Jan Åge Fjørtoft (* 10. Januar 1967 in Ålesund) ist ein ehemaliger norwegischer Fußballspieler.
Anfänge in Norwegen, Österreich und England
Fjørtoft begann seine Karriere bei seinem Heimatverein Gursken AK bereits im Kindesalter. 1988 führte Fjørtoft als Leistungsträger seiner Mannschaft und Torschützenkönig der norwegischen Eliteserien den Lillestrøm SK zur norwegischen Vizemeisterschaft und zur UEFA-Pokalteilnahme 1989/90. Bis 1989 spielte er bei norwegischen Vereinen, bevor er 1989 zu Rapid Wien wechselte, wo er bis 1993 blieb. 1989 war er Spieler des Jahres in Österreich und war damit erst der zweite Nicht-Österreicher (nach Jørn Bjerregaard), der diesen Titel gewann. Anschließend spielte der Norweger fünf Jahre lang für verschiedene Klubs in England.
Zwischen 1998 und 2001 bestritt Fjørtoft insgesamt 52 Spiele (14 Tore) für Eintracht Frankfurt. Dort avancierte er zum Publikumsliebling, vor allem wegen seiner sympathischen Art und seiner schlagfertigen Kommentare.
Das nach eigener Aussage wichtigste Tor seiner Karriere erzielte der Stürmer am 29. Mai 1999, als er mit seinem Treffer – er verlud den gegnerischen Torwart mit einem Übersteiger direkt vor dem Schuss – zum 5:1-Sieg der Eintracht gegen den 1. FC Kaiserslautern in der letzten Spielminute den Klassenerhalt der Frankfurter sicherte. Konkurrent 1. FC Nürnberg musste damals wegen der weniger geschossenen Tore absteigen.
Ein weiterer Karrierehöhepunkt war der Siegtreffer in der Bundesliga-Saison 2000/01 beim FC Bayern München. Er lupfte damals den Ball aus vollem Lauf über Oliver Kahn ins Tor.
Rückkehr nach Norwegen und Karriereende
Im Jahre 2001 kehrte er zurück nach Norwegen zu Stabæk Fotball und beendete 2002 bei Lillestrøm SK seine Karriere.
Insgesamt hat Fjørtoft in 620 Pflichtspielen in vier verschiedenen Ländern 307 Tore geschossen.
Fjørtoft absolvierte insgesamt 71 Länderspiele für Norwegen und schoss dabei 20 Tore. Unter anderem nahm er an der Fußball-Weltmeisterschaft 1994 in den USA teil. Sein letztes Länderspiel absolvierte er 1997 gegen Georgien. 15 Spiele war er Kapitän für Norwegen.
Fjørtoft bekleidete bis Ende 2008 den Managerposten bei Lillestrøm SK, dem Verein, bei dem er seine Karriere als aktiver Fußballer beendet hatte.
Er leitete die Sportsendungen bei Viasat, Norwegen mit Spielen der Champions League, Europa League, norwegische Länderspiele und FA-Cup England.
Fjørtoft ist auch Vorsitzender der Stiftung „MTG United for Peace“, welche in 33 Ländern tätig ist und Partnerschaften mit dem Nobel-Friedenszentrum und dem Roten Kreuz hat. Fjørtoft betreibt außerdem eine eigene Firma, die sich mit Kommunikationsstrategien befasst. Seit 2011 ist er Teil des Fußballexpertenteams beim Pay-TV-Sender Sky.
Im März 2014 wurde er Teammanager der Norwegischen Nationalmannschaft und trat im August 2016 zurück, da er mögliche Interessenkonflikte mit seiner Tätigkeit als Experte beim TV-Sender Viasat vermeiden wollte und sein Amt „zuletzt ein bisschen überflüssig geworden“ sei. Er ist weiterhin für den norwegischen Fußballverband als Berater für internationale Beziehungen tätig.
Seit Beginn der Champions-League-Saison im September 2021 kommentiert Fjørtoft als Experte die Spiele für den österreichischen Privatfernsehsender ServusTV.
Jan Åge Fjørtoft lebt in Norwegen, ist mit Marianne Fjørtoft verheiratet und Vater von drei Kindern.
Sein ältester Sohn Markus Fjørtoft (* 12. Januar 1994 in Swindon) begann seine Fußballkarriere in Norwegen beim Bærum SK. Im August 2014 begann er ein Studium an der Duke University in den USA und spielte dort als Verteidiger für das Fußballteam der Universität, die Duke Blue Devils. Im Januar 2018 wurde er im MLS SuperDraft vom Seattle Sounders FC ausgewählt und spielte dort bis zum März 2018. Nach einer kurzen Vereinslosigkeit ging er im August 2018 nach Neuseeland zum Southern United FC. Im Juli 2019 wechselte er nach Schottland zum Hamilton Academical und spielte dort, bis zu seinem Karriereende im Juli 2022, auch für Greenock Morton und zuletzt Ayr United in der ersten und zweiten schottischen Liga.
„Jörg Berger ist so ein guter Trainer, der hätte auch die Titanic gerettet.“ (nach dem Klassenerhalt 1999)