Immanuel Christian Leberecht von Ampach, Eigenschreibweise Christian Lebrecht von Ampach, (* 11. Dezember 1772 in Artern; † 5. Juni 1831 in Naumburg (Saale)) war ein meißnischer Stifts-Regierungsrat, Domherr in Naumburg und Dechant des Stiftskapitels in Wurzen. Er wurde besonders als Münzsammler, Kunstsammler und Mäzen bekannt.
Die Familie von Ampach stammte ursprünglich aus Tirol. Georg Ampach aus Kurland wiederum wurde am 2. Januar 1698 in Wien in den Reichsadelsstand erhoben. Die Immatrikulation Ampachs bei der Kurländischen Ritterschaft erfolgte am 4. März 1801. Damit zählte Ampach zu den baltischen Baronen; zu Lebzeiten und in der Literatur wurde er daher überwiegend als Baron tituliert, ohne je in den deutschen Freiherrnstand erhoben worden zu sein.
Immanuel Christian Leberecht von Ampach war der Sohn des kursächsischen Offiziers (Capitaine der Cavallerie), des Haupt-Salzverwalters Johann Friedrich von Ampach (* 6. März 1742 in Ordangen bei Grobiņa, Kurland; † 4. Dezember 1824 in Stechau) und der Anna Charlotta von Dzierzanowska, Gutsherrin auf Zschirla bei Colditz. Seine Ehefrau wurde Caroline (Karoline) Henriette von Houwald-Krossen (* 30. November 1787 in Krossen bei Luckau; † in Leipzig), Tochter der Erbfrau auf Krossen, Karoline Margarete von Carras, und des Adolf von Houwald. Die Hochzeit war am 26. April 1807 in Krossen. Die vierjährige Tochter Isidore Henriette Alina, geboren am 28. September 1812, verstarb am 24. September 1816.
Im Frühjahr 1801 war der studierte Jurist Ampach als sächsischer Agent in Paris und schaffte es, Napoleon vorgestellt zu werden. Seine neugierigen und impertinenten Fragen führten jedoch im Juli 1801 zu einer Distanzierung durch den sächsischen Gesandten Johann Adolph von Loß. Ab 1803 war Ampach als Regierungsrat der bis 1818 noch eigenständigen Regierung des Hochstifts Meißen in Wurzen tätig und wurde als solcher Dechant des Kollegiatstiftes Wurzen. Gemeinsam mit dem Dompropsten und Bauforscher Christian Ludwig Stieglitz leitete er ab 1817 die grundlegende Renovierung des Innenraums der Kollegiatstiftskirche (Domkirche) St. Marien im Stil der frühen Neugotik.
Ampach war als Gutsbesitzer Erbherr auf Hermswalde bei Sommerfeld in der Neumark, Stechau, das er 1826 erbte, und zu Lüptitz, heute Ortsteil von Hohburg.
Ampach war im Vorstand der Deutschen Gesellschaft zur Erforschung vaterländischer Sprache und Alterthümer in Leipzig.
Von Ampachs Grab befindet sich auf dem Friedhof des Naumburger Doms.
Als Mäzen und Kunstsammler reiste er in der ersten Jahreshälfte 1820 nach Rom, um dort bei den Nazarenern in größerem Umfange Auftragswerke für eigene Rechnung zu vergeben. Die Malerfreunde Julius Schnorr von Carolsfeld, Friedrich von Olivier und Theodor Rehbenitz wohnten seit 1819 im Gebäude der Preußischen Gesandtschaft beim Heiligen Stuhl, im Palazzo Caffarelli auf dem Capitolhügel, sie wurden daher die drei Capitoliner genannt. Bei Julius Schnorr von Carolsfeld bestellte Ampach 1820 auch die Verkündigung als Andachtsbild für das Kapitel der Domkirche in Wurzen. Diese Verkündigung ist seit 1906 Bestandteil der Sammlung der Alten Nationalgalerie in Berlin.
Für seine private Hauskapelle in Naumburg, Markt 10, bestellte Ampach bei seinem Aufenthalt 1820 neun Gemälde eines thematisch genau vorgegebenen Christus-Zyklus, die von neun Malern unter Leitung von Schnorr ausgeführt wurden (1820–1827). Die Vorstellung Ampachs über die neun Bilder seines Zyklus zum Leben Jesu ging zunächst dahin, dass jedes von einem anderen der in Rom arbeitenden deutschen Künstler gemalt werden sollte. Damit wurde sein Auftrag zum dritten bedeutenden Gemeinschaftszyklus der Nazarener nach denen der Casa Bartholdy und des Casino Massimo. Ampach wählte die Künstler selbst aus. Über die Auftragsvergaben wurde in der damaligen deutschen Fachpresse berichtet. Schnorr, der für Ampach die Koordination der Auftragsabwicklung übernahm, hatte Olivier vorgeschlagen und selbst ein Bild übernommen. Der noch fehlende neunte Maler wurde zuletzt bei einem gemeinsamen Abendessen mit von Ampach festgelegt, Rehbenitz aus der Runde vorgeschlagen und akzeptiert, obwohl Schnorr gleich Zweifel anmeldete. Im Einzelnen fuhren nach Vergabe folgender Aufträge nach Deutschland zurück:
Friedrich Wilhelm Schadow: Christus, das Gesetz erklärend/Christus unter den Pharisäern (1827)
Theodor Rehbenitz: Christus, in der Wüste versucht, 1823 in fast(?) fertigem Zustand datiert und signiert von Rehbenitz, der mit dem Auftrag völlig überfordert war. Fertiggestellt 1825 mit der Einwilligung von Rehbenitz durch Julius Schnorr von Carolsfeld. Vorbereitende Kartons von Rehbenitz und Studien von Schnorr befinden sich im Nachlass Rehbenitz im Behnhaus in Lübeck
Julius Schnorr von Carolsfeld: Christus, die Kinder segnend/Lasset die Kindlein zu mir kommen, 1931 im Glaspalast München verbrannt, Teile des vorbereitenden Kartons im Nachlass Rehbenitz im Behnhaus in Lübeck
Friedrich von Olivier: Christus und der Zinsgroschen/Christus und die Pharisäer beraten über den Tribut
Carl Adolf Senff: Christus, die Kanaanäerin heilend/ Christus und das canaanäische Weib
Philipp Veit: Christus am Ölberg
Carl Eggers: Die Fußwaschung Christi
Carl Christian Vogel von Vogelstein: Kreuzigung/Christus am Kreuz Er malte 1820 in Rom auch das Porträt Ampachs.
Gustav Heinrich Naecke: Christus, den Jüngern das letzte Mal erscheinend / Friede sei mit Euch (1824/25)