Jan Wenzel Schmidt (* 8. Oktober 1991 in Magdeburg) ist ein rechtsextremer deutscher Politiker (AfD). Er ist seit 2021 Mitglied des Deutschen Bundestages, seit 2026 als fraktionsloser Abgeordneter. Zuvor war er von 2016 bis 2021 Abgeordneter im Landtag von Sachsen-Anhalt.
Schmidt schloss seine Hochschulreife 2012 an der Berufsbildenden Schule „Otto von Guericke“ in Magdeburg ab. Er ist gelernter Kaufmann im Einzelhandel.
Schmidt ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Vor seiner politischen Karriere im Bundestag betrieb Jan Wenzel Schmidt Lotto-Annahmestellen. Nach seinem Einzug in den Landtag von Sachsen-Anhalt bewarb er sich mehrmals erfolglos als Lotto-Bezirksleiter. Er deckte aufgrund seiner Kenntnisse interne Unregelmäßigkeiten und „Mauscheleien“ innerhalb der landeseigenen Lotto-Gesellschaft auf. Seine Enthüllungen führten letztlich zur Ablösung der Geschäftsführung.
Schmidt war von 2015 bis 2021 Landesvorsitzender der AfD-Jugendorganisation Junge Alternative in Sachsen-Anhalt. Die AfD Sachsen-Anhalt trat bei der Landtagswahl am 13. März 2016 erstmals an und erhielt 24,3 % der Stimmen.
Schmidt zog über die Landesliste der AfD in den Landtag von Sachsen-Anhalt ein. Er war im März 2016 „Redner und Ehrengast“ bei einer öffentlichen Versammlung der Identitären Bewegung in Wernigerode. Er besuchte im April 2016 im Harz eine Kerzenaktion der Identitären Bewegung. Später frequentierte er Veranstaltungen der Identitären Bewegung Halle und deren Hausprojekt.
Nach der Einstufung des Flügels durch das Bundesamt für Verfassungsschutz im März 2020 als rechtsextreme Gruppierung, die nun beobachtet wird, sagte Wenzel: „Ein Großteil“ der AfD-Mitglieder in Sachsen-Anhalt unterstütze die politischen Positionen der Gruppierung. Für die Themen, die der Flügel anspreche, gäbe es im Land besonders viele Unterstützer.
Schmidt war Obmann der AfD-Fraktion im 18. Parlamentarischen Untersuchungsausschuss. Nach seiner parlamentarischen Anfrage im Jahr 2019 wurde aufgedeckt, dass die Lottogesellschaft Sachsen-Anhalt die Verpflichtung zur Sportwetten-Konzession verletzt hatte. Dies führte zur Kündigung der Geschäftsführerin. Der Untersuchungsausschuss deckte mehrere Interessenkonflikte bei der Fördermittelvergabe der Lottogesellschaft auf.
Schmidt kandidierte bei der Bundestagswahl 2021 im Wahlkreis Börde – Jerichower Land. Er stand auf Platz 2 der Landesliste der AfD Sachsen-Anhalt und zog über die AfD-Liste in den 20. Deutschen Bundestag ein.
Von 2022 bis 2025 war er Generalsekretär der AfD Sachsen-Anhalt.
Schmidt kandidierte bei der Bundestagswahl am 23. Februar 2025 für den Bundestagswahlkreis Börde – Salzlandkreis und gewann das Direktmandat mit 43,2 Prozent der Erststimmen. Am 3. März 2026 wurde er nach Vorwürfen der Vetternwirtschaft auf Antrag der Fraktionsspitze aus der AfD-Bundestagsfraktion ausgeschlossen.
Im April 2016 wurde bekannt, dass Schmidt in seinem Wahlkreisbüro Stefan Träger beschäftigt, der von der NPD 2009 als Bundestagskandidat aufgestellt worden war. Nach Aussage des parlamentarischen Geschäftsführers der AfD Daniel Roi habe sich Träger von der NPD distanziert.
Im Oktober 2022 wurde bekannt, dass Schmidt Mario Müller, einen Rechtsextremisten, mehrfach verurteilten Gewalttäter und Funktionär der rechtsextremen Identitären Bewegung, als wissenschaftlichen Mitarbeiter in seinem Bundestagsbüro beschäftigt. Ähnlich wie in der Causa Stefan Träger rechtfertigte Schmidt sich mit der Aussage, dass jeder Mensch eine zweite Chance verdiene. Müller nahm Ende 2023 an einem konspirativen Treffen von Rechtsextremen in Potsdam teil, bei dem Medienberichten zufolge unter anderem über „Remigration“ und die massenhafte Vertreibung von Menschen mit Migrationsgeschichte aus Deutschland diskutiert wurde.
Ebenso beschäftigt Wenzel Schmidt seit 2024 den u. a. durch den Satz „Je schlechter es Deutschland geht, desto besser für die AfD“ bekannten Rechtsextremisten Christian Lüth. Diesem wurde 2020 als Pressesprecher der AfD-Bundestagsfraktion gekündigt, nachdem er die „Vergasung“ von Migranten vorgeschlagen hatte.
Der AfD-Fraktionsvorstand sah sich auf Nachfrage nicht zuständig für die Personalie.
Mutmaßliche Geschäfte in China
Im Oktober 2025 berichtete das Nachrichtenportal T-Online über mögliche Verbindungen Schmidts zu dem im Vormonat zu fast fünf Jahren Haft wegen Spionage verurteilten Jian Guo, Ex-Mitarbeiter von Maximilian Krah (AfD). Das Urteil gegen Guo war zum Berichtszeitpunkt noch nicht rechtskräftig.
Zudem wurde über mögliche geschäftliche Aktivitäten im Zusammenhang mit künstlichen Diamanten berichtet: Schmidt soll demnach im Jahr 2023 mit Guo eine chinesische Diamantenproduktion besucht haben. Parallel dazu habe der Lebensgefährte von Schmidts Mutter in Berlin zwei Briefkastenfirmen zum Handel mit den Diamanten gegründet, deren Geschäftsführerin mit Natalja Bußmann eine Parteifreundin Schmidts sei. Diese leite laut Handelsregister auch Schmidts eigene Unternehmen und arbeite gemäß einer E-Mail des AfD-Landesvorstands Sachsen-Anhalt in seinem Bundestagsbüro.