Ivan Hrušovský (* 23. Februar 1927 in Bratislava; † 5. Oktober 2001 ebenda) war ein slowakischer Komponist, Musikwissenschaftler und Musikpädagoge.
Ivan Hrušovský wurde in der Hauptstadt des slowakischen Teils der Ersten Tschechoslowakischen Republik geboren. Nach Abschluss des Gymnasiums und der Musikschule in Žilina studierte er 1947–1952 Musikwissenschaft, Philosophie und Ästhetik an der Comenius-Universität Bratislava und Komposition am Konservatorium Bratislava bei Alexander Moyzes. 1952 promovierte er mit einer Dissertation zum Thema Das slowakische Volkslied in den Werken slowakischer Komponisten. Den Kompositionsunterricht setzte er 1952–1957 an der Akademie der Darstellenden Künste, der nunmehrigen Hochschule für Musische Künste Bratislava (Vysoká škola múzických umení v Bratislave – VŠMU) ebenfalls bei Moyzes fort. Noch während der Studienzeit begann er am Institut für Musikwissenschaft der Slowakischen Akademie der Wissenschaften (SAV) zu arbeiten. Schon ab 1953 wurde er auch selbst Pädagoge an der VŠMU, 1968 wurde er hier Dozent für Musiktheorie, seit 1984 wirkte er als Professor für Komposition. 1990 wurde er Lehrer für Musiktheorie am Institut für Musik und Ästhetik der Matej-Bel-Universität in Banská Bystrica.
Das Werkverzeichnis Hrušovskýs enthält ein breites Spektrum an Instrumental- und Vokalstücken verschiedenster Gattungen, wobei ein besonderer Schwerpunkt der Chormusik gilt. Sein populärstes Stück wurde der nur zweiminütige Chorsatz Rytmus (aus Drei Etüden, 1974), welcher anhaltend zum Repertoire der meisten slowakischen und vieler internationaler Chöre zählt. Neben seinem kompositorischen Schaffen publizierte Hrušovský eine Vielzahl an Beiträgen zum Thema Musikerziehung sowie wissenschaftliche Artikel, die sich zumeist mit Aspekten der slowakischen Musik auseinandersetzen.
Preise und Auszeichnungen (Auswahl)
1965: Ján-Levoslav-Bella-Preis für den Kantatenzyklus Proti smrti (Hiroshima, Biela breza, sestra moja und Sen o človeku)
1998: Großer Preis der Slowakischen Urheberrechtsgesellschaft SOZA für das Jahr 1997
2013: Eintrag in das Goldene Buch der SOZA für das Jahr 2011 (posthum)
Zwei slowakische Tanzfantasien (1960)
Das Tatra-Gebirge. Sinfonische Dichtung (1960)
Passacaglia über ein klassisches Thema (1966)
Musik zu Vincent Hložník (1986)
Vznešené tance levočské (Hoftänze aus Levoča). Suite alter Tänze aus dem 17. Jahrhundert aus Sammlungen aus Leutschauer Sammlungen (vor 1988)
Pastorale Suite für kleines Orchester (1955)
Suita quasi una fantasia (1980)
Kleine Romanze auf ein Motiv von Andersen (1986)
Sinfonie Nr. 1 für großes Streichorchester (1988, rev. 1993)
Sinfonie Nr. 2 für Klavier und Orchester (1995/1996)
Violinsonate Nr. 1 d-Moll (1956)