An diesem Tag

Jakob Pazeller

Österreichischer Komponist und Militärmusiker

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Jakob Mathias Pazeller (* 2. Jänner 1869 in Baden, Österreich-Ungarn; † 24. September 1957 in Budapest) war ein österreichischer Komponist und Dirigent.

Jakob Pazeller wurde als Sohn von Jakob und Elisabeth (Elise) Pazeller geb. Pichler (1847–1912), die beide aus Gumpoldskirchen stammten, im Melkerhof der Stadt Baden, Pfarrgasse 8, geboren. Jakob Pazeller (1844–1908) betrieb in Baden eine Bäckerei, seine Ehefrau Elise Pazeller’s Conditorei unweit des Melkerhofs in der Wassergasse 8.

Von 1883 bis 1888 studierte Jakob Pazeller Musik im Wiener Konservatorium in den Fächern Violine und Kompositionslehre. Nach dem Abschluss des Wiener Konservatoriums, 1888, wurde er Konzertmeister im Orchester von Eduard Strauß (1835–1916). Von 1881 war er in verschiedenen Theatern als Dirigent tätig (Teplitz, Kronstadt), 1883 Dirigent im Opernhaus Hermannstadt. Er wurde bereits im Alter von 26 Jahren Dirigent am Wiener Carltheater im 2. Wiener Gemeindebezirk Leopoldstadt. Ab dem Jahr 1886 bis 1906 betätigte er sich als Militärkapellmeister der K. u. K. Infanterieregiment 33. in Arad. Dort arbeitete er in den Wintermonaten mit seinem Orchester im Theater, und in den Sommermonaten spielte er mit dem Orchester in Herkulesbad, einem der damaligen bekanntesten Kurort Europas.

Sein bekanntestes Stück, komponiert 1903, war der Walzer Souvenir de Herkulesbad, Opus 124, der in seinem Garnisonsort, dem Badeort Herkulesbad (ungarisch Herkulesfürdő, heute rumänisch Băile Herculane), entstand. Mit dem Stück hatte er weltweiten Erfolg, das viele Jahrzehnte – wie auch heute noch – zum Standard-Programm der Kur- und Salonorchester sowie vieler Blasmusikkapellen gehört. Schon nach wenigen Jahren hatte

der Budapester Verleger Nádor Kálmán mehr als hunderttausend Notenexemplare verkauft, wodurch dieser Walzer zu einem der erfolgreichsten der Donaumonarchie wurde.

Im Jahr 1906 ging Pazeller als Militärkapellmeister zum Infanterieregiment Alfons XIII. König von Spanien Nr. 38 nach Budapest, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1957 blieb. In dieser Zeit schrieb Pazeller eine Oper, drei Operetten, vier Ouvertüren sowie zahlreiche Walzer, Lieder, Romanzen, Intermezzi, Humoresken, Märsche und andere Orchester- und Tanzstücke, gesamt mehr als 200 Werke. 1909 erhielt Pazeller die allerhöchste Erlaubnis zu Annahme und Tragen des ihm verliehenen spanischen Militär-Verdienstordens erster Klasse.

Durch den Zusammenbruch Österreich-Ungarns verlor der Offizier, als welcher er als Kapellmeister tätig war, in Ungarn bald an Popularität, obwohl er in Ungarn lebte und auch dort seine Familie hatte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde vom kommunistischen Regime die Veröffentlichung seiner Werke verboten, und er selbst verlor seinen Pensionsanspruch. Nur die Rücksicht auf seine Krankheit ersparte ihm die Ausweisung.

Sein Enkel Friedrich Pazeller (* 1957 Budapest), der ebenfalls Komponist ist, bemüht sich gemeinsam mit dem Verein für Musikforschung und Konzerte 2000 in Baden-Baden, sowie mit der Jakob Pazeller Gesellschaft, Ungarn- eine „Wiederentdeckung“ der Werke seines Großvaters zu gestalten.

Sowohl in Baden als auch in Budapest und in Herkulesbad wurden Gedenktafeln angebracht. In Zebegény, wo er in Jahren 1929 bis 1938 seine Ferien verbrachte, wurde eine Promenade nach ihm benannt. Im Jahr 2007 wurde in Budapest Bezirk VIII, sowie im Jahr 2022 in Herkulesbad (Băile Herculane-Rumänien) nach ihm jeweils eine Straße benannt.

Seine Schwester Elsa Pazeller (1881–1949) war kurzzeitig mit dem Komponisten Karl Weigl verheiratet, die austroamerikanische Kinderpsychologin Maria Weigl Piers ist eine Nichte.

Von seinen Werken wurden bis jetzt drei CDs veröffentlicht:

Solange der Walzer klingt HUNGAROTON-Budapest

Liebestanz - FIPA Records Mvl-Baden-Baden

1898 Ein süßes Wort, ein tiefer Blick, Serenade für Orchester

1903 Souvenir de Herkulesbad, Walzer, op. 124

1914 Verbrüderung, Ouverture für Orchester

1917 Liebestanz, Intermezzo für Orchester

1920 Delila, Intermezzo für Orchester

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