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Ira Lember

Estnische Schriftstellerin und Kinderbuchautorin

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Ira Lember (bis 1935 Ira Grünthal, 1935–1949 Ira Kivik, Pseudonym gemeinsam mit der Autorin Erika Esop Artur Erich, * 21. Mai 1926 in Tallinn; † 1. August 2025) war eine sowjetische bzw. estnische Schriftstellerin und Kinderbuchautorin.

Lember besuchte von 1933 bis 1940 das Französische Lyzeum in Tallinn und während der deutschen Besetzung Estlands im Zweiten Weltkrieg das 4. Gymnasium in Tallinn. Nach dem Krieg arbeitete sie als Rechnungsprüferin und Lagerleiterin. Später machte sie einer Fortbildung auf der Handelsschule (1957–1958), die sie als Warenexpertin abschloss. Von 1944 bis 1973 war sie in der Verbraucherkooperative in Tallinn tätig. Seit 1974 lebte sie als freie Schriftstellerin in Tallinn.

Ira Lember war seit 1983 Mitglied des Estnischen Schriftstellerverbands.

Lember starb am 1. August 2025 im Alter von 99 Jahren.

Lember debütierte 1962 mit Gedichten für Kinder und legte 1969 ihr erstes Buch, Jannu, vor, das Kurzgeschichten von einem kleinen Jungen enthält. Es folgten bald weitere Kinder- und Jugendbücher, die teilweise zu sehr erfolgreichen Fernsehserien verfilmt wurden. Neben den didaktischen Elementen wird in der Kritik vor allem Lembers „Humor und Verständnis für Kinder“ hervorgehoben. In ihren Jugendbüchern werden aber gleichfalls politische und moralische Probleme behandelt, so beschreibt die Autorin in Schauspieler wider Willen (1995) „emotional mitreißend“ die Rettung eines jüdischen Jungen während der deutschen Besetzung von Estland, und Hexenjagd in der Schule (2011) thematisiert die Sowjetisierung Estlands 1940 aus der Sicht einer Schülerin.

Didaktische Elemente wurden auch in Lembers Prosa für Erwachsene festgestellt. Nicht zuletzt aufgrund ihrer Popularität und der enormen Produktivität ist die Autorin mit Rosamunde Pilcher verglichen worden. Eine Kollegin sah in ihrem Roman Frühlingsromanze (2000), der die Schulzeit der Autorin in der Zwischenkriegszeit beschreibt, Parallelen zu Jaan Kross’ Wikmans Zöglingen (1988). Andere Kollegen sparten jedoch nicht mit Kritik; Jüri Ehlvest meinte, Lember könne „beinahe überhaupt nicht schreiben“.

1996 Anton-Hansen-Tammsaare-Preis der Gemeinde Albu

2017 Orden des weißen Sterns, V. Klasse

Jannu ('Jannu'). Tallinn: Eesti Raamat 1969. 39 S.

Kurnoss ('Brutfleisch'). Tallinn: Eesti Raamat 1976. 64 S.

Peeter ja vanaisa ('Peeter und der Großvater'). Tallinn: Eesti Raamat 1977. 48 S.

Vurrkann ('Der Brummkreisel'). Tallinn: Eesti Raamat 1980. 32 S.

Koolipoiss Jannu ('Jannu, der Schuljunge'). Tallinn: Eesti Raamat 1981. 47 S.

Peaasi, et pahandusi ei tuleks ('Hauptsache, es gibt keinen Ärger'). Tallinn: Eesti Raamat 1981. 74 S.

Seitsme peaga poiss ('Der Junge mit sieben Köpfen'). Tallinn: Eesti Raamat 1982. 32 S.

Ülesküntud liivakast ('Der umgepflügte Sandkasten'). Tallinn: Eesti Raamat 1983. 48 S.

Tädi Fantaasia ('Tante Fantasie'). Tallinn: Eesti Raamat 1985. 64 S.

Mänguiga ('Spielalter'). Tallinn: Eesti Raamat 1986. 78 S.

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