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James Bond – 007 jagt Dr. No

Film von Terence Young (1962)

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James Bond – 007 jagt Dr. No (Originaltitel Dr. No) ist ein britischer Actionfilm nach Ian Flemings gleichnamigem Agentenroman. Es ist der erste Film von Eons James-Bond-Reihe nach Flemings Werken. Die beiden Hauptdarsteller Sean Connery und Ursula Andress schafften damit jeweils ihren internationalen Durchbruch. Der Film wurde am 5. Oktober 1962 in London uraufgeführt und startete am 25. Januar 1963 in den bundesdeutschen Kinos.

John Strangways, der Station Chief des MI6 auf Jamaika, damals noch britische Kronkolonie, wird ebenso wie seine Sekretärin ermordet. Die Attentäter nehmen Akten mit der Aufschrift „Dr. No“ an sich und lassen beide Leichen verschwinden. Daraufhin wird der britische Agent James Bond (Codenummer: 007) von seinem Chef M instruiert, auf Jamaika Strangways’ Verschwinden zu untersuchen. Strangways war beauftragt, die Herkunft von Energiewellen zu klären, die US-amerikanische Raketen aus Cape Canaveral vom Kurs ablenkten („Toppling“). Vor seiner Abreise widmet sich Bond noch kurz seiner neuesten Eroberung Sylvia Trench, die er im Casino kennengelernt hat. In Jamaika angekommen, wird er von einem Chauffeur abgeholt, der vorgibt, vom Büro des britischen Gouverneurs geschickt worden zu sein. Als Bond ihn überwältigt und zur Rede stellen will, nimmt sich dieser mit einer Zyanidkapsel das Leben.

Bond überlebt weitere Mordanschläge, unter anderem tötet er eine Vogelspinne, die in seinem Bett ausgesetzt worden war. Mit Unterstützung des einheimischen Fischers Quarrel und des CIA-Agenten Felix Leiter bringt Bond in Erfahrung, dass Strangways radioaktiv verseuchtes Gestein gesammelt hat. Dabei macht sich der mit Strangways befreundete Professor Dent verdächtig, als er Bond falsche Informationen dazu liefert. Tatsächlich ist Dent Agent eines geheimnisvollen Kriminellen und wird beim Versuch, Bond zu töten, von diesem erschossen. Alle Spuren führen zum Minenbesitzer Dr. No auf der Insel Crab Key. Zusammen mit Quarrel fährt Bond dorthin und trifft dort auf die schöne Muschelsammlerin Honey Ryder, die Dr. No für den Tod ihres Vaters verantwortlich macht. Gemeinsam dringen sie weiter ins Innere der Insel vor. In einem radioaktiv kontaminierten Sumpf werden sie von Dr. Nos Wachen gestellt. Quarrel wird getötet, Bond und Honey gefangen genommen. Zu ihrer Überraschung werden sie wie Gäste und nicht wie Gefangene behandelt und schließlich Dr. No persönlich vorgestellt. Dieser entpuppt sich als fanatischer Wissenschaftler, der sich für die Geringschätzung seiner wissenschaftlichen Fähigkeiten an den USA rächen will. Hierzu manipuliert er amerikanische Raketen, die von Cape Canaveral starten, mithilfe der Energie aus einem eigenen Kernreaktor.

Beeindruckt von Bonds Fähigkeiten bietet Dr. No ihm die Mitarbeit in seiner Verbrecherorganisation „GOFTER“ (orig. „SPECTRE“) an. Als Bond ablehnt, lässt er ihn zusammenschlagen und einsperren. Bond kann aus seiner Zelle entkommen und sabotiert im Schutzanzug eines Technikers den Atomreaktor. Während der Stützpunkt um sie herum zu explodieren beginnt, stellt sich Dr. No Bond zum Kampf und stirbt, als er im kochenden Kühlwasser des Reaktors versinkt. Zusammen mit Honey kann Bond in letzter Sekunde in einem kleinen Boot von der Insel entkommen. Als Felix Leiter die beiden retten will, lässt Bond sich zunächst in Schlepp nehmen. Er und Honey lassen das Seil aber los, um noch etwas Zeit miteinander zu verbringen.

Die Filmfigur James Bond aus Dr. No lehnt sich noch stark an Flemings Schöpfung an. Viele Merkmale der Filmreihe sind aber bereits in diesem Film angelegt. Dazu zählt John Barrys Arrangement des James Bond Theme, der Blick durch einen Pistolenlauf zu Filmbeginn, eine starke und erotische Frauenrolle (siehe Figuren aus James-Bond-Filmen#Die Bond-Girls), exotische Handlungsorte, die Verwendung von Gadgets sowie besonderen Fahrzeugen und ein größenwahnsinniger, versehrter Gegenspieler mit seinen Handlangern. Im Vergleich zu den folgenden Bond-Filmen beginnt Dr. No noch direkt mit dem Vorspann – erst ab Liebesgrüße aus Moskau unterteilt dieser die Handlung. Obwohl sich der Vorspann noch stilistisch von seinen Nachfolgern unterscheidet, wurde er bereits hier von Maurice Binder entworfen – er erstellte auch alle weiteren von Feuerball bis Lizenz zum Töten.

Der Film startet mit dem James-Bond-Thema von Monty Norman, das Norman von John Barry arrangieren und einspielen ließ. Bereits Jahre zuvor hatte Norman das zugrundeliegende Motiv für eine Bühnenproduktion geschrieben. Jedoch machte zweifelsfrei erst John Barrys Jazz-inspiriertes Arrangement aus Bläsern und Surfgitarre das Thema weltberühmt. Auf dem Soundtrack finden sich auch Normans verschiedene Bearbeitungen des karibischen Volkslieds Underneath The Mango Tree und von Three Blind Mice, bezeichnet als Kingston Calypso. Norman hat auf dem Soundtrack zwar ein weiteres James Bond Theme (Titel 17) untergebracht, das jedoch in keinem späteren Bond-Film mehr Verwendung fand. Der Soundtrack erschien erstmals 1962 bei United Artists Records als Mono-LP – alle weiteren Bond-Filmmusiken wurden dann in Stereo veröffentlicht. In den 1980er Jahren wurde eine erste CD-Pressung durch EMI Records herausgebracht. Zum 40-jährigen Jubiläum des Films wurde von Capitol Records 2003 eine neubearbeitete Fassung veröffentlicht.

In diesem Film erhielt Bond seine ikonische Pistole, die Walther PPK; er tauschte sie für seine Beretta 418 ein, die in seinem letzten Einsatz eine Ladehemmung gehabt habe. Die im Film als Walther PPK bezeichnete Waffe ist in Wirklichkeit eine Walther PP.

Da James Bond jagt Dr. No nicht der erste James-Bond-Roman war, mussten einige Elemente in der Film-Chronologie geändert werden: So spielt bereits der frühere Roman Leben und sterben lassen auf Jamaika, und somit trifft Bond auch schon hier Strangways und Quarrel. Da beide aber in diesem Film starben, wurde Strangways aus der späteren Verfilmung gestrichen. Quarrels Rolle jedoch, als essentieller Bestandteil der Handlung, wurde dort von seinem Sohn Quarrel Jr. übernommen.

Beim ersten James-Bond-Film entstieg Ursula Andress im cremefarbenen Baumwoll-Bikini dem Meer. Die Szene sorgte für eine sprunghafte Verbreitung des bis dahin mit moralischen Sorgenfalten betrachteten Textilstücks (siehe Dr.-No-Bikini). In Anspielung an diese Szene entstieg auch Halle Berry 2002 im Bond-Film Stirb an einem anderen Tag sowie James Bond selbst (Daniel Craig) im darauffolgenden Casino Royale auf dieselbe Weise dem Meer.

Zu Beginn war als Vorlage für den ersten James-Bond-Kinofilm der Roman Feuerball vorgesehen. Aufgrund eines Rechtsstreits zwischen Ian Fleming, Kevin McClory und Jack Whittingham entschied sich die Produktionsfirma Eon Productions unter Leitung der Produzenten Albert R. Broccoli und Harry Saltzman stattdessen für den Roman Dr. No. United Artists hatte schon vor Drehbeginn einen Vertrag über den Vertrieb von sechs James-Bond-Filmen abgeschlossen und als sich dann der Erfolg von James Bond jagt Dr. No. abzeichnete, nahm Eon die Produktion der Fortsetzung Liebesgrüße aus Moskau auf.

Die Suche nach einem Hauptdarsteller gestaltete sich als schwierig. Berichten zufolge wurden auch Richard Johnson, Rex Harrison, Trevor Howard, Max von Sydow, Stephen Boyd und Roger Moore in Betracht gezogen – letzterer war später der dritte Darsteller des James Bond. Patrick McGoohan lehnte die Rolle als zu brutal ab. Produzent Broccoli hätte gerne Cary Grant besetzt, Bond-Autor Fleming favorisierte entweder David Niven, Roger Moore oder seinen Cousin Christopher Lee. Man hoffte gar, per Zeitungswettbewerb einen passenden Darsteller zu finden. Aus über 1000 Bewerbern lud man sechs zu Probeaufnahmen ein und das Model Peter Anthony ging als Sieger hervor, wurde aber trotzdem nicht für geeignet befunden.

Die Hauptrolle des Grafen Wronskij in einer BBC-Produktion von Anna Karenina machte derweil den Schotten Sean Connery zum Favoriten in einer Leserumfrage des Daily Express. Produzent Broccoli kannte den Darsteller seit 1958, Lana Turner hatte beide am Set von Another Time, Another Place einander vorgestellt. Aber erst nach einer Testvorführung von Disneys Darby O’Gill konnte Dana Broccoli ihren Mann von Connerys Zugkraft überzeugen. Saltzman wiederum wurde auf den Schauspieler über den Produzenten Benjamin Fisz aufmerksam. Dieser drehte gerade mit Connery die Militärkomödie On the Fiddle und empfahl seinen Hauptdarsteller auf einer Dinnerparty.

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