An diesem Tag

Jörg Kachelmann

Schweizer Moderator, Sachbuchautor und Unternehmer

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Jörg Andreas Kachelmann (* 15. Juli 1958 in Lörrach, Deutschland; heimatberechtigt in Schaffhausen) ist ein Schweizer Fernsehmoderator, Sachbuchautor, Journalist und Unternehmer mit Schwerpunkt Meteorologie.

Jörg Kachelmann wurde als Sohn eines aus Franken stammenden Oberinspektors der Deutschen Bundesbahn und einer Ostpreussin in Lörrach im Südwesten Baden-Württembergs geboren. Er verbrachte seine Jugend in der schweizerischen Grenzstadt Schaffhausen. Das Schweizer Bürgerrecht erhielt er im Alter von 20 Jahren. Bereits als Kind wollte er nach eigenen Angaben Meteorologe werden und betrieb Wetterbeobachtungen und -aufzeichnungen als Hobby. Während der Schul- und Semesterferien arbeitete er für verschiedene Wetterdienste. Er studierte an der Universität Zürich Geographie, Mathematik und Physik sowie im Nebenfach Meteorologie, brach das Studium jedoch 1983 kurz vor dem Examen ab und begann ein Volontariat bei der Boulevardzeitung SonntagsBlick. Aus dem Schaffhauser Lokalradio Radio Munot und der Wissenschaftsredaktion des Schweizer Fernsehens wechselte Kachelmann zur Schweizer Illustrierten, wo er 1988 stellvertretender Chefredaktor wurde.

Dem Südwestfunk faxte er nach eigenen Angaben monatelang unaufgefordert Wettervorhersagen, bis diese angenommen wurden. 1989 kaufte Jörg Kachelmann zusammen mit Christian Häckl ein altes Bauernhaus in Bächli im Kanton St. Gallen und baute dieses in eine Wetterstation um. Er gründete 1990 die Meteomedia AG mit Sitz in Gais im Kanton Appenzell Ausserrhoden. Zusammen mit der auf die Visualisierung von Wetterdaten spezialisierten Katja Hösli Media Design AG, dem Unternehmen seiner ersten Frau, wurde auch der Zeitungsmarkt erschlossen. Zwischenzeitlich, 1996, wurde Kachelmann Programmdirektor des Senders Wetter- und Reise-TV, der aber nach knapp zwei Jahren den Betrieb einstellte.

Kachelmann präsentierte Wettervorhersagen für das Schweizer Fernsehen (Meteo) und ebenso für die ARD, dort zunächst in Südwest 3 und seit 1994 auch in der Sendung Das Wetter im Ersten für Das Erste sowie in verschiedenen Radiostationen. Lässige Kleidung und ein etwas flapsiger Stil wurden dabei seine Markenzeichen. Weiter moderierte er 1996 die Sendung Vorsicht Blöff, war von 1999 bis 2004 und von 2007 bis 2009 Moderator der Talkshow Riverboat und leitete 1998 drei Ausgaben der Quiz-Show Einer wird gewinnen. Von 2002 bis 2008 war er Gastgeber seiner eigenen Talkshow im MDR mit dem Titel Kachelmanns Spätausgabe.

2001 wurde Kachelmann «Bootschafter» der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. 2008 erhielt er den «Preis der Deutschen Zipfel». Ausserdem warb Kachelmann für Danone, ISOVER und die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.

Seit 2005 betreibt Jörg Kachelmann das Wetterunternehmen WeatherOK, Inc. in Oklahoma mit der Website weather.us.

2010 kam es zu einem Strafverfahren gegen Kachelmann wegen angeblicher Vergewaltigung, das mit einem Freispruch endete. Im November 2010, während seines Gerichtsverfahrens, kündigte Kachelmann an, nicht mehr im Fernsehen zu moderieren und sich vorerst aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen. Seit Januar 2011 moderiert er wieder teilweise Wettervorhersagen für den lokalen Schweizer Hörfunksender Radio Basel. Seit dem 4. März 2011 präsentiert er in dem Aschaffenburger Privatradio Primavera an jedem Freitag und Samstag das Wochenendwetter. Ab Januar 2012 präsentierte Kachelmann freitags die Wettervorhersage beim Regionalfernsehsender main.tv, der wie das Privatradio Primavera im Funkhaus Aschaffenburg produziert wird. Im Februar 2013 schied Kachelmann aus dem von ihm gegründeten Unternehmen Meteomedia aus und ist seitdem nur noch als freier Berater für das Unternehmen tätig. Am 29. August 2013 wurde bekannt, dass Meteomedia an den britischen Wetterdienst MeteoGroup verkauft wurde.

Kachelmann betreibt einen Kanal auf der Videoplattform YouTube. Dort stellt er seit Juli 2011 regelmässig das prognostizierte Wetter für Deutschland, die Schweiz und die Umgebung vor und erklärt verschiedene Klimasituationen.

Seit Mai 2015 ist Kachelmann wieder mit einer eigenen Wetter-Plattform im Internet zu finden, über die sich Messwerte und Wetterberichte abrufen lassen. Seit Dezember desselben Jahres stellt Kachelmann zusammen mit dem Deutschen Angelo D Alterio Unwetterwarnungen für die Schweiz und Deutschland bereit. Auch im überregionalen Fernsehen ist er wieder präsent: Bei sonnenklar.TV präsentiert Kachelmann seit 2017 einmal pro Monat das Urlaubswetter.

Von Januar 2019 bis Dezember 2022 moderierte Kachelmann erneut die MDR-Talkshow Riverboat – wieder gemeinsam mit Kim Fisher.

Von seiner ersten Frau Katja Hösli wurde Kachelmann Mitte der 1990er-Jahre geschieden.

Der zweiten Ehe entstammen zwei Söhne.

Am 9. März 2011 heiratete er in dritter Ehe die damalige Psychologiestudentin Miriam Kolbus (* 1986) aus Leipzig, die im März 2010 bei der Verhaftung Kachelmanns im Frankfurter Flughafen anwesend war. Das Paar hat einen 2014 geborenen Sohn und lebt in der Schweiz. Miriam Kachelmann kämpfte seit Beginn der Angelegenheit für seine Rehabilitierung und unterstützte ihren Mann bei der Prozessbewältigung sowie dessen Darstellung aus seiner Sicht; dazu trat sie auch öffentlich in Erscheinung.

Nach einem Artikel der Appenzeller Zeitung von 2011 war Kachelmann zu diesem Zeitpunkt Mitglied der Schweizer CVP.

Am 26. Februar 2002 verursachte der Orkan Anna in Norddeutschland mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 180 km/h schwere Schäden. Nachdem der Deutsche Wetterdienst (DWD) im Gegensatz zu Kachelmanns Unternehmen Meteomedia aufgrund einer Kommunikationspanne nicht ausreichend vor dem Orkan gewarnt hatte und insbesondere die öffentlich-rechtlichen Medien für die fehlenden Warnungen stark kritisiert wurden, entschloss man sich bei der ARD, zukünftig auch auf die Wettervorhersagen von Kachelmanns Unternehmen Meteomedia zurückzugreifen. Seit April 2002 wurden auch einige der Wettervorhersagen in der ARD von Meteomedia produziert, Kachelmann präsentierte das Wetter im Ersten im Wechsel mit Claudia Kleinert, Sven Plöger und Alexander Lehmann kurz vor der Tagesschau und nach den Tagesthemen. Vorher hatte ausschliesslich der Hessische Rundfunk mit den Daten des DWD die Wettervorhersage im öffentlich-rechtlichen deutschen Fernsehen produziert.

Im März 2006 erliess das Kölner Landgericht eine einstweilige Verfügung, die dem DWD untersagte zu behaupten, Kachelmann warne unnötig oft vor Unwettern.

Gerichtsverfahren und Freispruch

Am 20. März 2010 wurde Kachelmann wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung seiner ehemaligen Geliebten festgenommen. Die Staatsanwaltschaft Mannheim erhob am 19. Mai 2010 beim Landgericht Mannheim Anklage wegen des Verdachts der besonders schweren Vergewaltigung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung. Am 29. Juli 2010 gab das Oberlandesgericht Karlsruhe einer Haftbeschwerde Kachelmanns statt, da kein dringender Tatverdacht mehr bestand. Das Verfahren endete am 31. Mai 2011 mit einem Freispruch.

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