Jamal Musiala (* 26. Februar 2003 in Stuttgart) ist ein deutsch-britischer Fußballspieler, der überwiegend im offensiven Mittelfeld, auf den Flügeln oder im zentralen Mittelfeld eingesetzt wird. Seine Laufbahn begann er in Fulda beim TSV Lehnerz, bevor die Familie nach England zog. Nach acht Jahren in der Jugend des FC Chelsea wechselte er im Sommer 2019 zum FC Bayern München, wo er seit 2020 in der Profimannschaft spielt. Mit ihr gewann er sechs Mal die Deutsche Fußballmeisterschaft.
Als Junioren-Nationalspieler lief Musiala meist für England auf, da er durch seinen britisch-nigerianischen Vater auch die britische Staatsbürgerschaft besitzt. Er war dort zuletzt 2020 Mitglied der englischen U21-Mannschaft. 2021 entschied er sich für eine Laufbahn im DFB. Mit der deutschen Nationalelf nahm Musiala bisher an zwei Weltmeisterschaften (2022, 2026) und zwei Europameisterschaften (2021, 2024) teil.
Jamal Musiala wurde in Stuttgart als Sohn von Carolin Musiala und Daniel Richard geboren. Seine Mutter hat polnische Wurzeln, sein Vater stammt aus Nigeria und spielte dort höherklassig Fußball. Weil seine Mutter ein Studium aufnahm, zog die Familie ins osthessische Fulda, als er noch ein Kleinkind war.
Mit knapp fünf Jahren begann er 2008 beim TSV Lehnerz im Nordosten der Stadt mit dem Vereinsfußball, just in der Zeit, in der sich der Stadtteilverein anschickte, den strauchelnden Traditionsverein Borussia Fulda als sportliche Nummer eins der Stadt abzulösen. Dort galt er damals schon als Ausnahmetalent. Er sei vom Kopf her schon immer weiter als Gleichaltrige gewesen und habe daher jeweils eine Altersklasse höher gespielt, so sein damaliger Trainer Branko Milenkovski.
Musiala war sieben Jahre alt, als die Familie im Herbst 2010 mit seiner inzwischen geborenen jüngeren Schwester (etwa fünf Jahre später wurde noch ein Bruder geboren) erneut umzog. Die Mutter hatte die Möglichkeit, im Rahmen des Erasmus-Programms vier Monate im südenglischen Southampton zu studieren. Nach dort zunächst erfolgloser Vereinssuche nahm Musiala an einem Feriencamp teil und wurde dabei von Scouts des FC Southampton beobachtet, die ihn in ihre Nachwuchsakademie aufnahmen. Da der Siebenjährige auch bei der Stadtmeisterschaft regelmäßig für seine Mannschaft traf, wurde man unter anderem beim FC Chelsea auf ihn aufmerksam. Nach Ende des Auslandssemesters kehrte die Familie zunächst nach Fulda zurück. Seine Mutter schrieb an ihrer Masterarbeit und fand eine Stelle bei einem US-Unternehmen nahe des Trainingsgeländes von Chelsea. Im Frühjahr 2011 siedelte die Familie dauerhaft nach England über und nahm das Angebot des damals amtierenden englischen Meisters und Pokalsiegers an.
Im ersten Spiel für seinen neuen Verein konnte Musiala vier Tore beisteuern und lebte sich bei Chelsea schnell ein. In den Folgejahren durchlief er die verschiedenen Jugendmannschaften des Vereins, war mit diesen bei Turnieren auch international erfolgreich und wurde bereits als 13-Jähriger in die englische U15-Nationalmannschaft berufen. Mit 15 Jahren kam er zu seinem ersten Einsatz in der U18-Premier-League. Persönliche Gründe und der nahende Brexit waren ausschlaggebend dafür, dass der inzwischen 16-Jährige mit seiner Mutter und seinen Geschwistern die Insel im Sommer 2019 wieder verließ.
Es lagen europaweit mehrere Anfragen vor, die Wahl fiel auf den FC Bayern München. Dort musste Musiala zunächst auf die Spielgenehmigung warten und versäumte daher die ersten vier Spieltage der U17 in der B-Junioren-Bundesliga. Die Mannschaft, trainiert von Weltmeister Miroslav Klose, war ohne ihn etwas holprig in die Saison gestartet. Ende August 2019 kam es dann zum ersten Einsatz als offensiver Mittelfeldspieler für seinen neuen Verein. Gegen den Aufsteiger SC Freiburg erzielte er das 1:0, der Endstand der Begegnung war 4:1. In den folgenden fünf siegreichen Partien traf er viermal, einmal zudem noch im November, bevor er bereits im Dezember zur U19 in die A-Junioren-Bundesliga hochgezogen wurde und hierbei auch zwei Einsätze in der UEFA Youth League bestritt, bei der die Mannschaft aber bereits im Achtelfinale an Dinamo Zagreb scheiterte.
Im Februar 2020 durfte er erstmals bei der von Hansi Flick trainierten Bundesligamannschaft mittrainieren, spielte jedoch weiterhin für die A-Junioren. Für diese absolvierte er insgesamt acht Einsätze ohne Torerfolg, bevor wegen der Corona-Pandemie der Spielbetrieb im März 2020 zum Erliegen kam und die Spielzeit im Jugendbereich schließlich auch nicht mehr fortgesetzt wurde.
In der 3. Liga wurde der Spielbetrieb ab Ende Mai 2020 mit Geisterspielen wieder aufgenommen und der inzwischen 17-jährige Musiala wurde ab Anfang Juni bei mehreren Partien der Bayern-Amateure eingewechselt. Bei seinem dritten Einsatz erzielte er beide Tore zum 2:0-Sieg gegen den FSV Zwickau. Kurz darauf kam der Offensivspieler unter Hansi Flick auch zu seinem ersten Kurzeinsatz in der ersten Mannschaft, als er beim Bundesliga-Heimspiel gegen den SC Freiburg in der Schlussphase der Partie eingewechselt wurde. Insgesamt kam er in jener Saison für die Amateurmannschaft zu acht Einsätzen, zwei davon von Beginn an, und wurde mit der Mannschaft Drittligameister.
Für die Profimannschaft des FC Bayern war die Saison jedoch noch nicht beendet, da die im Frühjahr unterbrochene Champions-League-Saison Anfang August mit dem Achtelfinalrückspiel gegen den FC Chelsea fortgesetzt wurde, bei dem er auf der Ersatzbank saß.
Das Spiel wurde mit 4:1 gewonnen, damit war der FC Bayern für das Finalturnier in Lissabon qualifiziert. Auch dort war Musiala mit dabei, gehörte beim Viertelfinale gegen den FC Barcelona zum Spieltagskader, wurde im weiteren Verlauf des für den FC Bayern siegreichen Wettbewerbs jedoch nicht mehr berücksichtigt.
Zur Saison 2020/21 rückte Musiala, der noch zwei Jahre in der U19 hätte spielen können, fest in den Profikader auf. In der Folgezeit kam er immer wieder zu Einsätzen für die Profimannschaft, mehrfach auch von Beginn an, und war auch als Torschütze erfolgreich. Für die Amateure spielte er letztmals im Oktober 2020. In den ersten Monaten seines Wirkens bei der Profimannschaft des FC Bayern stellte Musiala als 17-Jähriger mehrere Bestmarken auf: So war er jüngster Bundesliga-Debütant, jüngster Bundesliga-Torschütze und jüngster Champions-League-Torschütze des FC Bayern München. Anfang März 2021 unterschrieb der kurz zuvor volljährig gewordene Musiala seinen ersten Profivertrag mit einer Laufzeit bis zum 30. Juni 2026.
In seiner ersten Saison bei den Bayern-Profis kam Musiala in den 50 Pflichtspielen insgesamt 37-mal zum Einsatz, elfmal gehörte er dabei der Startelf an, siebenmal trat er als Torschütze in Erscheinung. Ein ähnliches Bild ergibt sich für die Folgesaison. Bayern-Trainer Flick war im Sommer 2021 als Bundestrainer zum DFB gewechselt, unter seinem Nachfolger Julian Nagelsmann kam Musiala zwar ebenfalls regelmäßig zum Einsatz, meist jedoch von der Ersatzbank aus. Ende November 2021 belegte er bei der Verleihung der Kopa-Trophäe für den weltbesten U21-Spieler, durchgeführt von der französischen Fußball-Zeitschrift France Football, hinter dem Spanier Pedri vom FC Barcelona und dem Engländer Jude Bellingham von Borussia Dortmund den dritten Platz. Beim Golden Boy der Zeitschrift Tuttosport für den besten U21-Spieler in Europa belegte er ebenfalls den dritten Platz.
In der Saison 2022/23 stand Jamal Musiala meist in der Startelf. Sein Pensum in der Vorsaison mit acht Toren in 40 Pflichtspieleinsätzen konnte er bereits während der Saison-Hinrunde überbieten und war bis zur Winterpause bei 14 Ligaeinsätzen neunmal als Torschütze erfolgreich und damit der treffsicherste Bayern-Spieler. Zum Bundesliga-Saisonende 2022/23 war Musiala der zweiterfolgreichste Torvorlagengeber und Scorer der Bundesliga-Saison.
Am letzten Liga-Spieltag kam der Meisterkonkurrent und Tabellenführer Borussia Dortmund lediglich zu einem Remis. Um die Meisterschaft zu gewinnen, musste Bayern München sein Spiel in Köln gewinnen. Der vier Minuten zuvor eingewechselte Musiala erzielte in der 89. Minute das entscheidende 2:1-Siegtor und wurde dadurch zum „Meistermacher“ seiner Mannschaft.