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Jamaika

Inselstaat in der Karibik

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Jamaika [jaˈmaɪ̯ka]/[dʒ-] (englisch Jamaica [ʤəˈmeɪkə]) ist ein Inselstaat in der Karibik. Das Land war bis zur Unabhängigkeit im Jahr 1962 eine britische Kolonie und ist Mitglied des Commonwealth of Nations. Die Hauptstadt Kingston ist auch die größte Stadt des Landes. Der Großteil der etwa drei Millionen Einwohner stammt von afrikanischen Sklaven ab und ist christlichen Glaubens.

Jamaika ist eine demokratisch verfasste parlamentarische Monarchie. Staatsoberhaupt ist der jeweils herrschende britische Monarch, seit 2022 König Charles III. Er wird auf Jamaika von einem Generalgouverneur vertreten.

Die Musikstile Ska, Rocksteady, Reggae und Dub entstanden auf der Insel. Ferner hat die Glaubensrichtung Rastafari ihren Ursprung auf Jamaika.

Der Name leitet sich vom arawakischen Xaymaca oder Chaymakas ab, was so viel wie „Quellenland“ oder „Holz- und Wasserland“ bedeutet.

Jamaika ist die drittgrößte Insel der Großen Antillen. Sie liegt 145 Kilometer südlich von Kuba und – getrennt durch den Jamaica Channel – 160 Kilometer westlich von Hispaniola (Quisqueya) mit den Staaten Haiti und Dominikanische Republik. Das mittelamerikanische Festland ist 635 Kilometer von der Westspitze entfernt. Bei einer Länge von 235 Kilometern und einer Breite zwischen 35 und 82 Kilometern nimmt die Hauptinsel eine Fläche von 10.991 Quadratkilometern ein.

Vor der Südwestküste liegt die Pedro Bank, eine unterseeische Erhebung, die auf einer Fläche von 8000 Quadratkilometern eine Wassertiefe von weniger als 100 Metern hat. In der Bank befinden sich die Pedro Cays, eine Inselgruppe mit einer Gesamtfläche von 23 Hektar.

Das Staatsgebiet Jamaikas umfasst neben der Hauptinsel und den Pedro Cays noch die ungefähr 60 Kilometer südöstlich gelegene Inselgruppe der Morant Cays.

Die Atolle Serranilla-Bank, Bajo Nuevo und Alice Shoal (Letzteres ein untermeerisches Riff) liegen im gemeinsam von Jamaika und Kolumbien verwalteten Meeresgebiet.

Die Karibik ist eine der geologisch komplexesten Regionen der Welt. Viele Details der Entstehung Jamaikas sind unbekannt oder umstritten. Die verbreitetste Theorie geht davon aus, dass der westliche Teil Jamaikas und die Blue Mountains im Osten in verschiedenen Regionen vor etwa acht Millionen Jahren zusammentrafen.

Die Blue Mountains im Osten sind Teil eines Gebirges, dessen Bergketten sich auch auf Kuba und Hispaniola finden. Die geologischen Strukturen sind identisch mit den dortigen. Die Berge wurden am Ende des Eozäns aus dem Wasser gehoben und liegen seitdem dauernd über dem Meeresspiegel. Möglicherweise bestand vor etwa 35 Millionen Jahren kurzzeitig eine Landbrücke zu Hispaniola.

Die westlichen Teile Jamaikas und die Pedro Bank waren ursprünglich Teil des untermeerischen Nicaragua-Rückens, von dem sie sich vor 40 Millionen Jahren abspalteten. Im Laufe der Kreidezeit bildete sich in der Region eine Reihe von Unterwasservulkanen, von denen einzelne wahrscheinlich kurzzeitig die Meeresoberfläche durchbrachen. Das älteste Gestein, das sich auf der Insel findet, ist erkaltete Lava aus dieser Periode. Der gesamte Block wurde im späten Eozän durch tektonische Bewegungen, unterstützt durch einen stark fallenden Meeresspiegel, über die Oberfläche gehoben. Spätestens damals endete der größte Teil der vulkanischen Aktivität.

Nach weiteren fünf Millionen Jahren bedeckte das ansteigende Meer wieder große Teile der Fläche. In der Folge entstand ein mehrere hundert Meter dicker Kalksteinpanzer, der heute noch fast den gesamten Westen bedeckt.

Es gibt Anzeichen, dass sich einige höher gelegene Teile in der Folge noch mehrmals über der Wasseroberfläche befunden haben. Die letzte große Hebung begann vor acht Millionen Jahren, zeitgleich mit dem Zusammentreffen mit den Blue Mountains.

Jamaika liegt am Nordrand der Karibischen Platte, die sich direkt vor der Küste unter die Nordamerikanische Platte schiebt. Die Nähe zur Plattengrenze führt immer wieder zu starken Erdbeben, wie etwa dem, das 1692 unter anderem Port Royal zerstörte.

Der Westen und die Mitte der Insel werden dominiert von mehreren hundert Meter dicken Kalksteinschichten, die etwa zwei Drittel der Oberfläche bedecken. Im Zentrum bilden sie bis zu 900 Meter hohe Bergketten. Im weichen Gestein haben sich tiefe Täler und Höhlen mit unterirdischen Flussläufen gebildet. Die Verkarstung ist besonders im Cockpit County südlich von Montego Bay ausgeprägt.

Die Gebirge fallen an einigen Stellen im Norden über 500 Meter steil zur See ab. Dort beginnt unmittelbar vor der Küste der 7680 Meter tiefe Kaimangraben. Im Süden ist der Abstieg zum Meer flacher, mit weiten Alluvialebenen, die im Laufe der vergangenen acht Millionen Jahre von den Flüssen geschaffen wurden. Ausnahmen bilden zwei Bergketten in Westmoreland und Saint Elizabeth, die bis an die Küste reichen. Neben Kalk wird der Untergrund von erkalteter Magma, Gneis und Schiefer geformt. Der wichtigste Bodenschatz ist Bauxit, dessen Lagerstätten sich östlich von Montego Bay und westlich von Kingston im Inselinneren befinden. Außerdem werden Gips und Marmor abgebaut.

Der Osten wird von den Blue Mountains geprägt, einer Bergkette, die sich auf einer Länge von rund 100 Kilometern von Nordwesten nach Südosten erstreckt, mit zahlreichen Ausläufern nach Norden und Süden. Hier befindet sich der höchste Punkt der Insel, der 2256 Meter hohe Blue Mountain Peak.

Jamaika wird von vielen kurzen Flüssen durchzogen. Aufgrund der Lage der Gebirge fließen diese meist nach Norden oder Süden. Die Menge des von ihnen geführten Wassers schwankt während der Regenzeiten stark. Im meist weichen Gestein können die Flüsse leicht ihren Lauf ändern oder über längere Strecken unterirdisch verlaufen.

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