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Israelische Verteidigungsstreitkräfte

Armee Israels

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Die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (hebräisch צְבָא הַהֲגָנָה לְיִשְׂרָאֵל ‚Armee der Verteidigung Israels‘, ; hebräisches Akronym: Zahal צָהָ״ל; arabisch جيش الدفاع الإسرائيلي, DMG Ǧayš ad-Difāʿ al-Isrāʾīlī; englisch Israel Defense Forces, abgekürzt IDF) sind die Streitkräfte des Staates Israel. In den Teilstreitkräften der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte dienten 2020 ungefähr 170.000 Männer und Frauen; zusätzlich gab es rund 465.000 Reservisten.

Laut Einschätzungen von Medienunternehmen (darunter Forbes, Global Firepower, Axios, U.S. News & World Report sowie Al Jazeera) gelten die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte, auch wegen erheblicher Unterstützung der Vereinigten Staaten von Amerika, als eine der schlagkräftigsten und technologisch fortschrittlichsten Streitkräfte weltweit.

Ihren Auftrag beschrieb die israelische Armee 2010 so:

Die allgemeine Einsatzdoktrin der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte ist von der Ansicht geprägt, dass Israel wegen seiner geringen Fläche (21.000 km²) keinen Raum für defensive Kriegstaktiken hat. Israel hat heute keine territorialen Ansprüche mit Ausnahme der Golanhöhen und des Westjordanlandes. Daraus wird abgeleitet, dass militärische Konflikte, ob vorbereitet oder durch militärische Eskalationen ausgelöst, auf politischer Ebene verhindert werden müssen. Das Militär unterstützt diese außenpolitische Leitlinie mit einem wirksamen Abschreckungspotenzial.

Sollte Israel dennoch Krieg führen müssen, so ist primäres Ziel der Streitkräfte, die strategische Initiative an sich zu reißen und den Krieg schnell und mit möglichst wenigen eigenen Verlusten zu Ende zu führen. Deshalb stehen offensive Taktiken im Vordergrund.

Der von den Zahal praktizierte Grundsatz „Kein Soldat wird zurückgelassen“ hat einen hohen gesellschaftlichen und politischen Stellenwert; eine eigene Vermissteneinheit (MPU) widmet sich der Aufspürung und Rückholung entführter bzw. vermisster Soldaten, tot oder lebendig. Für die Freilassung des 2006 entführten Soldaten Gilad Schalit entließ Israel nach fünfjährigen Verhandlungen im Gegenzug 1027 palästinensische Gefangene, darunter verurteilte Mörder. Die Entführung der Soldaten Eldad Regev und Ehud Goldwasser war Mitauslöser des Zweiten Libanonkriegs 2006. Die Leiche des 2014 in Gaza getöteten Soldaten Oron Shaul wurde 2025 nach rund zehnjähriger Geheimdienstvorbereitung im Zuge einer Spezialoperation von den IDF aus dem nördlichen Gazastreifen geborgen und nach Israel gebracht. Ebenfalls 2025 erfolgte die Rückführung des 1982 gefallenen Soldaten Zvi Feldman aus Syrien. Laut Angaben der Streitkräfte wurde die komplexe und verdeckte Operation zur Bergung der sterblichen Überreste von nicht-israelischen Mossad-Agenten durchgeführt, welche seit Jahren mit einer Tarnidentität tief im Landesinneren Syriens operiert hätten.

Das Verteidigungsministerium und das Hauptquartier der IDF befinden sich seit 2005 in einem umgangssprachlich als Kirya bezeichneten Gebäudekomplex in Tel Aviv, in dem es auch unterirdische Kommando- und Kontrollzentren gibt. Die Streitkräfte stehen unter dem Kommando eines Generalstabs (hebräisch הַמַּטֶּה הַכְּלָלִי שֶׁל צָהָ״ל, abgekürzt hebräisch מַטְכָּ״ל – Matkal). Der Chef des Generalstabs (hebräisch רָמַטְכָּ״ל – Ramatkal) hat als einziger den Rang Rav-Aluf (hebräisch רַב־אַלּוּף – vergleichbar mit einem Generalleutnant oder General) inne und ist der Oberkommandierende der Streitkräfte. Er untersteht direkt dem Verteidigungsminister und ist damit indirekt dem Premierminister und seiner Regierung unterstellt. Die Generalstabschefs (Ramatkalim) werden von der Regierung auf Vorschlag des Verteidigungsministers für drei Jahre berufen. Die Regierung hat das Recht, seine Dienstzeit auf vier (in Ausnahmefällen fünf) Jahre zu verlängern. Verglichen mit den Generalstabschefs anderer Länder sind die Oberkommandierenden der israelischen Armee oft sehr jung gewesen. Die Siege der Jahre 1967 (Sechstagekrieg), 1956 (Suezkrise) und 1948 (Palästinakrieg) wurden unter den Generälen Rabin (45 Jahre), Dajan (41 Jahre) und Jadin (32 Jahre) erfochten.

Die militärische Führung ist in vier Hauptkommandos aufgeteilt, die sowohl regional als auch funktional gegliedert sind:

Nordkommando mit Sitz in Safed; zuständig unter anderem für die Sicherung der Nordgrenzen Israels zum Libanon und zu Syrien.

Zentralkommando mit Sitz in Jerusalem; zuständig unter anderem für das besetzte Westjordanland und die Sicherung der Grenze zu Jordanien.

Südkommando mit Sitz in Beʾer Scheva; zuständig unter anderem für den Schutz der Grenzen zu Jordanien, Ägypten und dem Gazastreifen.

Heimatfront-Kommando mit Sitz in Ramla; zuständig für den Schutz der Zivilbevölkerung in Krisen- oder Kriegszeiten.

Folgende Aufstellung enthält die Generalstabschefs mit dem Beginn und dem Ende ihrer Berufung:

Die IDF zählen, bedingt durch ihre konfliktbehaftete Geschichte sowie andauernde Bedrohungen und kriegerische Auseinandersetzungen, zu den kostenintensivsten Streitkräften der Welt. Nach dem Sechstagekrieg 1967 stiegen die Verteidigungsausgaben im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt auf 19,7 Prozent und lagen nach dem Jom-Kippur-Krieg 1973 zwei Jahre lang bei 28,7 Prozent, ehe sie kontinuierlich sanken. 2005 verfügten sie über ein Militärbudget von umgerechnet knapp 9,4 Mrd. US-Dollar und damit pro Kopf über den größten Wehretat der Welt. Mit 5,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes im Jahr 2021 belastete er die israelische Volkswirtschaft für ein demokratisch und marktwirtschaftlich orientiertes Land außergewöhnlich stark; im Jahr 2002 waren es sogar 9,2 Prozent. Im Nahen Osten hatten nur die Streitkräfte Saudi-Arabiens einen höheren Anteil. Im Vergleich dazu macht das größte Militärbudget, das der Vereinigten Staaten, seit 2010 nicht mehr als 4,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus.

In der israelischen Öffentlichkeit ist die Debatte um das Budget der Streitkräfte von großer Bedeutung und wird, jährlich wiederkehrend, im Zuge der Haushaltsberatung der Knesset diskutiert. Besonders aufsehenerregend sind die ebenfalls häufig vorgetragenen Forderungen nach drastischen Einschnitten. Da die Streitkräfte Israels stark auf symmetrische Kriegsführung – also die Verteidigung gegen seine Nachbarstaaten – ausgelegt sind, schlägt sich diese permanente Alarmbereitschaft auch auf die Gestaltung des Haushaltsplans nieder. Erst in den 2000er-Jahren konnten sich beispielsweise über mehrere Jahre gestreckte Ausgaben durchsetzen. Dieses Vorgehen ist in anderen Ländern ein militärpolitisches Standardverfahren, Israel hielt die Festlegung auf mehrere Jahre jedoch zuvor angesichts seiner latenten strategischen Bedrohung für ein unkalkulierbares Risiko.

Für die Jahre 2023 bis 2027 wurde ein mehrjähriger Haushaltsentwurf für das Verteidigungsministerium vereinbart, der einen stetigen Rückgang des Anteils am BIP auf 3 Prozent anstrebte, nachdem dieser in den Jahren vor 2023 bereits auf 4 Prozent gesunken war. Diese Planungen wurden aufgrund des Terrorangriffs der Hamas auf Israel 2023 und folgender militärischer Konfrontationen obsolet. Esteban Klor, Wirtschaftsprofessor an der Hebräischen Universität Jerusalem und leitender Forscher am Institut für Nationale Sicherheitsstudien, teilte im November 2024 mit, dass der Verteidigungshaushalt in den kommenden Jahren das Haushaltsdefizit Israels maßgeblich bestimmen werde. Im Jahr 2024 beliefen sich Israels Verteidigungsausgaben laut Finanzministerium auf 168,5 Milliarden Schekel (rund 45 Milliarden US-Dollar) bzw. 8,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, davon entfielen allein 112 Milliarden Schekel (rund 31 Milliarden US-Dollar) für die militärischen Konflikte in Gaza und im Libanon. 2023 hatten sich die Ausgaben noch auf 98,1 Milliarden Schekel (rund 26 Milliarden US-Dollar) bzw. 5,2 Prozent des BIP belaufen.

Am 25. März 2025 bestimmte das Knesset-Plenum mit 66 zu 52 Stimmen den Haushaltsentwurf für das laufende Jahr, wobei das Verteidigungsministerium mit einer Rekordhöhe von rund 109,8 Milliarden Schekel (rund 29 Milliarden US-Dollar) den größten Haushaltsposten einnimmt. Um die steigenden Verteidigungsausgaben zu finanzieren, kam es zu von der Opposition kritisierten Kürzungen im Gesundheits-, Bildungs- und Sozialbereich, verbunden mit höheren Steuern, reduzierten öffentlichen Dienstleistungen und geringeren Haushaltseinkommen. Im September 2025 beschloss die Knesset mit 55 zu 50 Stimmen, bei Abwesenheit mehrerer Mitglieder der Opposition als auch der Koalition, zusätzliche 30,8 Milliarden Schekel (9,2 Milliarden US-Dollar) für die Verteidigung bereitzustellen. Die Mittelzuweisung aus dem Nachtragshaushalt soll die gestiegenen Verteidigungsausgaben als Reaktion auf den Krieg mit dem Iran und dem anhaltenden Krieg im Gazastreifen decken.

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