Jan Koetsier [kuˈtsiːɾ] (* 14. August 1911 in Amsterdam; † 28. April 2006 in München) war ein niederländischer Dirigent, Komponist und Hochschullehrer.
Jan Koetsier, Sohn der Sängerin Jeanne Koetsier, geborene Muller, und Jan Koetsier-Muller, Lehrer für Atem- und Sprechtechnik, studierte von 1927 bis 1933 an der Berliner Hochschule für Musik und dirigierte im Jahre 1937 erstmals das Concertgebouw-Orchester (als Gastdirigent). Von 1942 bis 1949 war Koetsier dort stellvertretender Dirigent. Der nach der Befreiung von der deutschen Besatzung eingerichtete „Ereraad voor de muziek“ schloss Koetsier ursprünglich für 10 Jahre aus dem Musikleben aus, verkürzte den Ausschluss dann aber auf ein Jahr. Durch die Vermittlung von Eugen Jochum ging Koetsier 1950 als Erster Kapellmeister zum Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das er bis 1966 leitete.
Von 1966 bis 1976 war Koetsier ordentlicher Professor an der Musikhochschule München, wo er auch die Dirigierklasse leitete. Danach arbeitete er als freischaffender Komponist. Er schrieb Kammermusik, Orchesterwerke (Symphonien, Konzerte insbesondere Konzerte für Bläser, Suiten), Orgelwerke und Chorwerke wie das Oratorium Der Mann Lot sowie die Oper Frans Hals und das Ballett Demeter. Vom Kammerchor des Pestalozzi Gymnasiums München stammt eine der wenigen Aufnahmen seiner Messe (Missa in honorem Sancti Antonii de Padua).
An der Hochschule wurde 1999 eine Jan-Koetsier-Stiftung eingerichtet, die unter anderem den Internationalen Jan-Koetsier-Wettbewerb ausrichtet.
Koetsier war ab 1964 verheiratet mit Margarete Koetsier, geborener Trampe, und lebte 30 Jahre (1976–2006) in Rattenkirchen (in der Verwaltungsgemeinschaft Heldenstein im Landkreis Mühldorf am Inn). Er starb im Alter von 94 Jahren.
Valerius Ouverture O Nederland let op uw saeck, op. 22 (1942, rev. 1966). Uraufführung 1942 durch das Omroeporkest.
Symfonie nr. 2, op. 30 (1946). Uraufführung 1948 durch das Concertgebouw-Orchester unter Koetsier.
Sonata Praeclassica, op. 142 (1995)
Koetsier, Jan. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 674.
Jan Koetsier gestorben. In: nmz.de. neue musikzeitung, 28. April 2006, abgerufen am 7. Februar 2019.
Stephanie Mauder: Biographie Jan Koetsier. In: jan-koetsier.de. Jan-Koetsier-Stiftung, abgerufen am 7. Februar 2019.
Produktionen und Konzertmitschnitte des Bayerischen Rundfunks unter Leitung von Jan Koetsier. (PDF) 25. August 2011, abgerufen am 7. Februar 2019 (Quelle: Schallarchiv des Bayerischen Rundfunks).