James Philip Milner, MBE (* 4. Januar 1986 in Horsforth, City of Leeds) ist ein ehemaliger englischer Fußballspieler. Der Mittelfeldspieler begann seine Karriere in seiner Heimatstadt beim englischen Erstligisten Leeds United. Dort erzielte er im Dezember 2002 als bis dahin jüngster Spieler ein Premier-League-Tor. Aufgrund finanzieller Engpässe wurde er im Jahre 2004 an Newcastle United verkauft. Im selben Jahr spielte er erstmals für die englische U21-Nationalmannschaft, deren Rekordspieler er mit 46 Einsätzen ist.
Nach einem Leihgeschäft wechselte Milner zur Saison 2008/09 endgültig zu Aston Villa, bei denen ihm der Durchbruch im zentralen Mittelfeld gelang. In seiner zweiten Saison wurde er zum besten Jungprofi der Premier League gewählt, sodass er als einer der Hoffnungsträger der Nationalmannschaft galt, für die er von 2009 bis 2016 aktiv war. Mit dem Team nahm er unter anderem an der WM 2010 teil und führte sie stellvertretend als Kapitän an. Im August 2010 wechselte er für eine Rekordablösesumme zum Ligakonkurrenten Manchester City, für den er dank einer Investmentgruppe in einer Mannschaft mit zahlreichen anderen Stars spielte. In der ersten Saison gewann das Team jedoch nur den FA Cup, was die hohen Erwartungen nicht erfüllte. Zur Saison 2015/16 schloss sich Milner dem FC Liverpool an.
Milner galt als vielseitiger Spieler, der neben der Zentrale auch die Außenpositionen besetzen konnte. Seine Trainer lobten insbesondere seinen Willen und seine Einsatzfreude. Er gilt infolge seiner zusätzlich absolvierten Trainingseinheiten, seiner Alkoholabstinenz und seines vergleichsweise zurückhaltenden und intelligenten Wesens als Musterprofi des englischen Fußballs. Seit seinem 654. Einsatz (Stand 21. Februar 2026) ist er Rekordspieler der Premier League. Durch Einsätze in 24 unterschiedlichen Premier-League-Spielzeiten ist er Rekordhalter.
James Milner wuchs in Horsforth, einem Stadtteil von Leeds, in einer Mittelstandsfamilie auf; sein Vater arbeitete als Buchhalter, seine Mutter als Immobilienmaklerin. Er besuchte die weiterführende Schule seines Heimatortes. Seine Eltern legten neben der beginnenden sportlichen Karriere großen Wert auf einen Schulabschluss. Infolgedessen erzielte er sehr gute schulische Ergebnisse und schloss seine Ausbildung mit elf GCSEs (vergleichbar mit dem deutschen Realschulabschluss) in ausgezeichneter Benotung ab. Eine besondere Auszeichnung erhielt er für seine sportlichen Leistungen, da er ebenso im Sprint, im Ausdauerlauf sowie im Cricketteam der Schule aktiv war.
Im Alter von neun Jahren wurde er von seinem Vater, der ebenfalls im höheren Amateurbereich Fußball spielte und die Spielerkarriere seines Sohnes nach Kräften förderte, bei einer Jugendmannschaft namens „Westbrook Juniors“ angemeldet. Sein Trainer, der das große Potential realisierte, meldete ihn in der Folge bei größeren Juniorenturnieren in der Umgebung an, woraufhin er bei einem dieser von einem Scout des ortsansässigen Erstligisten Leeds United entdeckt wurde. Mit seinem 10. Lebensjahr wurde er in die Jugendakademie des Vereins aufgenommen. Hinzu kam, dass er seit seiner Kindheit Fan von Leeds United war, seine Eltern Dauerkarten besaßen und er selbst bereits Balljunge im Stadion war.
Während seiner Zeit in der Akademie wurde er maßgeblich von der Vereinslegende Eddie Gray beeinflusst, der in dieser Zeit als Jugendkoordinator tätig war. Milner selbst orientierte sich stark an seinem Vorbild Alan Smith, der ebenfalls aus der Jugend von Leeds United stammt. Auch spielte er in dieser Zeit gegen spätere Nationalmannschaftskollegen wie beispielsweise Wayne Rooney. Nachdem er seine schulische Laufbahn beendet hatte, geriet er zunehmend in den Fokus von Cheftrainer Terry Venables. Selbst reflektierend berichtete Milner von seiner Jugendzeit, dass ihm insbesondere sein Vater auf dem Weg zum Profi stark unterstützt habe.
Nachdem er bereits Spiele für die U-15- und U-17-Nationalmannschaft Englands absolviert hatte, kam er am 10. November 2002 zu seinem Premier-League-Debüt gegen West Ham United, als er für Jason Wilcox in den letzten sechs Minuten eingewechselt wurde. Am Boxing Day desselben Jahres, beim 2:1-Sieg gegen den AFC Sunderland, erzielte er darüber hinaus als jüngster Spieler der Geschichte ein Tor in der Premier League. Diese Marke wurde jedoch zwei Jahre später durch Evertons James Vaughan unterboten.
Nach einem Tor gegen den FC Chelsea im Januar 2003 zeigte sich dessen Trainer Claudio Ranieri beeindruckt von Milners Qualitäten, sodass er weiter in den Fokus der Medien gerückt wurde, die ihn bereits mit dem ebenfalls aufstrebenden Wayne Rooney oder dem jungen Michael Owen verglichen. Nach weiteren überzeugenden Leistungen für die Peacocks unterzeichnete er im Februar 2003 einen Fünfjahresvertrag. Um ihm in der Folgezeit weiter Spielpraxis zu gewähren, vereinbarte man mit dem Drittligisten Swindon Town zu Beginn der Saison 2003/04 ein auf ein Monat befristetes Leihgeschäft. In seinen sechs Einsätzen dort gelang ihm jeweils ein Tor gegen Peterborough United und Luton Town.
Im weiteren Verlauf der Saison zeichneten sich jedoch enorme finanzielle Schwierigkeiten für den Verein ab. Der Einzug ins Halbfinale der Champions League 2000/01 verleitete Präsident Peter Ridsdale zur Aufnahme großzügiger Kredite, die durch die Vermarktung der Fernsehrechte der kommenden Champions-League-Saisons getilgt werden sollten. Die Mannschaft jedoch verpasste die Qualifikation in den folgenden zwei Spielzeiten jeweils um einen Tabellenrang, sodass immer mehr Schlüsselspieler verkauft werden mussten, unter ihnen Rio Ferdinand, Mark Viduka und Jonathan Woodgate. Dies spülte zwar Geld in die Kassen des Vereins, machte die Mannschaft jedoch sportlich nicht mehr konkurrenzfähig, was 2004 den Abstieg in die Football League Championship bedeutete. Dadurch mussten weitere Sparmaßnahmen getroffen werden, sodass schließlich auch Milner zum Verkauf stand.
Tottenham Hotspur galt als ein Interessent, dessen Angebot Milner jedoch ausschlug, weil der Verein zu weit von seiner Heimat entfernt lag. Milner selbst wollte seinen Heimatverein nicht verlassen, jedoch standen finanzielle Aspekte im Vordergrund, sodass er schließlich für 3,6 Millionen £ „im Interesse des Klubs“, so Milner selbst, zu Newcastle United wechselte. Bei den Magpies unterschrieb er einen Fünfjahresvertrag.
Newcastles Trainer Bobby Robson begründete die Verpflichtung des Mittelfeldmannes mit der fehlenden Konkurrenz für Laurent Robert auf der linken Außenbahn, weil man „nie wusste, was man von ihm [Robert] erwarten konnte“.
Seine ersten Einsätze für sein neues Team absolvierte Milner bei der Vorbereitungstour durch Asien gegen Thailand und gegen den Kitchee SC, gegen den er sein erstes Tor schoss. Während dieser Reise lernte er viel über den Umgang mit den Medien, insbesondere durch seinen Mannschaftskameraden Alan Shearer. Seinen ersten Ligaeinsatz hatte Milner am 18. August 2004 gegen den FC Middlesbrough, wobei er in diesem Spiel erstmals auf dem rechten Flügel agierte und nicht, wie von seiner Zeit in Leeds gewohnt, auf dem linken. Mit dem 2:0-Erfolg über den FC Bnei Sachnin im UEFA-Pokal, bei dem er für Shola Ameobi eingewechselt wurde, gab er auch sein Debüt auf internationaler Vereinsebene.
Zu seiner Zeit in Newcastle machte er mit dem Rugby-Union-Star Jonny Wilkinson Bekanntschaft, der bei den Newcastle Falcons unter Vertrag stand. Wilkinson trainierte häufiger mit ihm und wurde in Sachen Trainingsbereitschaft und Einsatzwillen zu seinem Vorbild.
Während er unter Robson, der bereits einen Monat nach dem Beginn der neuen Saison entlassen wurde, in allen Spielen in der Startelf aufgeboten wurde, änderte sich sein Status in der Mannschaft mit dessen Nachfolger Graeme Souness. Unter dem Schotten kam Milner bis Dezember 2004 nur zu Kurzeinsätzen, während er auf seine erste durchgespielte Partie bis April 2005 warten musste. Da diese Entscheidung, Milner weniger Spielpraxis zu gewähren, kontrovers diskutiert wurde, bezog Souness mit der Aussage, „mit einer Mannschaft voller James Milners würde man nichts gewinnen“, klar Stellung. Milner entgegnete daraufhin, dass er frustriert sei, meist nur als Einwechselspieler zum Zuge zu kommen.