An diesem Tag

Jan Zajíc

Tschechischer Selbstverbrenner

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Jan Zajíc (* 3. Juli 1950 in Vítkov; † 25. Februar 1969 in Prag) war ein tschechoslowakischer Student, der sich aus Protest gegen die Besatzung seiner Heimat durch sowjetische Truppen als „Fackel Nr. 2“ auf dem Prager Wenzelsplatz selbst verbrannte. Die Bezeichnung bezieht sich auf Jan Palach, der als „Fackel Nr. 1“ angesehen wurde.

Jan Zajíc war das zweite von drei Kindern aus der Familie einer Lehrerin und eines Drogisten. Seit dem Jahre 1965 studierte er an der Fachschule für die Eisenbahn. Er war literarisch begabt und interessierte sich für die Geisteswissenschaften. Im Jahre 1969 nahm er an dem studentischen Protesthungerstreik und an der Totenfeier für Jan Palach am Wenzelsstandbild in Prag teil. Am 25. Februar 1969, dem Jahrestag der kommunistischen Machtübernahme von 1948, reiste er gemeinsam mit drei seiner Kommilitonen nach Prag ab. Er hatte vor, die tschechoslowakische Gesellschaft aus einer Lethargie infolge der fortschreitenden politischen „Normalisierung“ zu wecken. Zajíc führte einige Briefe mit einem Aufruf an die tschechoslowakische Bevölkerung mit sich.

Um 13:30 Uhr betrat Zajíc den Flur des Hauses Wenzelsplatz 39. Anschließend zündete er sich an. Er wollte auf den Wenzelsplatz hinauslaufen, kollabierte jedoch und starb noch im Hausflur. Da die Behörden es nicht genehmigten, ihn gemäß seinem Wunsch in Prag zu bestatten, wurde er am 2. März 1969 unter Beteiligung tausender Trauergäste in seinem Geburtsort Vítkov begraben.

Im Abschiedsbrief von Jan Zajíc stand:

Nach ihm wurde der Asteroid Janzajíc benannt.

Am 28. Oktober 1991 verlieh der damalige Staatspräsident Václav Havel an Jan Palach und Jan Zajíc postum den Tomáš-Garrigue-Masaryk-Orden erster Klasse für ihren Beitrag zur Festigung der Demokratie und Menschenrechte.

Das Grabmal von Jan Zajíc wurde am 2. November 2015 unter Denkmalschutz gestellt und ebenso wie das Grabmal von Jan Palach am 23. November 2019 zum Nationalen Kulturdenkmal Tschechiens erklärt.

Branislav Dorko: Jan Zajíc. Matice slezská, Opava 2012, ISBN 978-80-86887-18-0.

Václav Cikryt: Jan Zajíc: x3. 7. 1950, + 25. 2. 1969 / Václav Cikryt ; graficka úprava Andrea Dvořáková. Okresní vlastivědné muzeum, Šumperk 1991.

Dagmar Perstická: Osobnosti: nositelé Řádu Tomáše Garrigue Masaryka 1991 a 1992. Státní vědecká knihovna, Brünn 1993, ISBN 80-7051-067-6, S. 304–305.

Literatur und andere Medien von und über Jan Zajíc im Katalog der Nationalbibliothek der Tschechischen Republik

Jan Zajíc (3. Juli 1950 – 25. Februar 1969): Pochodeň č. 2. In: ŽivotopisyOnline.cz. Abgerufen am 16. Januar 2019 (tschechisch).

Jan Šimek („Milo“): 25. Februar 1969 Výročí upálení Jana Zajíce. In: karelkryl.potterharry.net. 28. Februar 2005, archiviert vom Original am 1. Januar 2009; abgerufen am 16. Januar 2019 (tschechisch).

Pavel Zvěřina: Jan Zajíc. In: totalita.cz. Abgerufen am 16. Januar 2019 (tschechisch).

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