die zweite Halbfinalteilnahme bei einem Turnier der Masters-Serie. Eine Woche später schied er beim Masters von Rom nach einem Freilos bereits in der zweiten Runde gegen Stanislas Wawrinka aus. Darauf folgte beim World Team Cup der zweite Sieg für Serbien nach 2009. Mit einem Sieg über Philipp Kohlschreiber sicherte er seinem Land noch vor dem abschließenden Doppel den Titel. Bei den French Open und im Queen’s Club war jeweils im Achtelfinale Schluss. Für Wimbledon verlor er nach klaren Siegen über David Nalbandian und Ryan Sweeting seine Drittrundenpartie gegen Michail Juschny in vier Sätzen. Beim Sandplatzturnier von Stuttgart, wo er als topgesetzter Spieler ebenfalls zunächst ein Freilos hatte, stand er nach Siegen über Steve Darcis, Björn Phau und Thomaz Bellucci zum zweiten Mal in diesem Jahr in einem ATP-Finale. Dort besiegte er den an Nummer zwei gesetzten Argentinier Juan Mónaco mit 6:4, 5:7 und 6:3. Für Tipsarevic war es die erste Finalteilnahme bei einem Sandplatzturnier. Eine Woche später stand er bereits wieder in einem Finale auf Sand, in Gstaad unterlag er dem Brasilianer Thomaz Bellucci in drei Sätzen.

Beim ersten Turnier des Jahres stand er in Chennai wie bereits im Vorjahr im Finale, er besiegte den Spanier Roberto Bautista Agut in drei Sätzen. Bei den Australian Open erreichte er das Achtelfinale, in dem er im zweiten Satz gegen Nicolás Almagro beim Stande von 2:6 und 1:5 aufgab. Bei seinen nächsten vier Turnieren kam Tipsarević nie über die erste Runde hinaus, er verlor sämtliche Auftaktpartien gegen schlechter platzierte Spieler. Erst beim Miami Masters im März fand er wieder zu Siegen zurück, scheiterte erst im Achtelfinale in drei Sätzen an Gilles Simon. In den restlichen 17 Turnieren, die er in dem Jahr noch spielte, konnte er noch 10 Siege feiern. Beim letzten Turnier in Valencia im Oktober 2013 verletzte er sich am Knie. Das Jahr beendete er schließlich auf Position 53 der Weltrangliste.

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