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Jakob Steiner (Mediziner)

Schweizer Mediziner und Politiker

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Jakob Steiner, auch Jakob Dionys Steiner (* 3. Dezember 1864 in Kaltbrunn; † 24. August 1941 in Bischofszell; heimatberechtigt in Kaltbrunn und Rieden), war ein Schweizer Mediziner und Politiker.

Jakob Steiner entstammte der St. Galler Familie Steiner: sein Vater war Johann Baptist Steiner, Landwirt und Senn, und seine Mutter war Verena (geb. Steiner); er war das dreizehnte von fünfzehn Kindern.

Am 18. Januar 1892 heiratete er Maria Barbara Louisa, Tochter des Arztes Johann Karl Zingg; gemeinsam hatten sie eine Tochter.

Ausbildung und ärztliche Laufbahn

Sein Medizinstudium absolvierte Steiner, nach dem Besuch der Stiftsschule in Engelberg und der Matura am Kollegium Maria Hilf (siehe Kantonsschule Kollegium Schwyz) in Schwyz, an der Universität Bern, der Universität München und der Universität Wien.

Er wirkte von 1891 bis 1928 als Arzt in seiner Heimatgemeinde Kaltbrunn und betreute damit über drei Jahrzehnte die lokale Bevölkerung; in dieser Zeit rückte er zum Bezirksarzt des Gasterlandes auf und wurde vom Regierungsrat in die kantonale Sanitätskommission berufen, der er von 1911 bis 1920 angehörte. Nach dem Ausscheiden aus seiner Praxis in Kaltbrunn praktizierte er von 1928 bis 1937 als Arzt in Saas-Fee im Wallis.

In seiner Heimatregion engagierte sich Steiner in der Kantonal- und der Bundespolitik. Ab 1909 sass er als Vertreter der Konservativen Volkspartei im St. Galler Grossrat und ab 1. Dezember 1919 im Nationalrat mit katholisch-konservativer Ausrichtung. Im Juli 1928 zeigte er der Leitung der Konservativen Volkspartei des Kantons St. Gallen wegen Wegzugs aus dem Kanton seine Demission als Nationalrat, Kantonsrat und Inhaber seiner übrigen öffentlichen Ämter an. Das Nationalratsmandat behielt er auf Ersuchen der Parteileitung noch bis zum Ende der Amtsperiode am 2. Dezember 1928 bei. Parallel zu seinen Mandaten war er von 1919 bis 1928 im Vorstand der Bauernpolitischen Vereinigung des Kantons St. Gallen tätig; 1925 folgte er Emil Mäder als Präsident der Vereinigung. Ihm folgte 1928 Paul Müller (1865–1942).

Von 1921 bis 1928 gehörte er dem Vorstand des Schweizer Bauernverbands an.

Steiner erwarb sich Verdienste um die infrastrukturelle Entwicklung seiner Heimat. Er setzte sich massgeblich für die Wasserversorgung und die Elektrifizierung Kaltbrunns ein und trug zur Modernisierung der Gemeinde bei; so war er einer der Schöpfer der Wasserrechtskorporation, und ebenso war die Gründung des Elektrizitätswerks der Gemeinde sein Werk. Im Bereich der Landwirtschaft engagierte er sich in der Melioration der Linthebene, wodurch landwirtschaftliche Flächen verbessert und produktiver gemacht wurden. Darüber hinaus war Steiner an der Förderung der Rickenbahn beteiligt, die für die Verkehrserschliessung der Region bedeutsam war.

Steiner war Mitglied des Schweizerischen Studentenvereins.

Alt Nationalrat Dr. Steiner. In: Thurgauer Zeitung. 26. August 1941, S. 2 (Digitalisat).

St. Gallen. In: Neue Zürcher Zeitung. Morgenausgabe, 26. August 1941, S. 5–6 (Digitalisat; «In Bischofszell ist im 77. Altersjahr nach längerer Krankheit alt Nationalrat Dr. Jakob Steiner, der in früheren Jahren im politischen Leben des Kantons St. Gallen eine bedeutende Rolle gespielt hat, gestorben»).

† Alt Nationalrat Dr. med. Jakob Steiner. In: Neue Zürcher Nachrichten. 26. August 1941, S. 3 (Digitalisat).

Stefan Gemperli: Jakob Dionys Steiner. In: Historisches Lexikon der Schweiz.

Jakob Steiner im Archiv für Agrargeschichte

Jakob Steiner in Schweizerische Eliten im 20. Jahrhundert

Jakob Dionys Steiner auf der Website der Bundesversammlung .

Jakob Dionys Steiner. Indexeintrag: Deutsche Biographie

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