Jörg „Rossi“ Roßkopf (* 22. Mai 1969 in Dieburg) ist ein ehemaliger deutscher Tischtennisspieler und amtierender Bundestrainer. Roßkopf wurde 1989 im Doppel mit Steffen Fetzner bei der Tischtennis-WM in Dortmund erster und bisher auch letzter deutscher Weltmeister im Tischtennis. Bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona errang das Duo die Silbermedaille im Doppel. Im Herren-Einzel erreichte Roßkopf acht deutsche Meisterschaften, gewann 1992 den Europameisterschaftstitel und errang bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta die Bronzemedaille. Mit 272 Länderspielen ist Roßkopf zudem Rekordnationalspieler der deutschen Tischtennis-Nationalmannschaft.
Seit August 2010 ist Roßkopf Bundestrainer der deutschen Tischtennis-Nationalmannschaft beim Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB). Unter Roßkopfs Ägide wurde die Mannschaft 2012, 2014 und 2018 Vizeweltmeister, gewann 2011, 2013, 2017, 2019 sowie 2021 die Tischtennis-Europameisterschaft und erzielte bei den Olympischen Spielen 2021 die Silbermedaille. 2017 wurde Jörg Roßkopf vom Tischtennis-Weltverband ITTF zum Trainer des Jahres gekürt.
Roßkopf wuchs in Münster (Hessen) auf. Er verließ die Gesamtschule Münster mit dem Realschulabschluss, um sich ganz dem Tischtennissport zu widmen. Er lebte damals vorwiegend in Duisburg im Deutschen Tischtenniszentrum DTTZ. Roßkopf ist seit Juni 1994 verheiratet und hat drei Kinder. Sein Bruder Thomas (* 2. Dezember 1966) spielte ebenfalls erfolgreich in der 1. Bundesliga.
Roßkopf ist Linkshänder, Shakehandspieler und hatte ein aggressives Spiel mit Schwerpunkten auf dem Vorhandtopspin und dem diagonalen Rückhandkonter.
Ein großer Überraschungserfolg gelang ihm 1989 bei der Tischtennis-WM in Dortmund. Am 8. April 1989 gewann er an der Seite von Steffen Fetzner im Doppel-Finale gegen die polnisch-jugoslawische Kombination Leszek Kucharski/Zoran Kalinić mit 2:1-Sätzen die Goldmedaille.
Bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona errang er im Doppel, wieder mit Steffen Fetzner, die Silbermedaille. Es war die erste Medaille, die Deutschland beim olympischen Tischtenniswettbewerb gewann. Bei den Spielen vier Jahre später in Atlanta wurde er Dritter im Herren-Einzel. 1992 wurde er in Stuttgart Europameister im Einzelwettbewerb. In der europäischen Rangliste vom Mai 1992 belegte er als bis dahin zweiter Deutscher nach Eberhard Schöler den ersten Platz.
In den 1990er Jahren wechselte Roßkopf den Doppelpartner. Mit Wladimir Samsonow bildete er ein erfolgreiches Doppel, das u. a. die Europameisterschaft 1998 gewann. Nach dieser EM trennte sich dieses Doppel, weil bei Olympischen Spielen nur Doppel mit Spielern aus einer Nation zugelassen waren. Ebenfalls 1998 gewann er als erster deutscher Spieler den World Cup.
Während des gesamten Jahres 2002 laborierte Rosskopf an einer Verletzung. Dennoch gelang ihm bei der Europameisterschaft ein Comeback, als er im Einzel das Halbfinale erreichte und mit der Mannschaft Silber holte.
2004 konnte er sich mit der deutschen Nationalmannschaft einen großen Traum erfüllen und bei der Weltmeisterschaft in Doha die Silbermedaille in der Mannschaftskonkurrenz erringen. Obwohl er nicht im Finale aufgeboten wurde, trug er dennoch mit Siegen gegen den Weltranglistenvierten Chuang Chih-Yuan aus Taiwan und andere starke Gegner zum Erfolg bei.
Roßkopf nahm als Aktiver an fünf Olympischen Spielen (1988–2004) teil, 2012 betreute er erstmals als Bundestrainer deutsche Spieler bei den Spielen.
Seine höchste Weltranglistenposition war Rang vier im August 1992 und im November 1995. In der deutschen Rangliste belegte er über viele Jahre Platz eins. Im Amateurbereich spielte Rosskopf nach dem Ende seiner professionellen Karriere wieder bei seinem Heimatverein DJK Blau-Weiß Münster in der Oberliga Hessen.
EM: 1988, 1990, 1992, 1994, 1996, 1998, 2000, 2003, 2005, 2007
WM: 1985, 1987, 1989, 1991, 1993, 1995, 1997, 1999, 2000, 2001, 2003, 2004, 2005, 2006, 2007, 2008
Olympia: 1988, 1992, 1996, 2000, 2004
Europe TOP-12: 1988 bis 2001, 2003, 2004
Von 1988 bis 1993 und 1996 bis 1997 insgesamt achtmal Deutscher Meister im Einzel
Europameister 1992 im Einzel 3:1-Sieg im Endspiel gegen Jean-Michel Saive, nachdem er sich gegen Ioannis Kordoutis (Griechenland), Zsolt Harczi (Ungarn), Petr Korbel (Tschechoslowakei), Chen Xinhua (Großbritannien) und Zoran Primorac (Kroatien) durchgesetzt hatte.
Europameister 1998 im Doppel mit Wladimir Samsonow