An diesem Tag

Isabell Werth

Deutsche Dressurreiterin

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Isabell Werth (* 21. Juli 1969 in Issum) ist eine deutsche Dressurreiterin. Sie ist achtfache Olympiasiegerin mit insgesamt vierzehn olympischen Medaillen (8 × Gold; 6 × Silber), zehnfache Weltmeisterin, einundzwanzigfache Europameisterin sowie vierzehnfache Deutsche Meisterin. Sie ist damit weltweit die erfolgreichste Reiterin und Dressurreiterin sowie zugleich die erfolgreichste Olympionikin Deutschlands und eine der höchstdekorierten Olympionikinnen und Olympioniken überhaupt.

1989 bestand Isabell Werth am Rheinberger Amplonius-Gymnasium das Abitur. Sie studierte Jura und arbeitete als Rechtsanwältin.

Von 2001 bis 2004 war sie für die Karstadt AG tätig. Daneben vertreibt sie unter ihrem Namen eine Reitsport-Kollektion.

Seit Januar 2006 engagiert sich Werth als Botschafterin für die Christoffel-Blindenmission.

Ihr Lebensgefährte war bis zu seinem Tod 2025 der ehemalige Karstadt-Manager Wolfgang Urban. Der Verbindung entstammt ein Sohn (* 2009).

Als Tochter eines Landwirts aufgewachsen, hatte Werth früh Kontakt zu Pferden. Nachdem sie zunächst im Spring- und Vielseitigkeitsreiten aktiv gewesen war, entstand aus einer Freundschaft mit einer Tochter von Uwe Schulten-Baumer sen. Kontakt zu diesem. Unter dem Training Schulten-Baumers, der wie Isabell Werth in Rheinberg lebte, erfolgte ihr Wechsel zur Dressurreiterei. Zu Silvester 1986 bot Schulten-Baumer ihr an, seine Pferde zu reiten. Bis zu den Olympischen Spielen 2000 in Sydney war ihr Spitzenpferd Gigolo FRH aus dem Besitz Schulten-Baumers. Es wurde nach den Spielen 2000 in den Ruhestand verabschiedet.

Die sportliche Partnerschaft Werth/Schulten-Baumer hielt bis Ende 2001 an. Da Werth und Schulten-Baumer zu diesem Zeitpunkt voneinander Abstand benötigten und es zudem zu Differenzen mit seiner Stieftochter Ellen Schulten-Baumer kam, verließ Werth seinen Stall. In Absprache mit Werths neuen Mäzenen, Dietrich Schulze und Madeleine Winter-Schulze, übernahmen diese die Mehrzahl der Pferde Werths aus dem Besitz Schulten-Baumers. Werth zog in Folge auf den Hof der Familie Winter-Schulze nach Mellendorf.

Im Jahr 2004 verließ sie den Stall Winter-Schulze und ging zurück nach Rheinberg, wo sie seitdem einen eigenen Reitstall betreibt. Bei den Stuttgart German Masters 2005 erritten Werth und Satchmo mit 79,958 % einen neuen Weltrekord im Grand Prix. Dieser Rekord wurde 2006 von Anky van Grunsven (81,333 % mit Salinero) abgelöst.

Bei den Weltreiterspielen 2006 in Aachen fiel ihr Spitzenpferd Warum nicht durch eine Verletzung aus. Trotzdem gewann sie auf ihrem Wallach Satchmo, der als „Wackelkandidat“ galt, Teamgold, wurde Weltmeisterin im Grand Prix Spécial und errang Bronze in der Kür.

Bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking wurde Werth zusammen mit Nadine Capellmann und Heike Kemmer mit der Equipe Olympiasiegerin und holte im Einzel Silber hinter der Niederländerin Anky van Grunsven. Werth selbst gewann damit in Hongkong ihre vierte Einzelmedaille bei Olympia, insgesamt holte sie acht Medaillen.

Die Weltcupfinals zum Beginn der Jahre 2007 bis 2009 verliefen hoch erfolgreich für Isabell Werth, sie gewann das Finale 2007 mit Warum nicht FRH und beendete die Finals 2008 und 2009 auf dem zweiten Rang. Nach einer sechsmonatigen Sperre in der zweiten Jahreshälfte 2009 wegen Dopings ihres Pferdes mit dem Psychopharmakon Fluphenazin gehörte sie bei den Weltreiterspielen 2010 mit Warum nicht FRH wieder zur deutschen Equipe, die hier die Bronzemedaille gewann. Bei den Weltreiterspielen 2010 war Isabell Werth Fahnenträgerin der deutschen Mannschaft. Im Jahr 2011 bestritt sie mit El Santo NRW die Europameisterschaften.

Während sie bei den Olympischen Spielen 2012 in London nach einer Verletzung von Don Johnson FRH und in Ermangelung eines geeigneten Ersatzpferds nicht am Start war, konnte sich Isabell Werth 2013 mit Don Johnson FRH für die Europameisterschaften qualifizieren und trug mit zur deutschen Mannschaftsgoldmedaille bei. Im Grand Prix Spécial musste sie jedoch deutliche Fehler bei der ersten Piaffe und den Einerwechseln hinnehmen und kam nur auf eine hintere Platzierung.

Bei den Weltreiterspielen 2014 trat Isabell Werth mit Bella Rose an. Mit der zu diesem Zeitpunkt 10-jährigen Stute, nach ihrer Aussage das beste Pferd, das sie je hatte, gewann sie die Teamgoldmedaille. Mit diesem Sieg errang sie ihren siebten Weltmeistertitel, überholte damit Reiner Klimke und ist seither alleinige Rekordhalterin. Vor den Einzelwettbewerben der Weltreiterspiele zog Werth Bella Rose aufgrund von Anzeichen einer Huflederhautentzündung von den weiteren Wettbewerben zurück.

Während Isabell Werth mit Bella Rose im November 2014 beim Weltcupturnier in Stuttgart hocherfolgreich war, fiel die Stute in den Jahren 2015 und 2016 verletzungsbedingt aus. Don Johnson FRH, wie zwei Jahre zuvor auch im Jahr 2015 Werths Europameisterschaftspferd, fiel in der Olympiasaison 2016 ebenso verletzt aus. Daher entschied sich Isabell Werth, die bisher von ihrer Bereiterin Beatrice Buchwald gerittene Stute Weihegold OLD für die Olympiaqualifikation einzusetzen. Werth hatte die Stute bereits in der Weltcupsaison 2015/2016 in zwei Weltcupprüfungen vorgestellt (Die Weltcupprüfung von Amsterdam war für Weihegold OLD die erste Grand Prix Kür überhaupt gewesen). Bei der ersten Sichtung, den Deutschen Meisterschaften in Balve, gewann Werth mit Weihegold unerwartet die Goldmedaille im Grand Prix Spécial. Beim CHIO Aachen wurde das Paar für die Olympischen Spiele 2016 nominiert.

Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro gewann sie mit ihrem Pferd Weihegold OLD die Goldmedaille in der Mannschaftswertung sowie mit einer Wertnote von 89,071 % die Silbermedaille in der Einzelwertung. Mit zehn olympischen Medaillen löste sie damit Reiner Klimke als erfolgreichsten Reiter bei den Olympischen Spielen ab.

In der Weltcupsaison 2016/2017 war Werth die dominierende Reiterin, sie gewann mit drei Pferden (Weihegold OLD, Don Johnson FRH und Emilio) fünf Etappen der Westeuropaliga. Bei der Weltcupkür in Lyon kam sie erstmals auf eine Bewertung von über 90 Prozent. In Omaha gewann sie zum dritten Mal das Weltcupfinale der Dressurreiter, mit Weihegold OLD erhielt sie hier 90,704 Prozent.

Beim CHIO Aachen 2018 gewann sie zum zwölften Mal den Großen Dressurpreis von Aachen. Werth ritt hier Bella Rose, die in Aachen ihr erst zweites Turnier nach ihrer Verletzungspause ging. Die Stute war seit November 2014 nicht mehr im Turniersport gelaufen. Bei der Aufstellung der Longlist für die Weltreiterspiele 2018 wurde Isabell Werth mit gleich drei Pferden benannt. Vor dem Championat entschied sich Werth zusammen mit der Bundestrainerin dafür, nicht die auf Weltranglistenposition eins stehende Weihegold oder den auf Weltranglistenplatz zwei geführten Emilio zu wählen, sondern Bella Rose. Diese Entscheidung erwies sich als erfolgsbringend, Werth gewann sowohl mit der Equipe als auch im Einzel Gold.

17 Jahre nach ihrem ersten Weltcupfinalsieg gewann Isabell Werth, erneut in Göteborg, mit Weihegold das Weltcupfinale 2019. Dies war der dritte Weltcupfinalsieg in Folge für sie – dies war zuvor nur Anky van Grunsven gelungen (1995 bis 1997 und 2004 bis 2006). Nachdem Werth im Juni 2019 mit Emilio zunächst Deutsche Vizemeisterin im Grand Prix Spécial geworden war, gewann sie den Titel in der Grand-Prix-Kür. Bei den Europameisterschaften in Rotterdam erreichten sie und Bella Rose in jeder der drei Wertungsprüfungen eine neue gemeinsame Bestleistung, woraus sich dreimal Gold ergab.

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