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Isabella Jagiellonica

Polnische Prinzessin und durch Heirat Königin von Ungarn

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Isabella Jagiellonica (polnisch Izabela Kazimira Jagiellonka; * 18. Januar 1519 in Krakau; † 15. September 1559 in Alba Iulia) war als Tochter von Sigismund I. eine polnisch-litauische Prinzessin aus dem Geschlecht der Jagiellonen und durch ihre Heirat mit dem wesentlich älteren Johann Zápolya von 1539 bis 1540 Königin von Ungarn.

Kurz vor dem Tod ihres Gatten gebar Isabella im Juli 1540 ihren einzigen Sohn Johann Sigismund Zápolya. Ungarn war damals umstritten zwischen König Ferdinand I., der es seinen habsburgischen Besitzungen angliedern wollte, lokalen Adligen, die für die Unabhängigkeit des Landes eintraten, und Sultan Süleyman I., der es als Vasallenstaat des Osmanischen Reichs ansah. Ihr restliches Leben widmete sich Isabella dem Kampf um das Thronfolgerecht ihres Sohns. Ferdinand I. unternahm nach dem Tod von Isabellas Gatten vergebliche Versuche, ganz Ungarn unter seine Kontrolle zu bringen. Sultan Süleyman sah Isabella als Regentin Ostungarns einschließlich Siebenbürgens vor, doch übte Bischof György Martinuzzi die tatsächliche Macht aus und erlaubte ihr keinerlei politischen Einfluss. Er konspirierte mit Ferdinand I. und Isabella musste 1551 abdanken und zog sich im folgenden Jahr nach Polen zurück. Auf Einladung der Stände Siebenbürgens kehrte sie im Oktober 1556 in dieses Land zurück und fungierte bis zu ihrem Tod als dessen Regentin für ihren minderjährigen Sohn.

Abstammung; Kindheit und Jugend

Isabella war die älteste Tochter des polnischen Königs Sigismund I. von Polen aus seiner Ehe mit Bona Sforza. Ihre Kindheit verbrachte sie hauptsächlich auf Schloss Wawel in Krakau und im Jagdschloss von Niepołomice. Von 1527-29 und 1533-36 lebte sie im Großfürstentum Litauen. Während ihres zweiten dortigen Aufenthalts blieben ihre drei jüngeren Schwestern in Krakau zurück. Dieser Umstand entsprach Bona Sforzas Bevorzugung ihrer ältesten Tochter, deren frühe Verheiratung sie zu arrangieren strebte, während die drei jüngeren Töchter vernachlässigt und erst spät verheiratet wurden. Isabella erhielt eine gute Ausbildung, u. a. durch den Humanisten Johannes Honterus. Sie beherrschte neben Polnisch und Italienisch auch Latein und Deutsch.

Im März 1519, als Isabella erst zwei Monate alt war, schlugen französische Gesandte vor, sie mit einem künftigen Sohn von König Franz I. zu vermählen, wenn Sigismund I. seinerseits Unterstützung bei den bevorstehenden Wahlen zum römisch-deutschen Kaiser leistete. Der polnische König unterstützte indessen die Kandidatur Karls V. Dennoch verfolgte Bona Sforza weiterhin die angepeilte französische Heirat für ihre Tochter. Sie hoffte, dass der französische König seinen Sohn und Isabella als Herrscher im Herzogtum Mailand einsetzen würde, das Bona als ihr Erbe beanspruchte. Der polnische Diplomat Hieronymus Łaski handelte 1524 mit Frankreich ein gegen das Osmanische Reich gerichtetes Bündnis aus. Zu den Bedingungen dieser Allianz gehörte die Vermählung Isabellas mit Heinrich, dem zweiten Sohn König Franz’ I. Der Pakt kam aber nicht zustande, da Franz I. im Februar 1525 während der Schlacht bei Pavia in die Gefangenschaft Kaiser Karls V. geriet.

Daraufhin strebte Bona Sforza eine italienische Heirat für ihre älteste Tochter an. Bonas Mutter Isabella von Neapel schickte Gesandte nach Polen, um Francesco II. Sforza, den neu eingesetzten Herzog von Mailand, als Heiratskandidaten für ihre Enkelin präsentieren zu lassen. Sigismund I. lehnte dieses Eheprojekt ab, da Francescos Machtposition in seinem Herzogtum noch nicht gefestigt war. Bona zog sodann Federico II. Gonzaga, Herzog von Mantua, als Ehemann für Isabella in Betracht, doch dieser entschied sich für Margherita Paleologa, weil sie die Markgrafschaft Montferrat als Mitgift in die Ehe einbrachte. Sigismund sprach sich nun für die Heirat seiner ältesten Tochter mit einem Habsburger aus. Seine Wahl fiel 1530 auf Erzherzog Maximilian, den ältesten Sohn König Ferdinands I. Letzterer wies aber das Angebot zurück, da Isabella acht Jahre älter als der kleine Erzherzog war. Der Habsburger wollte indessen die nun angedachte Heirat Isabellas mit dem 32 Jahre älteren ungarischen König Johann Zápolya verhindern und brachte stattdessen Ludovico, den ältesten Sohn Herzog Karls III. von Savoyen, als potentiellen Bräutigam ins Spiel, der aber bereits 1536 verstarb.

Der Plan, Isabella mit König Johann Zápolya zu verheiraten, war um 1531 aufgekommen. Nach dem Tod König Ludwigs II. von Ungarn in der Schlacht bei Mohács (1526) war Ungarn in einen pro-habsburgischen Westteil und einen zu Zápolya haltenden Ostteil gespalten. Die Habsburger und der vom osmanischen Sultan Süleyman I. unterstützte Zápolya bekämpften einander im Ersten Österreichischen Türkenkrieg. Als erbitterte Gegnerin der Habsburger versuchte Bona Sforza ihren Gatten Sigismund zu überreden, Zápolya Militärhilfe zu leisten und Isabella zur Gemahlin zu geben. Der Polenkönig weigerte sich zunächst, da er die Habsburger nicht verärgern wollte und zweifelte, ob Zápolya sich auf dem Thron zu halten vermochte. Schließlich stimmte er dem Ansinnen seiner Gemahlin unter der Bedingung zu, dass ein Friedensvertrag zwischen den Habsburgern und Zápolya geschlossen würde. Tatsächlich einigten sich König Ferdinand I. und Zápolya im Februar 1538 im Frieden von Großwardein, Ungarn unter sich aufzuteilen. Die von Zápolya beherrschten Gebiete sollten, da er zu diesem Zeitpunkt kinderlos war, nach seinem Tod an Ferdinand fallen.

Im April 1538 kam Bischof Stjepan Brodarić nach Krakau, um die Konditionen des Ehevertrags von Isabella und Johann Zápolya auszuhandeln. Am 15. Januar 1539 trafen 500 ungarische Ritter in Krakau ein, woraufhin Isabellas Trauung per Stellvertreter wohl zwischen dem 28. Januar und 2. Februar stattfand, obwohl polnische Adlige diese Heirat für unvorteilhaft hielten. Nach der Zeremonie reiste Isabella nach Ungarn. Ihre Mitgift betrug 32.000 Dukaten in bar und weitere 6000 Dukaten an Vermögenswerten. Über Buda begab sie sich nach Székesfehérvár, wo sie ihrem Bräutigam am 22. Februar 1539 zum ersten Mal begegnete. Er schenkte ihr als Morgengabe die Städte Solymos, Lippa, Deva, Csicsó, Tokaj sowie Teile von Debrecen und die Burgen von Regéc. Am nächsten Tag wurde Isabellas persönliche Hochzeit mit König Zápolya zelebriert und Isabella zur ungarischen Königin gekrönt. Die in Buda veranstalteten Hochzeitsfeierlichkeiten dauerten eine Woche.

Die Ehe der 20-jährigen Königin verlief kurz und unglücklich. Ihr Gatte war 32 Jahre älter und bereits kränkelnd. Im Frühjahr 1540 zog Zápolya nach Siebenbürgen, um dort einen Aufstand unter Stephan Majláth niederzuschlagen. Isabella blieb in Buda, da sie schwanger war, und gebar ihrem Gatten am 7. Juli 1540 ihren einzigen Sohn Johann Sigismund Zápolya. Der ungarische König konnte zwar die Rebellen unterwerfen, starb aber bereits am 22. Juli 1540 an einer Hirnblutung.

Kampf gegen König Ferdinand I.; Aufenthalt in Siebenbürgen

Nach dem Tod ihres Gemahls begann Isabellas Kampf, als Königinwitwe den ungarischen Thron für ihren unmündigen Sohn zu sichern. Ein Teil der ungarischen Adligen und insbesondere Bischof György Martinuzzi erkannten den Vertrag von Großwardein, nach dem König Ferdinand I. nach Zápolyas Tod dessen Nachfolger als Herrscher Ungarns werden sollte, nicht an. Stattdessen wählten sie den neugeborenen Johann Sigismund Zápolya im September 1540 zum ungarischen König und übertrugen Isabella die Regierung bis zur Mündigkeit ihres Sohns. König Ferdinand fiel daraufhin in Ungarn ein, um seine vertraglichen Rechte durchzusetzen und belagerte im November 1540 vergeblich Buda, wohin Isabella mit ihrem kleinen Sohn geflohen war. Der osmanische Sultan Süleyman I. nutzte diesen Konflikt geschickt zu seinem eigenen Vorteil. Er erkannte Johann Sigismund als ungarischer König an und rückte mit einer starken Armee gegen das seit Mai 1541 von einem habsburgischen Heer unter Wilhelm Freiherr von Rogendorf erneut belagerte Buda vor. Nach seinem Sieg über die habsburgischen Truppen bemächtigte er sich am 29. August 1541 mit List der Burg von Buda. Von ihrem Vater hatte Isabella keine Unterstützung erhalten. Süleyman I. annektierte einen Großteil Ungarns und wies Isabella und ihrem Sohn nur Siebenbürgen und Gebiete östlich der Theiß als Herrschaftsgebiet zu. Der siebenbürgische Landtag akzeptierte diese Bestimmungen und damit seinen Status als Vasall des Osmanischen Reiches.

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