Ingvar Jónsson (* 18. Oktober 1989 in Keflavík) ist ein isländischer Fußballspieler auf der Position eines Torwarts. Seit 2. Februar 2020 steht er im Aufgebot von Víkingur Reykjavík mit Spielbetrieb in der ersten isländischen Fußballliga. Er gehörte auch zum Kader der isländischen Nationalmannschaft, der an der Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich teilnahm.
Ingvar Jónsson wurde am 18. Oktober 1989 in der Hafenstadt Keflavík im Südwesten Islands geboren. Seine Karriere als Fußballspieler begann er im Nachwuchsbereich der im Fußballbereich unterklassig agierenden Ungmennafélag Njarðvíkur, die speziell für ihre Basketballabteilung bekannt ist. Hierbei wurde er unter anderem vom isländischen Trainer Freyr Sverrisson trainiert und noch früh für den Klub aus Njarðvík in diversen Turnieren und Meisterschaften eingesetzt. Beim Klub aus dem Nachbarort schaffte er im Jahre 2006 den Sprung in die Herrenmannschaft und wurde fortan in dieser eingesetzt. Beim damaligen isländischen Drittligisten kam er im Spieljahr 2006 jedoch nur in einer einzigen Ligapartie zum Einsatz und wurde kurzzeitig auch an den damaligen isländischen Zweitligisten Knattspyrnufélag Akureyrar verliehen, bei dem er jedoch kein einziges Meisterschaftsspiel absolvierte. Mit der Mannschaft aus Njarðvík wurde er in dieser Saison als offensiv- wie defensivstärkste Mannschaft mit einem Punkt Rückstand auf Knattspyrnufélag Fjarðabyggðar Vizemeister der 2. deild karla und stieg so in die zweithöchste Fußballliga des Landes auf.
Über Einsätze im nachfolgenden Spieljahr ist nichts bekannt, obwohl auszugehen ist, dass er, wie auch in den nachfolgenden Spielzeiten, als angehende Stammkraft agierte. Mit der Mannschaft rangierte er dabei auf dem achten Tabellenplatz im Endklassement. Im Spieljahr 2008 kam er in allen 22 Ligaspielen seiner Mannschaft zum Einsatz, konnte jedoch einen Abstieg als Elftplatzierter zum Jahresende nicht verhindern. Doch auch 2009 agierte Ingvar Jónsson als Stammspieler im Tor von Ungmennafélag Njarðvíkur und wurde abermals in allen 22 Ligapartien eingesetzt, wobei er mit der Mannschaft die wenigsten Gegentore in dieser Spielzeit entgegennehmen musste. Mit fünf Punkten Rückstand auf Íþróttafélagið Grótta wurde er mit dem Team erneut Vizemeister der isländischen Drittklassigkeit und stieg erneut in die 1. deild karla auf. In dieser wurde er in 20 der insgesamt 22 Ligaspiele eingesetzt, konnte jedoch einen abermaligen Abstieg in die dritthöchste Spielklasse des Landes als Zwölft- und damit Letztplatzierter nicht verhindern. Den neuerlichen Abstieg trat Ingvar Jónsson, der mittlerweile fünf Spieljahre in der Herrenmannschaft verbracht hatte, nicht mehr an und wechselte stattdessen zum Erstligisten UMF Stjarnan, wo er alsbald zu einem Stammkraft aufstieg, nachdem er zuvor noch die Ersatzbank hütete bzw. gar nicht im offiziellen Kader war.
Erstligadebüt mit UMF Stjarnan
Nachdem in den ersten fünf Runden Magnús Karl Pétursson das Tor gehütet hatte, wurde Ingvar Jónsson ab der sechsten Meisterschaftsrunde von Trainer Bjarni Jóhannsson als Stammtorhüter in allen restlichen 17 Meisterschaftspartien eingesetzt. Im Endklassement der Pepsideild 2011 rangierte er mit seiner Mannschaft auf dem vierten Tabellenplatz und erreichte dabei nur knapp keinen Europa-League-Qualifikationsstartplatz. Auch in den nachfolgenden Jahren war UMF Stjarnan in der Topgruppe der isländischen Erstklassigkeit vertreten und Ingvar Jónsson unterstützte die Mannschaft dabei weiterhin als Nummer 1 im Tor. 2012 wurde er von Bjarni Jóhannsson in allen 22 Ligaspielen über die volle Spieldauer eingesetzt und war zudem vor Saisonstart im sogenannten Fótbolti.net Cup, einem Turnier der beiden höchsten isländischen Fußballligen, im Einsatz, in dem er mit der Mannschaft bis ins Finale einzog und hinter Breiðablik Kópavogur die Silbermedaille gewann. Weiters war er mit UMF Stjarnan auch im isländischen Fußballpokal 2012 im Einsatz, wo er mit der Mannschaft ebenfalls bis ins Finale kam, dort jedoch dem Rekordpokalsieger und Rekordmeister KR Reykjavík mit 1:2 unterlag. In der Liga erreichte er diesmal den fünften Platz und schrammte auch hier nur knapp an einem Europa-League-Qualifikationsstartplatz vorbei.
Im Spieljahr 2013 belegte der Klub aus Garðabær mit 43 Punkten hinter Vizemeister FH Hafnarfjörður und Meister KR Reykjavík den dritten Tabellenplatz in der Endplatzierung und sicherte sich so einen Startplatz in der 1. Qualifikationsrunde der Europa-League-Saison 2014/15. Auch im isländischen Fußballpokal 2013 war UMF Stjarnan unter der Führung von Logi Ólafsson erfolgreich und zog erneut ins Finale, diesmal gegen Fram Reykjavík, ein. Hierbei unterlag die Mannschaft erst nach dem absolvierten Elfmeterschießen dem Klub aus der Hauptstadt Reykjavík. Des Weiteren war Ingvar Jónsson mit seiner Mannschaft im Deildabikar, dem isländischen Ligapokal, im Einsatz, wo er mit seinem Team im Halbfinale der 2013er Austragung gegen Valur Reykjavík ausschied. Über die gesamte Saison hinweg kam er auf Einsätze in 19 Ligaspielen, sowie in vier Pokal- und ebenso vielen Ligapokalspielen. Zum besten isländischen Torhüter des Jahres stieg er jedoch im darauffolgenden Jahr 2014 auf. In diesem Jahr nahm er mit der Mannschaft als Stammkraft an der Europa-League-Qualifikation teil, wo er mit UMF Stjarnan ungeschlagen durch drei Runden bis in die Play-offs, die vierte Qualifikationsrunde, vordrang. Auch dort kam er in beiden Partien gegen Inter Mailand zum Einsatz, wobei die Isländer den Italienern jedoch klar mit 0:9 aus Hin- und Rückspiel unterlegen waren und so knapp vor Einzug in die Gruppenphase vom Turnier ausschieden.
In der Liga lief es für die von Rúnar Páll Sigmundsson trainierte Mannschaft ebenso sehr erfolgreich. Nachdem UMF Stjarnan über den Großteil des Jahres hinter FH Hafnarfjörður auf dem zweiten Tabellenplatz rangierte, drehte die Mannschaft aus Garðabær dies noch in der letzten Meisterschaftsrunde und setzte sich mit einem Punkt Vorsprung und in 22 Partien ungeschlagen vor das Team aus Hafnarfjörður auf den ersten Tabellenplatz. Damit qualifizierte man sich für die Teilnahme an der 2. Qualifikationsrunde der Champions-League-Saison 2015/16, wo man jedoch, ohne Ingvar Jónssons Beteiligung, Celtic Glasgow mit einem Gesamtscore von 1:6 aus Hin- und Rückspiel unterlag. Ingvar Jónsson war, zumeist als Mannschaftskapitän, in 21 der 22 Ligaspiele im Einsatz und ließ nur in einer einzigen Partie Sveinn Sigurdur Jóhannesson den Vortritt. Weiters war er auch im isländischen Ligapokal 2014 Stammspieler, als er für sein Team in allen acht Partien zum Einsatz kam und erst im Viertelfinale gegen den späteren Vizemeister FH Hafnarfjörður ausschied. Ein jähes Ende, nach zwei Finalteilnahmen in Folge, folgte im isländischen Fußballpokal 2014, als er mit dem Team noch im Achtelfinale dem Hauptstadtverein Þróttur Reykjavík unterlag. Vor Beginn der Saison gewann er mit der Mannschaft noch die Goldmedaille beim Fótbolti.net Cup des Jahres 2014. Am Ende der Saison wurde er von seinen Mitspielern in der isländischen Erstklassigkeit zum „Spieler des Jahres“ gewählt.
Nach dem erfolgreichen Spieljahr 2014 wurde der mittlerweile von diversen Klubs umworbene Torhüter ablösefrei an den norwegischen Erstligisten Start Kristiansand abgegeben, wo er sich im Konkurrenzkampf um die Position als Stammtorhüter mit dem ehemaligen norwegischen Internationalen Håkon Opdal nicht durchsetzen konnte und von der ersten bis zur 16. Runde zumeist nur uneingesetzt auf der Ersatzbank saß. Sein Tippeligaen-Debüt, das zugleich auch sein einziger Erstligaauftritt in diesem Jahr blieb, absolvierte er in der fünften Runde am 30. April 2015 bei einer 2:3-Niederlage gegen Rosenborg Trondheim, als er über die ganzen 90 Minuten im Tor war. In dieser Zeit kam er auch zu zwei Einsätzen im norwegischen Fußballpokal 2015, als er mit der Mannschaft jedoch bereits in der zweiten Runde gegen den Drittligisten Vindbjart FK vom laufenden Turnier ausschied. Aufgrund der Aussichtslosigkeit auf einem Durchbruch in der höchsten norwegischen Fußballliga, wurde er im Juli 2015 bis zum Ende der Saison an den norwegischen Zweitligisten Sandnes Ulf verliehen. Beim zu diesem Zeitpunkt auf dem zweiten Tabellenplatz rangierenden und über einen längeren Zeitraum um den Aufstieg mitspielenden Klub aus Sandnes kam er gleich von Beginn an als Stammtorhüter zum Einsatz und wurde von Bengt Saeternes, einem weiteren ehemaligen norwegischen Nationalspieler, in allen 15 restlichen Ligaspielen eingesetzt. Nachdem er mit seinem in der vorangegangenen Saison aus der Erstklassigkeit abgestiegenen Team im Endklassement lediglich den siebenten Platz erreichte und aufgrund der schlechteren Tordifferenz nur knapp nicht den Einzug in die Aufstiegsrunde meisterte, kehrte er wieder zu seinem angestammten Klub nach Kristiansand zurück. Dieser wiederum kam über einen 14. Tabellenplatz nicht hinaus und musste in der Relegation gegen den FK Jerv antreten, wobei Start Kristiansand mit 4:1 aus Hin- und Rückspiel als Sieger hervorging und den Verbleib in der höchsten norwegischen Fußballliga sicherte.