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Jan Rubens

Rechtsgelehrter

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Jan Rubens (* 13. März 1530 in Antwerpen; † 1. März 1587 in Köln) war Schöffe und Ratsherr in Antwerpen. Nach seiner Flucht vor dem Blutrat ließ er sich 1568 zunächst als freier Anwalt in Köln nieder, wo er auch Anna von Sachsen, die zweite Frau von Wilhelm von Oranien, beriet.

Wegen einer Affäre mit Anna wurde Jan Rubens von 1571 bis 1573 in Dillenburg inhaftiert. Danach lebte er in Siegen und ab 1578 wieder in Köln. Rubens gilt als der Vater von Christine von Diez, der 1571 in Siegen geborenen Tochter der Anna von Sachsen.

Am bekanntesten wurde er als Vater des 1577 ebenfalls in Siegen geborenen berühmten Malers Peter Paul Rubens.

Die Eltern von Jan Rubens heirateten 1529. Beide gehörten dem wohlhabenden und selbstbewussten städtischen Patriziat der Großstadt Antwerpen an, die damals mit rund 100.000 Einwohnern dreimal so groß wie Köln und zehnmal so groß wie Hamburg war. Die Familie seines Vaters Bartholomäus (1501–1538) hatte sich vom Fell- und Lederhandel hochgearbeitet in den profitablen Bereich der Arzneien und Gewürze. Bartholomäus durfte sich offiziell „Apotheker“ nennen. Jans Mutter Barbara geb. Arents gen. Spieringk (1503–unbekannt) entstammte ebenfalls einer vornehmen Familie der städtischen Oberschicht.

Beide Eltern wurden vom bedeutenden Maler Jacob Claesz. van Utrecht porträtiert.

Jan Rubens war das einzige Kind dieser Ehe, da Bartholomäus 1538 überraschend starb. Die noch junge und attraktive Barbara heiratete erneut. Ihr zweiter Mann, der verwitwete Gewürzhändler und Drogist Jan de Landmeter, behandelte und förderte Jan wie seine eigenen Kinder.

Studium, Heirat und Eintritt in den Stadtrat

Offenbar war der junge Jan Rubens ehrgeizig und lernbegierig, denn die Eltern ermöglichten ihm ein Studium an den renommierten Universitäten Löwen bei Brüssel sowie in Pavia und Rom. Mit nur 20 Jahren wurde er in Rom zum Doktor der Rechte promoviert.

Danach unternahm Rubens ausgedehnte Reisen durch Europa, wo er intensiv mit den neuesten kulturellen und geistigen Trends seiner Zeit in Berührung kam: dem Humanismus, der Freiheit und der Toleranz.

Zurückgekehrt nach Antwerpen, machte der multilinguale, mit einer hochklassigen Ausbildung versehene Jurist zügig Karriere. Am 7. Mai 1562, mit nur 32 Jahren, wurde Jan Rubens zum Ratsherrn und Schöffen ernannt. Damit war er wahrscheinlich jüngstes Mitglied des Stadtrates, der aus zwei Bürgermeistern und 16 Schöffen bestand.

Rubens muss also nicht nur über eine außergewöhnliche Intelligenz und Redegewandtheit verfügt haben, sondern der absoluten Oberschicht der Metropole Antwerpen angehört haben. Dafür spricht auch, dass sein Halbbruder Philip de Lantmeter bereits seit 1579 ebenfalls Schöffe war.

Im November 1561 hatte Jan die 23-jährige Maria Pypelinckx geheiratet, die ebenfalls einer angesehenen, mit Immobilienbesitz in den besten Antwerpener Lagen umfangreich begüterten Antwerpener Kaufmannsfamilie entstammte.

Verfolgung und Flucht aus Antwerpen

Nichts schien das Glück der jungen Familie aufhalten zu können, die in fünf Jahren vier Mal Nachwuchs bekam. Doch in der Stadt, deren liberales, humanistisch gesinntes Bürgertum sich gegen religiöse Intoleranz und Zentralisierungsbestrebungen Philipps II. wehrte, brodelte es. Radikale kalvinistische Gruppen zerstörten im Bildersturm vom August 1566 in Antwerpen und anderen Städten sowie in vielen Klöstern von ihnen als Götzen bezeichnete Gemälde, Skulpturen und anderes wertvolles Inventar.

Der Bildersturm als „Ausbruch des Volkszorns“ (Klaus Vetter) richtete sich nicht nur gegen die als Symbole der Unterdrückung und Ausbeutung angesehenen klerikalen Kunstschätze, sondern auch gegen die zur Durchsetzung der Inquisition befürchtete, bevorstehende Stationierung spanischer Truppen. Philipp II. hatte unmissverständlich angekündigt, sämtliche protestantische Richtungen physisch vernichten und die Niederlande ihrer Privilegien berauben zu wollen.

Die Atmosphäre im politischen Leben spitzte sich rasant zu. Spione der Spanier kartierten sämtliche Wohnviertel von Antwerpen auf das Genaueste und verfassten detaillierte Berichte über Bekenntnisse, Umgang und religiöse Gebräuche der Bewohner. Auch Jan Rubens geriet in ihren Fokus und ein Prozess gegen ihn wurde bereits vorbereitet, da er in den Verdacht geriet, in kalvinistischen Kreisen zu verkehren. Er verbringe viel Zeit im Haus der „reichen Kalvinistin“ Madame Inquefort, so protokollierten die Agenten des Herzogs Alba.

Im Mai 1568 wurde Rubens schon nicht mehr für den Stadtrat nominiert, der nach Ansicht der Spanier neben Kalvinisten zu einem weiteren Drittel „martinistisch“ sei, d. h. Anhänger von Martin Luther. Zudem kursierte das Gerücht, hinter einer Petition für die Aufrechterhaltung der Mitbestimmungsrechte der Antwerpener Bürger stünde auch Jan Rubens.

Im Sommer 1568, als sowohl sein Kollege und Freund Antoon van Stralen als auch die beiden Grafen Egmond und Hoorn vom Blutrat hingerichtet wurden, entschied sich die Familie Rubens gerade noch rechtzeitig, ihren Wohnsitz nach Deutschland zu verlegen. Am 1. Oktober 1568 brachen Jan Rubens und Maria Pypelinckx mit ihren Kindern nach Köln auf.

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