Die Iowa (Kennung: BB-61) ist ein ehemaliges Schlachtschiff der United States Navy und Typschiff der Iowa-Klasse. Sie diente während des Zweiten Weltkriegs zunächst im Atlantik und später im Pazifik, wo sie unter anderem die Schlachten um Iwojima und Okinawa unterstützte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Iowa zunächst in die Reserveflotte versetzt. Im Koreakrieg wurde sie reaktiviert und spielte eine wichtige Rolle bei der Unterstützung von Bodenoperationen durch Beschuss der Küstenziele. In den 1980er Jahren wurde die Iowa im Rahmen der Marineaufrüstung unter Präsident Ronald Reagan modernisiert. Diese Modernisierung umfasste die Installation von Tomahawk- und Harpoon-Raketen sowie moderne Feuerleitsysteme. Am 19. April 1989 ereignete sich eine tragische Explosion im Geschützturm Nr. 2, bei der 47 Besatzungsmitglieder ums Leben kamen. Der Schaden wurde nicht mehr repariert. Die endgültige Außerdienststellung der Iowa erfolgte am 26. Oktober 1990. Heute ist sie als Museumsschiff im Hafen von Los Angeles, Kalifornien, zu besichtigen.
Am 1. Juli 1939 wurde die Iowa bei der New York Naval Shipyard in New York City in Auftrag gegeben. Am 27. Juni 1940 wurde das Schiff auf Kiel gelegt und am 27. August 1942 vom Stapel gelassen. Für 26 Monate blieb das Schlachtschiff im Trockendock, die Werft investierte 30 Millionen Mannstunden in den Bau. Als Taufpatin zerschlug Ilo Wallace, Ehefrau des damaligen US-Vizepräsidenten Henry Wallace, die Champagnerflasche am Bug und sprach die traditionellen Worte I christen thee Iowa. May God guard the Iowa and all who sail in her. (dt. Ich taufe dich Iowa. Möge Gott die Iowa beschützen und alle, die auf ihr fahren.). In den nächsten Monaten wurde die Iowa fertig ausgerüstet und erprobt. Am 22. Februar 1943 wurde sie unter Kapitän John L. McCrea in Dienst gestellt.
Am 24. Februar stach die Iowa zur Probefahrt in der Chesapeake Bay und entlang der Atlantikküste in See. Am 27. August machte sie sich auf den Weg nach Argentia, Neufundland, um die Bedrohung durch das deutsche Schlachtschiff Tirpitz zu neutralisieren, das Berichten zufolge in norwegischen Gewässern operierte. Im Oktober zog sie jedoch ab, ohne die Tirpitz oder andere deutsche Einheiten gesichtet zu haben. Daraufhin dockte sie in die Norfolk Naval Shipyard ein, um kleinere Umbauten vornehmen zu lassen. Die Iowa wurde ausgerüstet, um US-Präsident Franklin D. Roosevelt nach Casablanca, Französisch-Marokko, zu befördern. Für den weitgehend auf den Rollstuhl angewiesenen Roosevelt wurde eine Badewanne eingebaut – einmalig an Bord eines US-Kriegsschiffs.
Am 11. November verließ die Iowa mit Präsident Roosevelt, Außenminister Cordell Hull, Chief of Naval Operations Ernest J. King sowie weiteren hochrangigen Militärs die USA in Richtung Afrika. Nach dem Ende der Konferenz nahm sie sie im Dezember wieder auf und brachte sie zurück nach Amerika. Am 2. Januar 1944 wurde die Iowa als Flaggschiff der 7. Schlachtschiff-Division in den Pazifik beordert, wo sie im Kampf gegen Japan eingesetzt werden sollte. Vom 29. Januar bis 3. Februar unterstützte sie die Luftangriffe von Task Force 58 unter dem Kommando von Konteradmiral Frederick C. Sherman während der Schlacht um Kwajalein. Ab dem 16. Februar 1944 beteiligte sich die Iowa an Operation Hailstone, der Zerstörung der japanischen Basis auf Truk.
Am 19. Februar kam es zu einem Gefecht mit einem japanischen Konvoi, bestehend aus dem leichten Kreuzer Katori, dem bewaffneten Handelskreuzer Akagi Maru und den Zerstörern Maikaze und Nowaki. Die Katori wurde dabei von der Iowa versenkt und ging mit ihrer Besatzung von rund 300 Mann unter. Am 18. März beteiligte sich die Iowa an der Beschießung des Mili-Atolls auf den Marshallinseln. Dabei wurde die Iowa von zwei japanischen 118-mm-Geschossen getroffen, erlitt aber nur geringfügige Schäden. Am 30. März schloss sie sich erneut Task Force 58 an und unterstützte die Luftangriffe auf die Palauinseln, Neuguinea und Wake. Vom 22. bis 28. April 1944 unterstützte die Iowa Luftangriffe auf Hollandia, Aitape und die Wakde-Inseln, um die Streitkräfte auf Aitape, in der Tanahmerah-Bucht und der Humboldt-Bucht in Neuguinea zu unterstützen. Anschließend beteiligte sie sich am zweiten Angriff auf Truk und beschoss am 1. Mai japanische Einrichtungen auf Pohnpei.
Im Juni nahm die Iowa an Operation Forager teil und beschoss Stellungen auf Saipan und Tinian. Bis Ende Juli blieb das Schlachtschiff bei den Marianen und unterstützte Luftangriffe auf die Palauinseln und Anlandungen während der Schlacht um Guam. Am 17. September unterstützte das Schiff Trägerangriffe auf die Philippinen und die Karolinen. Im Oktober unterstützte sie die Luftangriffe auf die Ryūkyū-Inseln und Formosa sowie Luzon und Leyte. Während der See- und Luftschlacht im Golf von Leyte verfolgte die Iowa als Teil von TF-38 die japanische 1. Mobile Flotte, die als Ablenkung vom eigentlichen Kampfgeschehen dienen sollte, in Richtung Norden. Nach der Schlacht verblieb das Schlachtschiff als Geleit der Träger in der Region. Am 17. Dezember wurde die Iowa durch den Taifun Cobra beschädigt und lief zu Reparaturen nach Manus. Nach deren Beendigung kehrte die Iowa wieder in die Heimat zurück, wo sie nach ihrer Ankunft am 15. Januar 1945 in der Hunters Point Shipyard in San Francisco überholt wurde. Nach dem Abschluss der Arbeiten verließ die Iowa am 19. März die USA in Richtung Japan und erreichte am 15. April 1945 Okinawa, wo sie sich an der Schlacht um Okinawa beteiligte. Bis zum Waffenstillstand am 15. August verblieb die Iowa vor den japanischen Hauptinseln und lief am 29. August in die Bucht von Tokio ein. Nach der Unterzeichnung der Kapitulation Japans verließ sie japanische Gewässer und erreichte am 15. Oktober Seattle. Anfang 1946 wurde die Iowa erneut nach Japan beordert, wo sie als Flaggschiff der 5. US-Flotte vor Tokio lag. Am 25. März 1946 kehrte sie in die Vereinigten Staaten zurück und nahm an Manövern und Ausbildungsfahrten vor Long Beach teil. Im Oktober wurde die Iowa einer Überholung und Modernisierung unterzogen. Im September 1948 wurde die Iowa in San Francisco außer Dienst gestellt und am 24. März 1949 der Reserveflotte zugeteilt.
Nach dem Beginn des Krieges in Korea wurde die Iowa im Rahmen der Mobilisierung am 14. Juli 1951 reaktiviert und am 25. August wieder in Dienst gestellt. Im März 1952 verließ die Iowa die USA in Richtung Korea und löste bei ihrer Ankunft am 1. April ihr Schwesterschiff Wisconsin als Flaggschiff der 7. US-Flotte unter dem Kommando von Vizeadmiral Robert P. Briscoe ab. Am 8. April begann die Iowa mit dem Beschuss nordkoreanischer Versorgungslinien in der Region zwischen Wŏnsan und Sŏngjin. Die nächsten Tage blieb das Schlachtschiff dort und beschoss am 13. April feindliche Stellungen, wobei 100 nordkoreanische Soldaten getötet wurden. Am 14. April lief sie in den Hafen von Wŏnsan ein und beschoss Lagerhäuser, Beobachtungsposten und Rangierbahnhöfe. Am 20. April zerstörte die Iowa Eisenbahnlinien bei Tanchon. Am 25. Mai traf die Iowa zusammen mit der Missouri vor Ch’ŏngjin ein und beschoss die dortigen Industrie- und Eisenbahnverkehrszentren. Anschließend fuhr sie nach Süden, um das 10. US-Korps zu unterstützen. Auf dem Weg dorthin beschoss sie erneut Sŏngjin und zerstörte mehrere Eisenbahntunnel und Brücken. Den ganzen Juni hindurch beschoss die Iowa Ziele in Mayang-do, Tanch’ŏn, Ch’ŏngjin, Chodo-Sokcho sowie die Häfen von Hŭngnam und Wŏnsan. Nachdem am 20. August der Zerstörer Thompson von einer Küstengeschützbatterie bei Sŏngjin einen direkten Treffer auf die Brücke erlitten hatte, deckte die Iowa den Rückzug des beschädigten Schiffs und nahm die Verwundeten auf. Am 14. Oktober nahm die Iowa an Operation Decoy teil, einem Täuschungsmanöver, um feindliche Truppen nach Kojo zu locken und sie somit in Reichweite der Schlachtschiffe zu bringen. Am 17. Oktober verließ die Iowa Korea und kehrte durch den Panamakanal an die Ostküste zurück, wo sie in Norfolk überholt wurde. Im Anschluss folgten Übungsfahrten in der Karibik.