Imst (rätoromanisch ) im österreichischen Bundesland Tirol ist die Hauptstadt des politischen Bezirks Imst sowie des Gerichtsbezirks Imst und hat 11.076 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026).
Imst liegt auf 828 m Seehöhe im Oberinntal, am Rande der Lechtaler Alpen. Der Hausberg ist der 2774 m hohe Muttekopf. Die südliche Gemeindegrenze bildet der Inn.
Man unterscheidet zwischen der Ober- und Unterstadt. Weitere Imster Ortsteile sind: Auf Arzill, Brennbichl, Gunglgrün, Am Grettert, Sonnberg, Weinberg, Hoch-Imst und Teilwiesen.
Die ältesten Siedlungsspuren im Gebiet um Imst stammen aus der Bronzezeit.
In der Römerzeit war Imst ein Verkehrsknoten an der Via Claudia Augusta, die von Imst über den heutigen Fernpass ins Außerfern führte.
763 wird Imst erstmals urkundlich als „in opido Humiste“ – Teil der Gründungsausstattung der in Scharnitz vom Bistum Freising errichteten Klosterkirche St. Peter – genannt. Der Name soll auf eine frühe Form des lateinischen humidus (feucht) zurückgehen, das mit dem Wortbildungsmorphem -iste verbunden wurde. Der Name lässt sich als Nassfeld, feuchter Grund übersetzen. Die Genese des Toponyms: 1120 als „Uemeste“, 1143 als „Umiste“, 1278 als „Umeste“, 1296 als „Ümst“. Im Spätmittelalter setzt sich schließlich die Lautung Imst durch.
1266 erwarb Meinhard II. von Tirol das Gebiet aus bayerischem Besitz und verlieh Imst 1282 das Marktrecht. Dieses brachte Sonderrechte für den Warenhandel und somit einen wirtschaftlichen Aufschwung, sodass Meinhard geneigt war, Imst das Stadtrecht einzuräumen. Zwar bestätigte Meinhards Sohn Heinrich 1312 das Dokument seines Vaters, das die Stadterhebung beurkundete, machte den Imstern aber zur Bedingung, auf eigene Kosten eine Stadtmauer zu errichten, was jedoch nicht geschah. 1822 gab es eine große Brandkatastrophe. 1898 erhielt Imst dann, rund 750 Jahre nach dem ersten Ansinnen, das Stadtrecht verliehen.
Imst spielte eine Rolle in der Zeit des Nationalsozialismus, als die Stadt als erste Tiroler Kommune bereits 1933 Adolf Hitler zum Ehrenbürger ernannte, was erst in den 1990er-Jahren revidiert wurde. Auch in der jüngeren Zeit sorgte eine nach dem „größten Nazidichter Tirols“, Jakob Kopp, benannte Straße und die versäumte Umbenennung für Aufsehen und Diskussionen.
Konfrontiert mit dem Elend von Kriegswaisen und heimatlosen Kindern nach dem Zweiten Weltkrieg, gründete Hermann Gmeiner 1949 den Verein SOS-Kinderdorf. Mit Freunden baute er in Imst das erste Kinderdorf der Welt, das am 15. April 1951 nach zweijähriger Bauzeit eröffnet wurde.
EinwohnerJahr200040006000800010.00012.0001860189019201950198020102040EinwohnerEinwohnerentwicklung von Imst.mw-chart-eb808b27c67bcd3ba451f7551f7825adbaf94f56861377d8549234b51c5fed9f990b5f06ed30cb24f60d7d0d8268b378fa6f3cd9dc5d374666640e7c9b6fbafd__zr19199-cls-100477:hover{pointer-events:none}.mw-chart-eb808b27c67bcd3ba451f7551f7825adbaf94f56861377d8549234b51c5fed9f990b5f06ed30cb24f60d7d0d8268b378fa6f3cd9dc5d374666640e7c9b6fbafd__zr19199-cls-100478:hover{cursor:pointer;fill:rgba(0,0,0,1)}.mw-chart-eb808b27c67bcd3ba451f7551f7825adbaf94f56861377d8549234b51c5fed9f990b5f06ed30cb24f60d7d0d8268b378fa6f3cd9dc5d374666640e7c9b6fbafd__zr19199-cls-100479:hover{cursor:pointer}.mw-chart-eb808b27c67bcd3ba451f7551f7825adbaf94f56861377d8549234b51c5fed9f990b5f06ed30cb24f60d7d0d8268b378fa6f3cd9dc5d374666640e7c9b6fbafd__zr19199-cls-100480:hover{cursor:pointer;fill:rgba(82,130,235,1)}.mw-chart-eb808b27c67bcd3ba451f7551f7825adbaf94f56861377d8549234b51c5fed9f990b5f06ed30cb24f60d7d0d8268b378fa6f3cd9dc5d374666640e7c9b6fbafd__zr19199-cls-100481:hover{cursor:pointer;fill:rgba(0,0,0,0)}
Altstadt: Das Erscheinungsbild von Imst ist durch Bürgerhäuser von der Gotik bis in den Barock ausgezeichnet und zeigt sich heute stark urban und vom Tourismus überprägt.
Die katholische Pfarrkirche Imst wurde von 1462 bis 1493 als spätgotische Hallenkirche von der Imster Bauhütte errichtet. Der Innenraum wurde 1780 barockisiert und nach einem Brand 1822 neu gewölbt und um 1908 wieder gotisch rekonstruiert.
Kloster der Barmherzigen Schwestern Imst
Museum im Ballhaus: Das Museum im Ballhaus dokumentiert die Stadtgeschichte. Es befindet sich in einem Gebäude aus dem 16. Jahrhundert.
Brunnen: Die Versorgung der Stadt mit Trink- und Nutzwasser war ursprünglich auf öffentliche Brunnen beschränkt. Über 35 Trinkbrunnen prägen das Bild der Stadt („Brunnenstadt Imst“). 18 davon sind historische, zumeist Heiligen gewidmete Brunnen, die mit Sorgfalt renoviert wurden. Diese Brunnen dienten nicht nur den Bürgern, sondern auch dem zahlreichen Vieh. Bei den zwei großen Prozessionen (Fronleichnam und Mariä Himmelfahrt) werden die Brunnen besonders schön geschmückt.
Ansitz Rofenstein, Gerichtsgebäude aus dem 13. Jahrhundert, heute Amtsgebäude der Bezirkshauptmannschaft von Imst.
Das Bundesrealgymnasium Imst, von 1970 bis 1973 erbaut, wurde als Musterschule der Vorfertigung im Schulbau unter Denkmalschutz gestellt.
Landwirtschaftliche Landeslehranstalt Imst