Die IMDb (Akronym für Internet Movie Database, englisch für Internet-Filmdatenbank) ist eine Online-Datenbank zu Filmen, Fernsehserien, Videoproduktionen, Computerspielen und Personen, die daran mitgewirkt haben. Im Dezember 2023 gab es Einträge zu über 17,8 Millionen Titeln. Sie verteilen sich unter anderem auf über 667.000 verschiedene Spielfilmproduktionen, über 285.000 Videofilme, über 143.000 Fernsehfilme, mehr als 254.000 Fernsehserien, fast 8 Millionen Serienepisoden und mehr als 7,2 Millionen Podcast-Episoden. Zudem sind über 13,1 Millionen Film- und Fernsehschaffende aufgeführt. Betrieben wird die Datenbank seit 1998 von Amazon.
Die Nutzung der Grundversion ist kostenlos, gegen Bezahlung bietet IMDbPro zusätzliche Informationen wie beispielsweise aktuelle Statistiken zu Einspielerlösen, Zugriffsstatistiken und Agenten-Kontakte.
In der Filmdatenbank werden Daten von Kino-, Video- und Fernsehfilmen, Fernsehserien sowie Musikvideos, Computerspielen und Podcasts gesammelt, die seit Beginn der Kinematographie produziert wurden. Ein Großteil der Kinofilme der westlichen Welt ist schon in der Datenbank repräsentiert, wohingegen vor allem bei Fernsehproduktionen Lücken bestehen. Anders als bei ähnlichen Projekten werden auch Informationen zu Pornofilmen archiviert. Informationen und Profile zu Filmen oder Filmschaffenden können von angemeldeten Benutzern angelegt werden. Sie werden von der Redaktion geprüft und in der Regel nach kurzer Zeit veröffentlicht, wobei neue Informationen meist deutlich schneller verarbeitet werden als die Veränderung schon bestehender Datensätze.
Es kann sowohl nach Filmen als auch nach Personen, Filmrollen, Zitaten, innerhalb von Biografien und mittels erweiterter Suchabfragen nach vielen weiteren Angaben gesucht werden. Der Umfang der angebotenen Informationen ist abhängig vom Bekanntheitsgrad der Filme und Personen oder davon, wie viel Material durch interessierte Personen an IMDb übermittelt wurde. Da Filme und Stars aus Hollywood weltweit am bekanntesten sind, gibt es hierzu meist auch besonders viele Informationen. Synchronsprecher werden nur für englische Versionen von Produktionen oder anderssprachige Co-Produzenten eines Werkes aufgenommen.
Besucher können zu Filmen Bewertungen abgeben, die dann nach einem auf der Bayesschen Wahrscheinlichkeitsverteilung beruhenden System ausgewertet werden. Zum einen wird ab sieben (seit etwa Herbst 2023, zuvor fünf) abgegebenen Stimmen ein Durchschnittswert zum Film berechnet, zum anderen nach einem weiteren Berechnungssystem eine Liste der 250 (in der IMDbPro-Version 500) besten und 100 schlechtesten Filme erstellt. Seit Juli 2006 kann man nicht mehr nur Filme, sondern auch Fernsehserien und einzelne Folgen bewerten. Mittlerweile kann jede Produktionsform im System einzeln bewertet werden.
Vor November 2008 wurde die Website unter der Adresse german.imdb.com mit einer deutschsprachigen Navigation angeboten, die auch deutsche Filmtitel berücksichtigte. Ab dann gab es die deutsche, erheblich abgespeckte Version imdb.de, und Sprachversionen auf Französisch und Italienisch; später kamen Versionen auf Polnisch, Portugiesisch, Rumänisch, Spanisch, Türkisch und Ungarisch hinzu. Die nicht-englischsprachigen Datensätze enthielten im Regelfall nur wenige Basisangaben für jeden Film und blendeten nur auf Englisch vorliegende Zusatzangaben wie inhaltliche Zusammenfassungen, Filmfehler, Auszeichnungen, Links zu Trailern und weitere Menüpunkte aus. Im Februar 2013 wurden die nicht-englischsprachigen Versionen der Seite abgeschafft. Als Grund dafür wurde angegeben, dass man jedem Benutzer die große Informations- und Funktionsvielfalt zur Verfügung stellen wolle, die die englischsprachige Seite biete. Eine internationale Version liefert zu jedem Film die Verleihtitel in allen erfassten Sprachen.
2007 wurden in der IMDb zwei größere Neuerungen eingeführt. In einer FAQ genannten Sektion können Detailfragen erörtert werden. Diese werden ähnlich einem Wiki ohne redaktionelle Überprüfung in Echtzeit dargeboten und ergänzen das schon angebotene Programm an Diskussionsforen. Des Weiteren konnten Charakterseiten angelegt werden. Hier konnte man auf einer den biografischen Artikeln nachempfundenen Seite die Filmdaten von realen Figuren (beispielsweise Gaius Iulius Caesar) oder fiktiven Figuren (beispielsweise James Bond) sammeln und Biografien verfassen sowie Zitate und Trivia angeben. Diese Funktion wurde nach einigen Jahren wieder eingestellt.
Der Ursprung der IMDb liegt in der Newsgroup rec.arts.movies, einer Diskussionsplattform für Filmbegeisterte. Weit vor 1990 begannen einige Teilnehmer damit, Listen über Schauspieler, Regisseure und anderes zu führen und regelmäßig über rec.arts.movies zu veröffentlichen. Im Oktober 1990 fanden sich in diesen von Hand geführten Listen über 23.000 Einträge, die Col Needham mit Hilfe einiger Programme zusammenführte und durchsuchbar machte – das Ergebnis war die Internet Movie Database: Episode I – The Text-Only Unix Version. Das System war mit dem heutigen kaum vergleichbar. Damals musste noch jeder Benutzer die gesamte Datenbank auf seinen eigenen Rechner kopieren, um sie benutzen zu können.
1994 wurde die Datenbank per E-Mail zugänglich. Kurz darauf nahm die erste Web-Version Gestalt an.
Die steigende Anzahl von Benutzern und Daten machte es 1996 erforderlich, dass das private Projekt IMDb unter heftigen Debatten pro/contra Kommerzialisierung in ein Unternehmen umgewandelt wurde. Eigentümer des Unternehmens waren diejenigen, die auch bislang die Listen geführt hatten. Die Arbeit an der IMDb und für die Internet Movie Database, Ltd. erledigten sie meist neben Schule, Studium und Beruf.
Bis 1998 hatte sich die Größe der IMDb gegenüber 1996 nochmals verdoppelt, und der Ressourcenbedarf drohte die Möglichkeiten ihrer nebenberuflich und praktisch unentgeltlich arbeitenden Eigentümer zu übersteigen. Wegen der Befürchtung, dass das Projekt in seine Bestandteile zerlegt werden würde, wurden zunächst mehrere Kaufangebote ausgeschlagen. 1998 ging die IMDb dann an das Internet-Versandhaus Amazon.
Jeff Bezos – Gründer, Besitzer und CEO von Amazon.com – kaufte die IMDb von Col Needham und anderen wesentlichen Mitarbeitern der Datenbank, um es als eine Submarke in Amazon einzugliedern. Dieses Geschäft gab der IMDb die Möglichkeit, den Mitarbeitern an der Datenbank ein Gehalt zu zahlen, während Amazon die Datenbank als Werbeplattform für den Verkauf von DVDs und Videokassetten nutzte.
Seit dem 15. Januar 2002 gibt es das Abonnement IMDbPro, das zusätzliche Informationen zu Filmproduktionen, Einspielergebnisse und ein Unternehmensverzeichnis bietet. Manche Informationen sind ohne Abonnement nicht mehr in der IMDb verfügbar, beispielsweise der Eintrag des Computeranimations-Studios Pixar.
Ab 2003 erhielten Nutzer, die unter den „Top 100 Beitragenden“ von Fakten waren, für das folgende Kalenderjahr Gratiszugang zu IMDbPro. 2006 wurde dieser auf die Top 150 Mitwirkenden und 2010 auf die Top 250 erweitert.
Seit Anfang 2004 ist die IMDb nicht mehr per E-Mail erweiterbar, sondern nur noch von registrierten Nutzern über die Website zu bearbeiten.
2008 startete IMDb mit IMDb.de ihre erste offizielle fremdsprachige Version. Im selben Jahr erwarb die Filmdatenbank die beiden Unternehmen Withoutabox und Box Office Mojo.
Die Wurzeln der IMDb sind auch heute noch erkennbar. Die Datenbank lebt zu großen Teilen nach wie vor von der Mitwirkung der Online-Community und gibt den Großteil ihrer Bestände nach wie vor kostenfrei an die Community zurück, nicht nur über die Portalseite, sondern den größten Teil auch in Form von Rohdaten.
2016 erließ der Staat Kalifornien ein erkennbar auf die IMDb zugeschnittenes Gesetz, wonach Websites Altersangaben über natürliche Personen nicht mehr nennen dürften, wenn die Person in der Unterhaltungsbranche arbeite. Damit sollte der Altersdiskriminierung in Hollywood begegnet werden. Die IMDb erhob deswegen gegen die damalige kalifornische Justizministerin Kamala Harris Klage. Am 22. Februar 2017 entschied ein Gericht, dass das Gesetz gegen die Redefreiheit verstoße. Die Regierung Kaliforniens habe zudem nicht nachgewiesen, dass das Gesetz zur Bekämpfung der Altersdiskriminierung geeignet sei. Daher durfte das Gesetz bis zur endgültigen Entscheidung nicht vollstreckt werden. Das US-Bundesbezirksgericht für Nordkalifornien entschied 2018, dass das Gesetz verfassungswidrig sei.