An diesem Tag

Isabelle de France († 1358)

Prinzessin von Frankreich und Ehefrau von König Eduard II.

Anúncio

Isabelle de France (englisch Isabella of France; * um 1295; † 22. August 1358 auf Hertford Castle) war eine französische Prinzessin und Königin von England.

Isabelle war das sechste Kind des französischen Königs Philipp IV. und dessen Frau Johanna I., Königin von Navarra. Sie wurde vermutlich Ende 1295 geboren. Auf ihr Geburtsjahr lässt sich nur indirekt aus Dokumenten rund um ihre Heirat schließen. Die Dokumente sind widersprüchlich und einige deuten auch auf 1292 als Jahr ihrer Geburt. Zwei päpstliche Dispense und der Vertrag von Montreuil vom Juni 1299 legen jedoch nahe, dass Isabelle zwischen Januar 1295 und Januar 1296 zur Welt kam. Isabelle war die einzige Tochter ihrer Eltern, die die Kindheit überlebte. Sie hatte drei Brüder, die die Kinderjahre überlebten. Über Isabelles Kindheit ist wenig bekannt. Sie genoss vermutlich eine überdurchschnittlich gute Erziehung. In einer Zeit, in der für Frauen die Fähigkeit zu lesen und zu schreiben nur dann üblich war, wenn sie Nonnen waren, lernte Isabelle zumindest Lesen. Ihre späteren Haushaltsbücher weisen mehrfach Posten für den Erwerb von Büchern auf, die für ihren Privatgebrauch bestimmt waren. Nicht gesichert dagegen ist, dass Isabelle auch schreiben konnte. Sie unterhielt in späteren Jahren zwar eine ausführliche Korrespondenz, hat ihre Briefe aber vermutlich alle diktiert. Als Jugendliche rühmten ihre Zeitgenossen ihre Schönheit. Es gibt mehrere Buchmalereien und Konsolenbildnisse von ihr, aber keine belegbare Beschreibung ihres Aussehens.

Der französische Königshof, an dem Isabelle aufwuchs, war einer der wohlhabendsten und einflussreichsten in Europa. Ihr Vater Philipp IV. stärkte durch eine geschickte Finanzpolitik das französische Königtum und leitete unter anderem Verwaltungsreformen ein. Ihre Mutter Johanna verteidigte nicht nur zweimal erfolgreich ihr eigenes Königreich Navarra gegen die Gebietsansprüche anderer europäischer Fürsten, sondern spielte auch eine aktive diplomatische Rolle bei der Verheiratung ihrer Tochter. Auch wenn es sich nicht mit Quellen belegen lässt, legen Isabelles spätere Handlungen nahe, dass sich ihr Verständnis königlicher Machtausübung am Beispiel ihrer Eltern formte. Ihr Vater dehnte durch eine geschickte Verheiratung seiner Kinder den Einfluss des französischen Königtums aus. Isabelle sollte die Beziehungen zu England verbessern, mit dem ihr Vater wegen des Besitzes der Gascogne seit 1294 Krieg führte. Während der Waffenstillstandsverhandlungen wurde 1298 eine Hochzeit zwischen der jungen Isabelle und Eduard, dem jüngsten und bis dahin einzig überlebenden Sohn des englischen Königs in Betracht gezogen, doch die Verhandlungen wurden nicht abgeschlossen. Bei weiteren Verhandlungen wurde 1299 die Heirat des englischen Königs Eduard I. mit Isabelles Tante Margarethe, einer Schwester ihres Vaters vereinbart. Im April 1303 erwog der englische König die Verheiratung seines Sohns mit einer kastilischen Prinzessin, doch als im Mai 1303 in Paris ein dauernder Frieden zwischen England und Frankreich geschlossen wurde, wurde die Ehe zwischen dem englischen Thronfolger und Isabelle als Heiratsbündnis wieder aufgegriffen und die beiden wurden Ende 1303 offiziell verlobt. Aufgrund des Verwandtschaftsverhältnisses musste ein päpstlicher Dispens beantragt werden, der im November 1305 gewährt wurde. Als der junge Eduard nach dem Tod seines Vaters im Juli 1307 als Eduard II. englischer König wurde, erhöhte Philipp IV. die Mitgift für Isabelle. Daraufhin fand am 25. Januar 1308 in der Kathedrale von Boulogne in Nordfrankreich die Hochzeit statt, die als ungewöhnlich prachtvoll galt. An der Zeremonie nahmen acht Könige und Königinnen teil, nämlich der Bräutigam Eduard II., der Brautvater Philipp IV., Isabelles ältester Bruder Ludwig, der seit dem Tod ihrer Mutter im Jahre 1305 König von Navarra war, die französische Königsmutter Maria von Brabant, der römisch-deutsche König Albrecht I. und seine Gemahlin Elisabeth von Kärnten, Görz und Tirol, der mit Isabelles Vater verwandte neapolitanische König Karl II. und die verwitwete Margarethe, die gleichzeitig Eduards Stiefmutter und Isabelles Tante war. Anschließend reiste das Paar nach England, wo beide am 25. Februar in der Westminster Abbey gekrönt wurden.

Isabelles Ehemann war etwa elf Jahre älter als sie. Schon von Beginn ihrer Ehe an wurde sie mit der engen Beziehung ihres Ehemanns zu seinem Favoriten Piers Gaveston konfrontiert, zu dem dieser nicht nur ein sehr freundschaftliches, sondern vermutlich auch ein homosexuelles Verhältnis hatte. Gaveston gehörte zu der Delegation, die das junge Ehepaar begrüßte, als sie am 7. Februar 1308 in Dover anlegten. Eduard II. hatte schon vor seiner Rückkehr die Hochzeitsgeschenke des französischen Königs an Gaveston gesandt. Gaveston trug wenig später nicht nur die Juwelen, die Eduard von seinem Schwiegervater geschenkt bekommen hatte, sondern auch einen Teil des Schmuckes, der zu Isabelles Mitgift gehörte. Karl von Valois und Ludwig von Évreux, zwei Onkel von Isabelle, die zur Krönung nach England gereist waren, waren über das Verhalten von Gaveston während der Krönung höchst verärgert. Schon bald beklagte Isabelle in Briefen an ihren Vater, dass Gaveston den Platz einnahm, der eigentlich ihr zustehen würde, und dass ihre Stellung am Königshof unangemessen sei. Ihre Abneigung gegenüber Gaveston war allseits bekannt, und sie soll sowohl ihren Vater wie auch den Papst und mehrere Kardinäle sowie englische Magnaten gebeten haben, ihn vom Königshof zu entfernen. Auf Druck zahlreicher Magnaten musste Gaveston schließlich im Juni 1308 ins Exil gehen. In den Monaten nach Gavestons Verbannung verbesserte sich das Verhältnis zwischen den Eheleuten allmählich. Isabelle begann ihren Mann auf seinen Reisen zu begleiten; Weihnachten 1308 verbrachten sie gemeinsam in Windsor Castle. Ab 1308 erhielt Isabelle die Einkünfte aus der französischen Grafschaft Ponthieu, die sich im Besitz der englischen Krone befand. Diese Einkünfte und Zahlungen ihres Mannes verbesserten Isabelles finanzielle Situation deutlich. Nach Gavestons erster Rückkehr aus dem Exil im Frühjahr 1309 war keine Beteiligung Isabelles an der Oppositionsbewegung gegen den königlichen Favoriten zu erkennen. Möglicherweise hatte sie erkannt, dass Gaveston ihre Position als englische Königin nicht gefährdete, dass die noch sehr junge Isabelle Gaveston möglicherweise sogar amüsant und charmant fand. Angesichts des Machtkampfes mit den englischen Baronen entsprach es vermutlich auch Isabelles Selbstverständnis, die Position ihres Mannes zu unterstützen. In Briefen wandte sie sich mehrfach an englische Barone, um sie im Sinne ihres Mannes zu beeinflussen. An Gavestons Frau schickte sie Weihnachten 1311 wertvolle Geschenke. Die Bevorzugung Gavestons durch den König führte schließlich aber zu einem schweren Konflikt mit den Magnaten, worauf Gaveston im November 1311 für immer England verlassen sollte. Als er spätestens im Frühjahr 1312 ohne Erlaubnis nach England zurückkehrte, kam es zu einer Rebellion mehrerer Magnaten und zu einer regelrechten Jagd auf Gaveston. Zwar gilt der Bericht, wonach der König und Gaveston Isabelle im Mai 1312 auf der Flucht vor den Magnaten in Tynemouth zurückgelassen hatten, als widerlegt, doch der Earl of Lancaster bemächtigte sich schließlich Gavestons. Lancaster war ein Cousin des Königs und durch seine Mutter ein Halbbruder von Isabelles Mutter. Er hatte ihr versprochen, Gaveston aus England zu vertreiben, und ließ ihn schließlich im Juni 1312 hinrichten.

Unterstützung der Politik von Eduard II.

Vermittlung im Streit zwischen Eduard II. und den Baronen

Im Oktober 1313 vermittelte Isabelle zusammen mit dem Earl of Gloucester zwischen dem König und den Baronen, die unter der Führung von Lancaster für die Hinrichtung Gavestons verantwortlich waren. Daraufhin begnadigte der König am 15. Oktober formell Lancaster und zahlreiche weitere Barone. Im dennoch weiter andauernden Streit zwischen dem König und Lancaster versuchte Isabelle im August 1316 zu vermitteln. Möglicherweise besuchte sie im Juli 1318 Lancaster in Pontefract und erreichte dabei, dass dieser weiteren Verhandlungen zustimmte, die dann im August zum Abschluss des Vertrags von Leake führten.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Isabelle de France († 1358) | World in Stories