An diesem Tag

Ida Masius

Mitbegründerin des ersten Kinderkrankenhauses in Mecklenburg

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Ida Wilhelmine Clara Caroline Masius (* 3. August 1824 in Ludwigslust als Ida Wilhelmine Clara Caroline Frese; † 4. Februar 1897 in Schwerin) war eine deutsche Gründerin. Die Konzipierung, Gründung und Leitung des Augustenstift zu Schwerin unter dem Protektorat der Großherzogin Auguste 1855 und des ersten speziellen Kinderkrankenhauses in Mecklenburg auf der Basis selbst gesammelter Spenden 1866, ab 1883 im Neubau Anna-Hospital (Schwerin) sowie weiterer karitativer Einrichtungen machen sie zu einer der bedeutendsten Frauen bürgerlicher Herkunft in der Sozialgeschichte Schwerins und Mecklenburgs.

Ida Masius, geb. Frese, wurde als ältestes von sechs Kindern des Regimentsarztes Carl Frese und dessen Ehefrau Elisabeth, geb. Sachse, einer Tochter des Geheimen Medizinalrats Johann David Wilhelm Sachse in der damaligen großherzoglichen Residenz Ludwigslust geboren. Sie verlebte dort ihre Kindheit zur selben Zeit wie der fast gleichaltrige spätere Großherzog Friedrich Franz II., zu dem sie – wie die erhaltene Korrespondenz zeigt – ebenso wie zu seinen Ehefrauen seit Beginn ihres Wirkens in Schwerin und bis zu seinem Ableben ein vertrauensvolles Verhältnis pflegte. Seit 1818 etablierte sich durch Auguste von Hessen-Homburg, Witwe des 1819 verstorbenen Erbgroßherzogs, am großherzoglichen Hof in Ludwigslust verstärkt eine von der Erweckungstheologie beeinflusste Frömmigkeit, welche sowohl den späteren Großherzog Friedrich Franz II. als auch Ida Masius stark prägten und die Basis ihrer späteren Zusammenarbeit im karitativen Bereich bildete.

Auch die häusliche Erziehung war stark christlich geprägt; sie wurde außerdem von ihrer Mutter neben der Betreuung ihrer jüngeren Geschwister früh zu Arbeiten im Haushalt, vom Vater im Garten herangezogen; diese christliche Prägung und praktischen Erfahrungen bildeten die Grundlage zur späteren Gründung und Leitung karitativer Einrichtungen zur Ausbildung von Mädchen aus mittellosen Familien im geistlichen und hauswirtschaftlichen Bereich (s. u.).

Ida Masius erhielt mit ihrer jüngeren Schwester und den drei Töchtern der befreundeten Familie von Buch in Privatunterricht bei einem an einem Lehrerseminar für künftige Volksschullehrer ausgebildeten Pädagogen eine einfache Bildung. Für sie blieb es trotz Interesses und sehr guten Anlagen dabei, da in Ludwigslust keine Höhere Mädchenschule existierte. Der Religionsunterricht beim späteren Schweriner Oberkirchenratspräsidenten Theodor Kliefoth wurde prägend für ihr späteres soziales Engagement.

1843 erfolgte durch den damals 20-jährigen Großherzog die Versetzung des Vaters als Generalarzt und damit der Umzug der Familie nach Schwerin. 1844 fand die Verlobung, 1845 die Eheschließung mit dem 15 Jahre älteren Kammerregistrator Friedrich Masius statt. Die Ehe wird in ihrem Lebensbericht als harmonisch, der Ehemann als liebevoll beschrieben. Friedrich Masius ermöglichte seiner Frau z. B. Mal- und Zeichenunterricht. Nach der Geburt des einzigen Sohnes Carl (Lucian Wilhelm Johann, * 25. März 1846) 1846 folgte eine schwere und langwierige Erkrankung. Friedrich Masius erkrankte im Juli 1854 schwer und verstarb nach einem dreimonatigen Aufenthalt in der Berliner Charité am 14. Januar 1855. Ida Masius zog sich seit diesem Zeitpunkt vom gesellschaftlichen Leben zurück und widmete sich neben der Erziehung ihres Sohnes nur noch ihrer karitativen Tätigkeit.

Ihr Sohn Carl besuchte zunächst das Gymnasium in Schwerin, dann das Katharineum zu Lübeck bis zum Abitur Ostern 1868. Er studierte Rechtswissenschaften in Heidelberg, Berlin, Leipzig und Rostock, unterbrochen vom Dienst als Einjährig-Freiwilliger beim 2. Garde-Regiment zu Fuß im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71. Ab 1878 lebte er als Cand. iur. wieder bei seiner Mutter in Schwerin. Nach deren Ableben 1897 besuchte er drei Jahre das Predigerseminar Kropp, das lutherische Geistliche für den Dienst in den USA ausbildete. Nach mit "Gut" bestandenen Examen reiste er im Mai 1900 in die USA aus und wurde Pastor in Madison (Connecticut) und Brockport (New York).

Bis vier Tage vor ihrem Ableben in ihren Ämtern aktiv, verstarb Ida Masius an einer Lungenentzündung. Ihr Tod rief unter der Bevölkerung Schwerins große Anteilnahme hervor. Großherzogin Marie, die Witwe des Großherzogs Friedrich Franz II., hatte Ida Masius zuvor in ihrem kleinen Haus in der Schweriner Bergstraße besucht; sie folgte bei ihrem Begräbnis auch deren Sarg. Großherzog Friedrich Franz III. stiftete ihr als ältester Sohn der Großherzogin Auguste, mit der Ida Masius persönlich in der Arbeit für die kranken und armen alten Menschen Schwerins eng verbunden gewesen war, ein Grabmal auf dem Schweriner Alten Friedhof und ließ ein Ölgemälde zu ihrem Andenken anfertigen.

Nach der Einschulung ihres Sohnes wurde Ida Masius mit 28 Jahren Mitglied des von Domprediger Heinrich Böcler (1805–1882) im Jahre 1852 gegründeten Schweriner Frauenverein für Krankenpflege. Gemeinsam mit anderen christlich gesinnten Schweriner Frauen aus Bürgertum und Adel half sie, ab 1853 als Leiterin, z. B. bei Erkrankungen oder finanziellen Problemen persönlich und mit Spenden zur Linderung der größten Not in den ärmsten Haushalten der Stadt.

Nachdem sich der Umbau des von Großherzog Friedrich Franz II. im März 1852 am Standort des heutigen Augustenstifts Schwerin erworbenen Schützenhauses - zunächst als „freies Arbeitshaus“ für arme und alte bedürftige Handwerker geplant und im April 1853 als Wohltätigkeitsstiftung nach seiner ersten Ehefrau „Augustenstift“ benannt - bereits 1853 wegen baulicher Probleme ins Stocken geraten war und für die sich neu ergebenden Sanierungsarbeiten bereits im Juli 1853 keine weiteren finanziellen Mittel mehr bewilligt werden konnten, wurde der Plan, das Augustenstift als freies Arbeitshaus für bedürftige und notleidende Menschen zu führen, vom Großherzog 1854 aufgegeben.

Im Juli 1854 trat überraschend der Verein für Krankenpflege mit seiner Leiterin Ida Masius auf den Plan. Im Auftrag des Vereins beantragte Dompastor Böckler, das Haus zur Aufnahme alleinstehender alter, kranker Menschen nutzen zu dürfen. Der Großherzog stellte dem Krankenverein das Gebäude zum Nießbrauch unter dem Protektorat der Großherzogin Auguste zur Verfügung, der Oberkirchenrat verfügte die Aufsicht des Stiftsvorstandes über die Tätigkeit des Krankenvereins sowie, die Beratung desselben durch Pastor Böckler.

Ida Masius widmete sich in den folgenden Monaten mit Planung, Einrichtung und ausschließlich der Gründung des von ihr und ihren Vereinsmitgliedern in Zusammenarbeit mit der Großherzogin Auguste geplanten Stifts für bedürftige, kranke alte Menschen. Die Eröffnung des Augustenstifts wurde von der Großherzogin für den 3. August 1855, den 31. Geburtstag von Ida Masius festgelegt. Beide verband bis zum Tod der Großherzogin 1862 eine tiefe Freundschaft.

Die Leitung des Augustenstiftes lag ab 1855 - in Absprache mit der Protektorin - bis 1862 ohne Absicherung im Stiftsstatut in den Händen von Ida Masius als Leiterin des Schweriner Frauenvereins für Krankenpflege, sie erhielt ein Arbeitszimmer im Gebäude. Am 7. März 1860 erhielt das Stift die Rechte einer juristischen Person; 1861 als evangelische Stiftung (pium corpus).

Nach dem Ableben der Großherzogin Auguste bot Friedrich Franz II. in einem persönlichen Brief an seine „liebe Masius“ vertrauensvoll seine eigene Person zur persönlichen Zusammenarbeit, alle Angelegenheiten des Stifts betreffend, an. Gleichzeitig bestimmte er Ida Masius im Stiftungsstatut von 1862 nun auch offiziell zur Leiterin des Vorstands des Augustenstiftes. Stiftspastor und Stiftsökonom wurden ihr beigeordnet. In diesem Amt wirkte sie von 1862 bis zu ihrem Ableben 1897.

Gründung der "Vereinsschule" des Schweriner Frauenvereins

1863 setzte Ida Masius mit ihrem Krankenverein die Gründung einer „Vereinsschule“ als Zweigverein um, diese „sollte…Töchtern aus armen Familien Sonntags-Unterweisung in Gottes Wort gewähren, dann aber auch dieselben an einem, später an zwei Wochentagen durch Unterricht in den nützlichsten, weiblichsten Handarbeiten dazu bringen, daß sie beim Eintritt in einen Dienst den an sie gestellten Anforderungen genügen, oder doch wenigstens besser genügen könnten.“ 1877 wurde Ida Masius von Großherzogin Marie, der dritten Ehefrau des Großherzogs, die Leitung des Marien-Carolinen-Stiftes, einer Hauswirtschaftsschule für Mädchen aus armen Familien, übertragen.

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