Ingrid Haebler (* 20. Juni 1929 in Wien; † 14. Mai 2023 in Puch bei Hallein) war eine österreichische Pianistin.
Ingrid Haebler war die Tochter von Armin und Charlotte (Sissy) Haebler, geb. Schüch, die am 8. Juni 1925 in der Minoritenkirche Wien geheiratet hatten. Die junge Familie Haebler wohnte im 3. Wiener Gemeindebezirk in der Reisnerstraße 35. Armin Haebler war am 24. Jänner 1894 in Łódź geboren worden. Er machte sich um die Glas- und Metallhütte Scheegattern Aktiengesellschaft verdient und war später Aufsichtsrat der Aktiengesellschaft für Glasindustrie in Linz.
Ingrid Haebler erhielt mit sechs Jahren von ihrer Mutter den ersten Klavierunterricht. Es folgten bald auch erste Kompositionsversuche. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges übersiedelte sie mit ihrer Familie nach Salzburg, wo sie bei Walter Lampe am Mozarteum Klavierunterricht erhielt. Als Neunjährige trat sie erstmals im Wiener Saal des Mozarteums mit einem Andante von Mozart auf. Ihr Konzertdebüt gab sie am 7. März 1941 mit Mozarts Klavierkonzert in A-Dur, KV 414. 1949 absolvierte Haebler bei Heinz Scholz am Mozarteum und erhielt anschließend die Lilli-Lehmann-Medaille. Sie studierte auch bei Paul Weingarten in Wien. 1950 ging sie nach Genf zu weiteren Studien bei Nikita Magaloff und nach Paris zu Marguerite Long.
Haebler gewann zweimal den 2. Preis beim Internationalen Klavierwettbewerb in Genf und 1954 den 1. Preis beim Wettbewerb der ARD. Danach begann ihre Weltkarriere. Ab 1969 war Ingrid Haebler Professorin am Salzburger Mozarteum.
Haebler wurde vor allem durch ihre Interpretation des Klavierwerkes von Wolfgang Amadeus Mozart bekannt. Gelobt wurde die Natürlichkeit und schlichte Diktion ihres Spiels sowie die Nüchternheit in der Darstellung, gepaart mit Wärme und Gefühl, ein „singendes Allegro“. Mit Henryk Szeryng und mit Arthur Grumiaux nahm sie Mozarts Violinsonaten auf.
1951: 2. Preis beim Internationalen Klavierwettbewerb in Genf
1952: 2. Preis beim Internationalen Klavierwettbewerb in Genf
1954: 1. Internationaler Musikwettbewerb der ARD in München
1954: 1. Preis beim Schubert-Wettbewerb
1957: Harriet Cohen Beethoven Medaille (Harriet Cohen International Music Award)
1970: Mozartmedaille durch die Mozartgemeinde Wien
1979: Silberne Mozart-Medaille des Salzburger Mozarteums
1986: Ehrenmedaille der Stadt Wien
Ingrid Haebler. The Philips Legacy – Werke von J.S. Bach, J.C. Bach, Mozart, Beethoven, Haydn, Schubert, Chopin, Schumann und Franck; mit verschiedenen Interpreten und Orchestern (1953–1980; 2022, 58 CDs, Decca) OCLC 1343877845
J.C. Bach, 12 Klavierkonzerte op. 1 und 7 – Ingrid Haebler, pianoforte; Wien Capella Academica, Ltg. Eduard Melkus (1969, 1972, 1977, 2CD Philips) OCLC 30673144
J.C. Bach, 6 Sonaten op. 5 – Ingrid Haebler, pianoforte (Philips)
J.C. Bach, 6 Sinfonias op. 3/6, Klavierkonzerte, op. 13 – Ingrid Haebler, pianoforte; Academy of St. Martin in the Fields, Ltg. Neville Marriner; Wien Capella Academica, Ltg. Eduard Melkus (1997, Philips)
J.S. Bach, Französische Suite Nr. 6, E-dur, BWV 817 (1966, Philips)