Jan Frodeno (* 18. August 1981 in Köln) ist ein ehemaliger deutscher Triathlet. Als erster und bisher einziger Athlet gewann er sowohl die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen (2008) als auch den Titel beim Ironman Hawaii (2015, 2016, 2019). Frodeno wird in der Bestenliste deutscher Triathleten auf der Ironman-Distanz geführt.
Mit seinen Eltern Michael und Christa ging Jan Frodeno 1992 nach Kapstadt.
Er wuchs in Südafrika auf und begann als 15‑Jähriger seine sportliche Karriere als Schwimmer. Drei Jahre später kam er aufgrund der Vielseitigkeit der verschiedenen Disziplinen zum Rettungsschwimmen, wo er den südafrikanischen Olympiateilnehmer Conrad Stoltz kennenlernte, der ihn förderte. Die Bilder der Olympischen Spiele 2000 in Sydney im Fernsehen motivierten ihn, mit Triathlon zu beginnen.
Im November 2000 begann er seine Triathlonkarriere im Ausdauerleistungszentrum in Sigmaringen. 2002 startete er zum ersten Mal in der Triathlon-Bundesliga, nachdem der damalige Bundestrainer Ralf Ebli ihn bei der Deutschen U23-Meisterschaft gesehen und zum Wechsel ins Trainingszentrum der Nationalmannschaft in Saarbrücken überredet hatte.
Im selben Jahr schaffte Frodeno auch den Sprung in die deutsche Nationalmannschaft. Im Mai 2004 wurde er in Portugal Vizeweltmeister in der Klasse U23. 2004 startete Frodeno für den TuS Griesheim, zwischen 2005 und 2008 für das Hans Grohe-Team in der Triathlon-Bundesliga. 2006 wurde er Neunter im Triathlon-Gesamtweltcup.
Olympiasieger 2008 und WM-Erfolge
Frodeno war Mitglied im „Top-Team Peking“ (A-Kader der Nationalmannschaft) und konnte sich 2007 bei der Weltmeisterschaft in Hamburg durch seinen sechsten Platz vorzeitig die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2008 in Peking sichern, wo er sich gegen die favorisierten Daniel Unger und Javier Gómez durchsetzen und so als bisher einziger deutscher Triathlet die Goldmedaille gewinnen konnte. Bundespräsident Horst Köhler ehrte ihn dafür im November 2011 mit dem Silbernen Lorbeerblatt. Als 1350 Sportjournalisten des VDS den Sportler des Jahres 2008 wählten, kam Jan Frodeno hinter dem Gewichtheber Matthias Steiner und dem Tischtennisspieler Timo Boll auf den dritten Platz.
Im September 2009 wurde Frodeno Vierter in der Gesamtwertung der sich über vier Rennen erstreckenden Kurzdistanz-Weltmeisterschaft der Internationalen Triathlon Union (ITU). Im November 2009 gründete Frodeno ein eigenes Nachwuchs-Triathlonteam mit dem Namen „Team Strive“. Es bestand bis 2011 und setzte sich aus je drei männlichen und weiblichen Junior-Athleten zusammen. Er wurde auch betreut vom Ernährungswissenschaftler Wolfgang Feil.
2010 stand Frodeno kurz davor, Geschichte zu schreiben: Vor dem abschließenden Rennen für die Weltmeisterschaft lag er in Führung, bei einer Platzierung nicht mehr als drei Ränge hinter Javier Gómez in Budapest wäre er als erster Triathlon-Olympiasieger auch Weltmeister gewesen. Frodeno ging zwar als Dritter auf die abschließende Laufstrecke, brach dann aber völlig ein und kam als einundvierzigster ins Ziel. Gómez wurde so zum zweiten Mal Weltmeister. Später bekannte sich Jan Frodeno offen zu einer Erkrankung an einem Burnout-Syndrom.
Frodeno wohnte in Saarbrücken und startete von 2005 bis einschließlich 2010 für den Verein „Tri-Sport Saar-Hochwald“ in Merzig. Seit 2011 startet er für das „Leichtathletikzentrum Saarbrücken“. Mit Specialized hatte er von 2011 bis 2014 einen neuen Rad-Sponsor. Er war Mitglied im „ASICS-DTU-Elite-Team“ der Deutschen Triathlon Union (DTU), wie der Name des A-Kaders der DTU zu der Zeit lautete.
Für die Saison 2010 wurde Frodeno von der ITU in die 20 Athleten umfassende „Gold Group“ berufen, die aus den Medaillengewinnern von Peking 2008 ergänzt um die bestplatzierten Athleten des Vorjahres bestand. Diese repräsentierten die ITU in der Öffentlichkeit und sicherten ihren nationalen Verbänden für jedes der sieben Rennen der ITU World Championship Series einen zusätzlichen Startplatz. Auch 2011 und 2012 gehörte Frodeno zur „Gold Group“.
Im Jahr 2011 engagierte sich Frodeno als Botschafter von Herzenssache, der Kinderhilfsaktion von SWR, SR und dem Verband der Sparda-Banken. Im April 2011 wurden er und Emma Snowsill als erste Triathleten zu Botschaftern der Laureus Stiftung, die alljährlich die Weltsportler des Jahres ehren, berufen.
Olympische Sommerspiele 2012 und erste Ironman-Rennen
Zusätzlich zu Steffen Justus und Maik Petzold qualifizierte sich Frodeno nach einer mehrmonatigen Verletzung Ende Juni 2012 förmlich in letzter Minute beim WM-Rennen in Kitzbühel noch für einen Start bei den Olympischen Spielen 2012, wo er im August 2012 in London als bester Deutscher den sechsten Rang erreichte. 2013 startete Jan Frodeno für das Bromelain-POS Team Saar in der Triathlon-Bundesliga. Am 21. Juli 2013 wurde er in Hamburg zusammen mit Anne Haug, Anja Knapp und Franz Löschke Weltmeister im Mixed-Relay.
Im Juli 2014 startete Jan Frodeno erstmals bei einem Ironman. In den Jahren zuvor hatte Frodeno mehrfach mit Aussagen wie z. B. in der olympischen Distanz stecke „mehr Hochleistungssport“, Ironman sei ihm „nicht dynamisch genug“, wäre nur etwas für „gescheiterte Kurzstreckler“ und das Schwimmen beim Ironman sei nur „das Warmwerden für einen langen Tag“ für Entrüstung unter Ironman-Jüngern in Online-Foren gesorgt. Nachdem ihm 2010 ein Sponsor ermöglicht hatte, den Ironman Hawaii persönlich vor Ort zu erleben, änderte er allerdings seine Ansicht.
Beim Wettbewerb in Frankfurt beendete Frodeno das Schwimmen in Führung liegend, hatte dann aber gleich drei Reifendefekte am Rad. Trotzdem gelang ihm hinter Sebastian Kienle und Frederic van Lierde noch eine Podiumsplatzierung. Im September 2014 wurde er in Kanada Zweiter bei der Ironman 70.3 World Championship.
Im Vorfeld des Ironman Hawaii gestand Frodeno, dass die Langdistanz Suchtpotential habe. Im Oktober 2014 startete er mitfavorisiert erstmals bei der Ironman World Championship in Hawaii. Wie bereits in Frankfurt stieg Frodeno als Erster aus dem Wasser und lag auf der Radstrecke lange in Führung, wurde dann aber zunächst durch einen Reifendefekt und später noch durch eine vierminütige Zeitstrafe zurückgeworfen.
Mit einer der schnellsten Laufzeiten des Tages konnte er aber schließlich doch noch bis auf den dritten Rang vorlaufen.