Inoue Yūichi (jap. 井上 有一; * 14. Februar 1916 in Tokio, Japan; † 15. Juni 1985 in Tokio) war ein japanischer Maler und Kalligraph.
Inoue gehörte zu den bedeutendsten Vertretern der Modernen Kunst und avantgardistischen Kalligraphie Japans im 20. Jahrhundert. Die Vertreter dieser avantgardistischen und abstrakten Richtung lösten die Kalligraphie von ihrem literarisch-textlichen Wesen und entwarfen stattdessen die Zeichen als reine Form. Diese Kunst begegnete im 19. Jahrhundert der westlichen Kunst und verband sich nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem westlichen Abstrakten Expressionismus mit dem entscheidenden Unterschied, dass Inoue immer sino-japanische Schriftzeichen darstellt: in der frühen Phase einzelne Zeichen, in der späten Phase Textseiten.
Er arbeitete von 1935 bis 1976 als Volksschullehrer. Von 1942 bis 1950 studierte Yūichi Inoue Kalligraphie bei Sokyu Ueda (1899–1986). Im Jahr 1951 hatte Yūichi eine erste Einzelausstellung seiner Kalligraphien in Tokio. 1952 gründete er mit befreundeten Künstlern die Bokujin-kai – Gesellschaft für Kalligraphie. Inoue war Teilnehmer der documenta 2 1959 in Kassel. Seine Werke wurden in zahlreichen Ausstellungen weltweit gezeigt.
Inoue starb 1985 an den Folgen einer Hepatitis.
1954 Moderne Japanische Kalligraphie, Museum of Modern Art, New York
1955 Bokujin-kai-Gruppe, Galerie Colette Allendy, Paris/Galerie Apollo, Brüssel.
1955–56 Abstrakte Kunst – Japan und die USA, Nationalmuseum für moderne Kunst, Tokio / L’encre de chine dans la calligraphie et l’art japonais contemporains (Wanderausstellung für Amsterdam, Basel, Paris, Hamburg und Rom)
1957 4. Biennale von São Paulo
1958 50 ans d’art moderne, Palais des Beaux-Arts, Brüssel
1961 6. Biennale von São Paulo / Carnegie International, Pittsburgh / Yūichi Inoue Galerie Zwirner, Köln
1963 Schrift und Bild, Stedelijk Museum, Amsterdam / Kunsthalle Baden-Baden
1965 Inoue Yuichi Galerie Zwirner, Köln / Von der Heydt-Museum, Wuppertal
1969 Moderne Weltkunst, Nationalmuseum für moderne Kunst, Tokio
1984 Yu-ichi Wortbilder, UNAC Tokio
1986 YU-ICHI – Abschiedsgedanken, NEWZ, Tokio / YU-ICHI lebt, SEED Halle, Tokio
1987 YU-ICHI – Hundert Blumen, Parco Gallery, Tokio
1989 YU-ICHI – Arbeiten 1955–1985, Wanderausstellung durch sechs Museen in Japan
1992 Die Grossartigkeit der Armut, Azabu Museum, Tokio