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Hypo Real Estate

Bankenholding mit Sitz in München

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Die Hypo Real Estate Holding GmbH (HRE) ist eine seit 2009 verstaatlichte deutsche Bankenholding mit Sitz in München, die 123,98 Milliarden Euro Garantien zuzüglich 7,7 Milliarden Euro direkte Hilfe durch Kapitalmaßnahmen aus dem Finanzmarktstabilisierungsfonds (SoFFin) beansprucht (Stand 30. September 2010). Die Gesellschaft war vormals die Hypo Real Estate Holding AG, die durch formwechselnde Umwandlung nach §§ 190 ff., 238 ff. UmwG mit Eintragung am 13. Dezember 2016 ins Handelsregister AG München in eine GmbH umgewandelt wurde. Zum HRE-Konzern gehörten die Deutsche Pfandbriefbank und die Depfa Bank, die in den Bereichen von gewerblichen Immobilienfinanzierungen sowie Staats- und Infrastrukturfinanzierungen tätig sind.

Die Hypo Real Estate Holding wurde 2003 gegründet und kam im Oktober 2003 an die Börse. Sie wurde am 19. Dezember 2005 in den DAX an der Frankfurter Wertpapierbörse aufgenommen. Vom 22. Dezember 2008 bis zum 18. September 2009 war sie wieder im MDAX notiert. Ab dann war sie bis zum 9. Oktober 2009 im SDAX. Die HRE wurde am 5. Oktober 2009 durch einen Übertragungsbeschluss der Hauptversammlung (Squeeze-out) verstaatlicht. Dadurch erfüllte die HRE die Streubesitz-Kriterien für den SDAX nicht mehr, so dass die Börsennotierung durch die Deutsche Börse AG am 9. Oktober 2009 eingestellt wurde. Als Eigentümer zu 100 % handelt für die Bundesrepublik Deutschland der Finanzmarktstabilisierungsfonds.

Die HRE war zuvor durch die internationale Finanzkrise ab 2007 existentiell betroffen. Als erste deutsche Bank erhielt sie im Rahmen dieser Krise staatliche Garantiezusagen in dreistelliger Milliardenhöhe. Außerdem beanspruchte sie Garantien aus dem Finanzmarktstabilisierungsfonds.

Die FMS Wertmanagement in München wurde am 8. Juli 2010 als Bad Bank zur Abwicklung von Risikopositionen und nicht strategienotwendigen Geschäftsbereichen ausgegliedert. Sie ist ein selbstständiger Teil der Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung (FMSA).

Die Deutsche Pfandbriefbank wurde auf Anweisung der EU-Kommission ausgegliedert und am 16. Juli 2015 an die Börse gebracht, d. h. wieder privatisiert.

Die Kosten für die Rettung der HRE betrugen etwa 20,3 Mrd. Euro.

Mit einem Immobilienfinanzierungsvolumen von etwa 63 Milliarden Euro war die Hypo Real Estate Group einer der größten Finanzierer von gewerblichen Immobilienkunden in Deutschland und als solcher eines der größten Immobilienfinanzierungsinstitute in Europa. Mit einem Emissionsvolumen von etwa 146 Milliarden Euro (laut Geschäftsbericht 2007) war die HRE zudem ein bedeutender Emittent von Pfandbriefen.

Die Hypo Real Estate Group war außerdem eine der ersten Banken in Deutschland, die in großem Umfang Portfolios sogenannter notleidender Kredite (Non-performing Loans) verkaufte, um ihre Bilanzen zu entlasten. So wurden 2004 Kredite mit einem Volumen in Höhe von 3,6 Mrd. an Lone Star verkauft, weitere 394 Mio. an Morgan Stanley und Citigroup.

Im September 2001 fusionierten die Nürnberger Hypothekenbank, die Süddeutsche Bodencreditbank und die Bayerische Handelsbank zur damaligen HVB Real Estate Bank AG. Großaktionär und Namensgeber der börsennotierten Gesellschaft war die Bayerische Hypo- und Vereinsbank. Nach einem Erwerbsangebot im Sommer 2002 leitete die HVB im Frühjahr 2003 den Zwangsausschluss (Squeeze-out) der Minderheitsgesellschafter ein.

Durch Abspaltung von Teilen des gewerblichen Immobilienfinanzierungsgeschäfts der HVB, der Anteile an der HVB Real Estate Bank AG, der Westfälischen Hypothekenbank AG und der HVB Ireland und einer Mehrheitsbeteiligung an der Württembergischen Hypothekenbank AG (später umbenannt in Hypo Real Estate Bank International AG) wurde schließlich im Jahr 2003 die „neue“ Hypo Real Estate Holding Group geschaffen. Die Hypo Real Estate Holding AG wurde hierbei Konzernmutter der HRE Group. Die Gründung der Hypo Real Estate Holding AG erfolgte rechtlich durch eine sogenannte Abspaltung (spin-off) zur Neugründung nach dem Umwandlungsgesetz, nachdem der Aufsichtsrat der HVB im März 2003 und die Hauptversammlung im Mai 2003 zugestimmt hatten. Die Abspaltung von der HVB wurde mit Eintragung in das Handelsregister am 29. September 2003 rechtswirksam. Aktionäre der HVB erhielten bei der Abspaltung für 4 HVB-Aktien eine Hypo-Real-Estate-Holding-Aktie. Die ehemalige HVB Real Estate Bank AG firmiert seit Herbst 2003 als Hypo Real Estate Bank AG und beinhaltet nach der Verschmelzung mit der Westfälischen Hypothekenbank AG (Herbst 2003) und der Hypo Real Estate Bank International AG (Herbst 2008) sowohl das gesamte nationale als auch internationale Immobiliengeschäft der Hypo-Real-Estate-Gruppe. 2009 wurde die Hypo Real Estate Bank AG in Deutsche Pfandbriefbank AG umbenannt.

Mit Stichtag 31. Dezember 2008 befanden sich 52,21 Prozent des Aktienkapitals der Hypo Real Estate Holding AG im Streubesitz. Der amerikanische Finanzinvestor J. Christopher Flowers erwarb im Juni 2008 mittels eines öffentlichen Angebots insgesamt 24,9 Prozent und zahlte für seine Anteile etwa 1,1 Milliarden Euro oder 22,50 Euro je Aktie.

Weitere Großaktionäre mit einem Gesamtanteil von 23,66 % waren damals:

Diese Aktionärsstruktur veränderte sich durch den Einstieg des Bundes zur HRE-Rettung (siehe unten).

Depfa Bank plcDie Hypo Real Estate übernahm 2007 im Wege eines Aktientauschs die Depfa Bank plc, deren Tochter Depfa Deutsche Pfandbriefbank AG Ende 2007 zu einer direkten Tochter der Hypo Real Estate Holding AG wurde. Diese Übernahme wurde von der britischen Wirtschaftskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer empfohlen und auch vorbereitet. Pro Depfa-Aktie zahlte die Hypo Real Estate 0,189 eigene Aktien plus 6,80 €, insgesamt etwa 5,2 Milliarden Euro. Letzter Handelstag der Depfa-Aktie war der 2. Oktober 2007. Der damalige CEO der Depfa, Gerhard Bruckermann, erlöste mit der Übernahme 120 Mio. Euro. Mit Wirkung zum 19. Dezember 2014 hat die bundeseigene Abwicklungsanstalt FMS Wertmanagement AöR die DEPFA BANK plc in Dublin und deren Tochtergesellschaften von der Hypo Real Estate Holding AG vollständig übernommen und am 19. November 2021 an die BAWAG Group AG verkauft.

Deutsche Pfandbriefbank AGDie ehemalige Tochter der Holding ist die aus dem Zusammenschluss von Hypo Real Estate Bank AG und DEPFA Deutsche Pfandbriefbank AG entstandene Deutsche Pfandbriefbank AG. Die Zusammenlegung fand Mitte 2009 statt. Die Hypo Real Estate Holding bezeichnet die neue Pfandbriefbank als »strategische Kernbank des Konzerns«. Seit dem 7. März 2013 werden unter der Marke „pbb direkt“ Privatkunden im Einlagengeschäft (Tagesgeld, Festgeld) bedient. Der Vertrieb erfolgt über das Internet. Der Börsengang der Deutsche Pfandbriefbank AG an die Frankfurter Wertpapierbörse fand am 16. Juli 2015 statt, seitdem ist die Hypo Real Estate Holding nur noch zu 20 Prozent beteiligt, bis dieser Anteil im Mai 2018 auf 3,5 % verringert wurde. Im August 2021 wurde bekannt, dass der restlich verbliebene Aktienanteil des Bundes in Höhe von 3,5 Prozent kursschonend verkauft wird.

In den Jahren 2004 bis 2006 verdoppelte sich der Aktienkurs und stieg (wohl) aufgrund der veröffentlichten (vermeintlichen) Geschäftserwartungen auf mehr als 55 Euro je Aktie an. Infolge der internationalen Finanzkrise ab 2007 fiel der Kurs Anfang 2008 bis unter 15 Euro. Die Bilanzsumme erhöhte sich trotz der Krise von 161 Milliarden Euro 2006 auf 400 Milliarden 2007. Am 28. September 2008 wurde allgemein bekannt, dass der Hypo Real Estate wegen eines Liquiditätsengpasses die Insolvenz drohe. Laut Angaben des Vorstands hatten schon über längere Zeit Gespräche mit Banken und Regierungsvertretern stattgefunden, weil die Tochter Depfa Refinanzierungsschwierigkeiten am Interbankenmarkt hatte. Am 9. März 2009 fiel der Aktienkurs bis auf den historischen Tiefstand von 0,64 Euro.

Laut Bericht der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 20. Februar 2009 soll die HRE außerhalb der eigentlichen Bilanz weitere 600 Milliarden Euro in „sogenannte außerbilanzielle Geschäfte“ investiert haben. Die dafür aufgenommenen Kredite müssten derzeit ständig refinanziert werden. Das Unternehmen wies in einer Pressemitteilung die Behauptung der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung zurück.

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