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Ileana Cotrubaș

Rumänische Sopranistin

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Ileana Cotrubaș (; * 9. Juni 1939 in Galați, Königreich Rumänien; † 20. August 2026 in Wien, Österreich) war eine rumänische Opernsängerin. Sie gehörte zu den bekanntesten Sopranistinnen des 20. Jahrhunderts.

Ileana Cotrubaș wurde in Galați, einer kleinen Stadt an der Donau, geboren. 1945 zog die Familie nach Bukarest. Mit acht Jahren wurde sie in den Kinderchor von Radio Bukarest aufgenommen, wo sich bald ihr musikalisches Talent zeigte. Mit diesem Kinderchor wirkte sie an der Opera Națională București auch bei Opernaufführungen mit, u. a. in Carmen, La Bohème und Tosca. Cotrubaș besuchte die „Școala specială de muzică“ in Bukarest und studierte am dortigen Ciprian-Porumbescu-Konservatorium Gesang bei Constantin Stroescu. 1964 gab sie an der Nationaloper Bukarest in der Knabenrolle des Yniold in der Oper Pelléas et Mélisande von Claude Debussy ihr Debüt. Sie blieb dort bis 1966 im Engagement und sang in dieser Zeit zunächst vor allem Pagen-Rollen, wie Oscar in Un ballo in maschera, Siebel in Faust und Tebaldo in Don Carlo. Später folgten Blonde in Die Entführung aus dem Serail, aber auch bereits ihre erste Gilda in Rigoletto.

Im Jahr 1965 war sie Gewinnerin des Internationalen Gesangswettbewerbs in ’s-Hertogenbosch in den Niederlanden, woraufhin sie Einladungen zu Gastvorstellungen an das Théâtre de la Monnaie in Brüssel (Pamina, Konstanze) und nach Amsterdam (Gilda) erhielt. 1966 erhielt sie den Ersten Preis beim Gesangswettbewerb der ARD-Rundfunkanstalten in München, was die Aufmerksamkeit von Operndirektoren und Künstleragenturen auf sie lenkte.

Zum Wintersemester 1967 ging sie nach Wien, um an der Wiener Musikakademie ihre Ausbildung zu vervollkommnen. Im Sommer 1968 sang sie bei den Salzburger Festspielen die C-moll-Messe von Wolfgang Amadeus Mozart, die 1969 und 1970 wiederholt wurde, und den Zweiten Knaben in Die Zauberflöte unter der musikalischen Leitung von Wolfgang Sawallisch. Im September 1968 trat sie unter dem damaligen Generalmusikdirektor Christoph von Dohnányi ein Engagement an der Oper Frankfurt an, wo sie, als Einspringerin für Edith Mathis, mit der Pamina ihre erste Premierenrolle hatte. 1969/70 folgte bei den Salzburger Festspielen die Bastienne in Mozarts Bastien und Bastienne.

Ileana Cotrubaș’ Vertrag mit der Frankfurter Oper legte nur eine bestimmte Anzahl von Vorstellungen fest, und so war es ihr möglich, Einladungen von internationalen Opernhäusern anzunehmen.

Im Dezember 1969 sang sie zum ersten Mal an der Wiener Staatsoper, einem Haus, dem sie bis zum Ende ihrer Karriere eng verbunden blieb und an dem sie für mehrere Premierenproduktionen verpflichtet wurde. Im Dezember 1971 übernahm sie die Violetta in einer Neuinszenierung von La traviata (Regie: Otto Schenk) an der Seite von Nicolai Gedda und Cornell MacNeil. Weitere Premierenrollen an der Wiener Staatsoper waren Susanna in Le nozze di Figaro (1977), Adina in L’elisir d’amore (1980) und Nedda in I Pagliacci (1985). In Repertoirevorstellungen war Cotrubaș an der Wiener Staatsoper als Pamina, Zerlina, Sophie (Der Rosenkavalier), Gilda, Mimì, Micaëla, in späteren Jahren auch als Amelia (Simone Boccanegra), Tatjana und Charlotte (Werther) zu hören.

In der Saison 1970/71 debütierte Ileana Cotrubaș als Tatjana in Eugen Onegin am Royal Opera House Covent Garden in London. Sie sang dort u. a. Susanna, Pamina, Norina, Violetta, Gilda, Mélisande, Antonia und Mimì. Ihren letzten Auftritt hatte sie dort im September 1987 als Alice Ford in Falstaff.

Ihr USA-Debüt gab sie 1973 an der Lyric Opera of Chicago als Mimì in La Bohème an der Seite von Luciano Pavarotti als Rodolfo. Mit derselben Partie folgte im Januar 1975 ihr vielbeachtetes und „fulminantes“ Debüt an der Mailänder Scala, als sie – auf Empfehlung von Luciano Pavarotti – kurzfristig für Mirella Freni einsprang.

An der Pariser Oper sang sie 1974, an der Seite von Alain Vanzo, in einer Neuinszenierung die Titelpartie in Manon, 1980 die Mélisande, 1983 die Rosalinde in der Operette Die Fledermaus und 1986 die Mimì.

Im März 1977 debütierte sie, an der Seite von José Carreras als Rodolfo und Renata Scotto als Musetta, als Mimì in La Bohème an der Metropolitan Opera in New York. Es folgten an der Metropolitan Opera in Neuproduktionen die Gilda in Rigoletto (Saison 1977/78) und die Violetta in La traviata (Saison 1980/81). Ihr letzter Opernauftritt an der Metropolitan Opera war im März 1987 als Micaëla in Carmen.

In Deutschland war sie nach ihrer Anfangszeit in Frankfurt an den Opernhäusern in Berlin, Hamburg, Köln, und dann für viele Jahre an der Bayerischen Staatsoper, u. a. seit 1975 in einer Neuinszenierung von La traviata von Otto Schenk, unter der musikalischen Leitung von Carlos Kleiber, zu hören. Im Februar 1984 trat sie, „beim Schlußbeifall am meisten bejubelt“, an der Bayerischen Staatsoper als Mimì in La Bohème an der Seite von Alberto Cupido als Rodolfo auf. Im Juni 1984 übernahm sie an der Oper Köln die Rolle der Ninetta in einer Neuinszenierung der Oper Die diebische Elster.

1989 sang sie beim Maggio Musicale nochmals die Rolle der Mélisande. Im November 1990 gab sie an der Wiener Staatsoper als Mimì in La Bohème an der Seite von Luis Lima im Alter von 51 Jahren ihre aktive Bühnenkarriere als Opernsängerin auf.

Ileana Cotrubaș war Österreichische Kammersängerin (1981) und Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper (1991). Nach Beendigung ihrer Gesangskarriere war sie als Jurorin bei Gesangswettbewerben aktiv, leitete Meisterklassen und arbeitete als privater Stimmcoach für Sänger. 2023 wurde ihr der Österreichische Musiktheaterpreis für das Lebenswerk zuerkannt.

Festspielauftritte und Konzerte

Ileana Cotrubaș trat bei zahlreichen internationalen Festspielen auf. Im Juni 1969 debütierte sie als Mélisande beim Glyndebourne Festival, wo sie bis 1981 auch als Calisto, Pamina, Susanna und als Titania in Benjamin Brittens Oper A Midsummer Night’s Dream auftrat. Beim Edinburgh Festival wurde sie 1975 für die Susanna engagiert.

Bei den Salzburger Festspielen sang sie 1978/79, 1980 und 1982–1984 die Pamina in Die Zauberflöte (Regie: Jean-Pierre Ponnelle) und 1980/81 die Konstanze in Die Entführung aus dem Serail.

Ileana Cotrubaş gab Konzerte und Liederabende im Wiener Musikverein und im Konzerthaus Wien, in der Royal Albert Hall, im Royal Opera House Covent Garden in London, an der Mailänder Scala, in der Carnegie Hall in New York, in der Berliner Philharmonie, im Concertgebouw Amsterdam sowie in Paris, Barcelona, Salzburg und Zürich. Konzertreisen führten sie nach Tokio, Buenos Aires, Rio de Janeiro, zum Macao Festival und nach Taiwan.

Sie sang Lieder u. a. von Claude Debussy, Maurice Ravel, Gabriel Fauré, Henri Duparc, Franz Schubert, Johannes Brahms, Richard Strauss und Hugo Wolf.

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