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Ivica Osim

Jugoslawischer bzw bosnischer Fußballspieler und -trainer

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Ivan „Ivica“ Osim (* 6. Mai 1941 in Sarajevo, ehem. Jugoslawien, heute Bosnien-Herzegowina ; † 1. Mai 2022 in Graz) war ein jugoslawischer und bosnischer Fußballspieler und -trainer.

Osim begann nach seiner Reifeprüfung ein Studium der Mathematik und Physik an der Universität Sarajevo.

Schon im Kindesalter spielte Osim für die Jugendmannschaften für den Eisenbahner-Klub FK Željezničar Sarajevo, sein Debüt für die erste Mannschaft feierte er 1959 und avancierte bald zu einem Publikumsliebling. Aufgrund seiner virtuosen Spielweise und seines tänzelnden Stils bekam er den Spitznamen „Strauß von Željo“ verpasst. Ein weiterer Spitzname ist "Švabo", den er aufgrund seiner hochgewachsenen Statur und seiner blonden Haare erhielt.

Bis 1970 spielte er – mit einem kurzen Abstecher 1968 in die Niederlande – beim FK Željezničar Sarajevo, brillierte dort als technisch beschlagener Kicker und wurde jugoslawischer Teamspieler, ehe 1970 der Wechsel nach Frankreich in die Première Division erfolgte. Dort spielte er beim FC Valenciennes, CS Sedan und Racing Straßburg. Während seiner Zeit in Straßburg war er Mannschaftskollege von Arsène Wenger, dem er sein Leben lang freundschaftlich verbunden blieb. Er wurde insgesamt 16 Mal in der jugoslawischen Nationalmannschaft eingesetzt und erzielte acht Tore. 1968 wurde Osim in das All-Star-Team der Europameisterschaft berufen.1978 beendete Osim seine aktive Karriere als Fußballer.

Ivica Osim gilt bis heute als einer der besten Spieler des FK Željezničar sowie der beste ausländische Spieler des CS Sedan der letzten 50 Jahre.

Nachdem er 1978 er seine aktive Karriere als Fußballer beendet hatte, wurde Ivica Osim Trainer. Zunächst betreute er bis 1986 Željezničar Sarajevo (zweimal jugoslawischer Vizemeister, Pokalfinale, Halbfinale UEFA-Cup) und von 1982 bis 1984 das jugoslawische Olympiateam, mit dem er bei den Olympischen Spielen 1984 die Bronzemedaille holte.

Teamchef Jugoslawiens (1986-1992)

1986 übernahm Osim die jugoslawische Nationalmannschaft.

1988 führte Ivica Osim die Nationalmannschaft zu den Olympischen Spielen nach Seoul, wo Jugoslawien letztlich den zehnten Platz (von 16 Plätzen) errang.

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 erreichte Jugoslawien unter Osim sensationell das Viertelfinale. Die jugoslawische Mannschaft war trotz früher Unterzahl tonangebend und schied letztlich unglücklich im Elfmeterschießen gegen das argentinische Team rund um Diego Maradona aus.

1992 schaffte er die Qualifikation zur Europameisterschaft, trat aber am 22. Mai wegen des beginnenden Bosnienkrieges zurück, als seine Heimatstadt Sarajevo von serbischen Truppen beschossen wurde:

Wegen des Krieges wurde Jugoslawien am 30. Mai von der EM ausgeschlossen.

Trainer von Partizan Belgrad (1991-1992) und Panathinaikos Athen (1992-1994)

Zwischen Juni 1991 und Mai 1992 trainierte Ivica Osim - neben seiner Tätigkeit als jugoslawischer Teamchef - den FK Partizan Belgrad, mit dem er 1992 den jugoslawischen Pokal holte. Osims Mannschaft war das letzte Team, das einen jugoslawischen Pokalsieg feiern konnte. In der Meisterschaft landeten die Schwarz-Weißen aus Belgrad hinter dem Stadtrivalen Roter Stern Belgrad auf dem zweiten Platz.

Die nächste Station als Trainer wurde der griechische Klub Panathinaikos Athen, den Osim von Juli 1992 bis März 1994 übernahm und dessen Mannschaft er 1993 und 1994 zum Cupsieg führte. Es herrscht großer Konsens zwischen Experten, Medienvertretern sowie Panathinaikos-Fans darüber, dass in diesen beiden Jahren der Grundstein für die Erfolge des Vereins in den kommenden Jahren gelegt wurden.

Trainer des SK Sturm Graz (1994-2002)

Im Juli 1994 wurde er überraschend beim österreichischen Mittelständler Sturm Graz als neuer Trainer präsentiert. Das Engagement geht auf den damaligen Sturm-Graz-Manager Heinz Schilcher zurück, der ein ehemaliger Mannschaftskollege bei Racing Straßburg und Freund von Osim war. Osim begann mit der damals jungen Truppe, die aus vielen Eigenbauspielern wie Mario Haas oder Günther Neukirchner bestand, über Jahre hinaus zu arbeiten und ihr seinen Stempel aufzudrücken. 1995 und 1996 wurde Sturm Vizemeister und gewann 1996 und 1997 den Pokalbewerb. 1998 kam es zum ersten nationalen Meisterschaftsgewinn in der Vereinsgeschichte. Dies konnte ein Jahr darauf noch einmal gesteigert werden, indem das "Triple" - Meisterschaft, Pokalsieg und Supercup - gewonnen werden konnten. Pokal und Supercup gewann die Mannschaft in der Ära Osim je drei Mal. Dreimal in Folge zog die Mannschaft in die Champions League ein. In der Saison 2000/2001 schaffte es die Mannschaft sogar, die Gruppe als Erster mit 10 Punkten vor Galatasaray Istanbul (8 Punkte), den Glasgow Rangers (8 Punkte) und dem AS Monaco (7 Punkte) abzuschließen und in die Zwischenrunde der besten 16 Teams Europas einzuziehen. Diese Leistung - ein Gruppensieg in der Königsklasse - gelang bis zur Ablöse des Gruppenphase-Systems durch die Ligaphase zur Saison 2024/25 keiner anderen österreichischen Mannschaft. Dies kann als Höhepunkt der Ära Osim angesehen werden. In der nationalen Meisterschaft erreichte die Mannschaft hier allerdings nur Rang 4, was das schlechteste Ergebnis unter Osim darstellt.

Danach tauchten die ersten Probleme auf. Das Management verlängerte die Verträge von 13 altgedienten Spielern nicht und holte, meist ohne Absprache mit Osim, zahlreiche neue Spieler. Die meisten waren drittklassige Legionäre, die von Spielervermittlern angepriesen wurden. Osim hatte von einem auf den anderen Tag plötzlich nur noch eine durchschnittliche Legionärstruppe zur Verfügung und musste mit der Mannschaftsfindung neu beginnen. Trotzdem erreichte er 2002 noch einmal den Vizemeistertitel. Im selben Jahr verließ auch Sturm-Star Ivica Vastić – für Osim das Herz von Sturm – den Verein. Der Klub scheiterte in der Champions-League-Qualifikation. In dieser Zeit war Ivica Osim immer wieder Kritik von Vereinspräsident Hannes Kartnig ausgesetzt, was an der Motivation von Osim nagte. Osim wurde die gesamte Situation zu viel, und er erklärte der Presse nach einem Spiel im September 2002 seinen Rücktritt.

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