Jacob Horst (auch: Jakobus Horstius; * 1. Mai 1537 in Torgau; † 21. Mai 1600 in Helmstedt) war ein deutscher Mediziner.
Horst war der vierte Sohn des vermögenden Torgauer Tuchmachermeisters, Schatzmeisters und Ratsherrn Gregor Horst († 1547 in Torgau) und dessen Frau Gertrud Frenzel (* um 1503; † 24. September 1573 in Torgau), der Tochter des Ratsherrn in Prettin Peter Frenzel. Er besuchte ab 1546 die Lateinschule in Torgau, welche unter der Leitung der Rektoren Marcus Crodel und Johannes Moser stand. Hier legte er die Fundamente seiner Bildung, vor allem in der lateinischen und griechischen Sprache. Am 23. Juli 1552 immatrikulierte er sich an der Universität Wittenberg, wo er zunächst philosophische Studien absolvierte. Im Folgejahr wurde er Hauslehrer in Seerhausen. Dort unterrichtete er die drei adligen Herren Gregor, Johannes und Dietrich von Schleinitz und blieb dort zwei Jahre. Im Juli 1556 magistrierte er an der Universität Frankfurt/Oder, wo er sich im Wintersemester 1556/57 als Magister in die Matrikel der Hochschule eintrug. Neben seinen medizinischen Studien verdiente er sich seinen Unterhalt, indem er privat Vorlesungen zur griechischen Sprache und Philosophie abhielt.
Am 15. Oktober 1562 promovierte er zum Doktor der Medizin. In der Folge trat Horst 1563, obwohl er evangelisch war, seine erste Arztstelle als Praktikum im schlesischen (zum Reich der Habsburger gehörenden!) Schweidnitz an, von wo er jedoch schon im Folgejahr als Stadtphysikus nach Sagan wechselte. 1568 kehrte er nach Schweidnitz zurück, wo er nun bis 1576 blieb. In jenem Jahr nahm er eine Stelle als Arzt in Iglau an, von wo er 1580 dem Ruf der niederösterreichischen Landstände als Medicus ordinarius nach Krems folgte. Hier war er auch als erzherzoglich österreichischer Leibarzt tätig. Durch seine medizinischen Arbeiten und Publikationen hatte er sich in der medizinischen Gelehrtenwelt einen Namen erarbeitet.
Bereits 1581 wurde daher in Helmstedt darüber nachgedacht, ihn als Lehrkraft zu gewinnen. Jedoch scheiterte dieses Unterfangen an den damit zusammenhängenden Kosten. Als Horst 1583 auf einer Reise von Lübeck auch Helmstedt durchquerte, erhielt er am 20. Juli des Jahres einen Anstellungsvertrag. Am 9. August 1584 wurde er mit seiner Antrittsvorlesung zweiter Professor der medizinischen Fakultät an der Universität Helmstedt. 1588 und 1594 wirkte er als Prorektor der Alma Mater und war in den Jahren 1587/88 und 1588/89 als Dekan der medizinischen Fakultät aktiv. Daneben wirkte er jedoch bei Bedarf auch in den Städten des Umfeldes als Arzt. Horst pflegte einen umfangreichen wissenschaftlichen Kontakt zu verschiedenen Persönlichkeiten seiner Zeit.
Er verfasste mehrere Bücher über Medizin, der Zeit entsprechend über Hippokrates und Galen. Aber er beobachtete auch seine Umwelt. So entstanden Schriften wie über die Wirkung des Sauerbrunnens in Schwalbach oder das Nachtwandeln. Da er dem Aberglauben anhing, schrieb er darüber die Schrift De aureo dente … über einen goldenen Zahn, mit dem ein Kind geboren wurde und was das zu bedeuten hätte. Dieses Werk erschien auch in einer deutschen Übersetzung. An Übersetzungen lässt sich unter anderem von ihm das Buch des Levinus Lemnius Occulta naturae miracula hervorheben. Diese mehrere Teile umfassende Arbeit erlebte mehrere Auflagen. Sie war vor allem für die Gilden der Wundärzte, Bader etc. gedacht, welche die lateinische Gelehrtensprache nicht verstanden.
Horst war zwei Mal verheiratet. Seine erste Ehe schloss er am 15. Oktober 1562 in Frankfurt/Oder mit Sybilla Grube (* 1543; † April 1586), die Tochter des kaiserlichen Rates Adolf Gruben de Benthen (* Bentheim; † 1558). Aus der Ehe stammen mehrere Kinder:
Sybilla Horst (* 14. September 1564; † 23. Dezember 1565)
Christoph Horst (* 6. November 1565) Kanoniker und Kämmerer in Magdeburg ⚭ Januar 1591 mit Magdalena, Tochter des Consuls in Magdeburg Thomas Sultzer
Ludmilla Horst (* 5. Januar 1568) ⚭ 1. Dezember 1589 mit Johann Werner
Heinrich Adolph Horst (* 25. Mai 1569; † 11. Juni 1632) ⚭ 16. September 1600 mit Elisabeth Unruh (* September 1576; † 18. September 1632), der Tochter des Torgauer Bürgermeisters Anton Unruh (* 13. August 1546; † 10. April 1620) und seiner Frau Magaretha Sachse (* 9. Februar 1549 † 4. April 1618)
Jacob Horst (* 14. Juni 1570; † 20. September 1570)
Jakob Horst (* 13. August 1574; † 11. Februar 1598)
Sybilla Horst (* 12. September 1575)
Anna Horst (* 26. September 1577; † 15 Wochen al)
Anna Maria Horst (* 1584) ⚭ mit Martin Hertz in Mutzschen
Seine zweite Ehe schloss er am 17. September 1587 mit Regina Zoch († 4. November 1609), Tochter des Salzgrafen Moritz Zoch (1543–1578). Aus der Ehe stammen ebenfalls mehrere Kinder:
Julius Horst (* 14. Oktober 1588; † 28. Oktober 1589)
Hedwig Julia Horst (* 29. Dezember 1589)