An diesem Tag

Huub Stevens

Niederländischer Fußballspieler und -trainer

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Hubertus Jozef Margaretha „Huub“ Stevens (niederländisch [ˈɦyp ˈsteː.və(n)s]; * 29. November 1953 in Sittard, heute zu Sittard-Geleen, Niederlande) ist ein ehemaliger niederländischer Fußballspieler, -trainer und -funktionär.

Als Spieler war er zwischen 1970 und 1986 für Fortuna Sittard und die PSV Eindhoven sowie zwischen 1979 und 1985 18-mal für die niederländische Fußballnationalmannschaft aktiv. Als Trainer hat er seit 1993 Vereine in den Niederlanden, in Deutschland, in Österreich und in Griechenland betreut, davon am längsten den deutschen Bundesligisten FC Schalke 04, mit dem er zweimal den DFB-Pokal und 1997 den UEFA Cup gewann und von dessen Fans er zum „Jahrhunderttrainer“ gewählt wurde. Mit dem FC Red Bull Salzburg wurde Stevens 2010 österreichischer Meister.

Er gilt als Trainer, der großen Wert auf Disziplin und eine strenge taktische Ordnung legt. Wegen seiner recht strengen, mürrischen Art wird er auch der Knurrer von Kerkrade genannt.

Huub Stevens wuchs im Sittarder Stadtteil Stadbroek auf, einem Arbeiterviertel, das vornehmlich aus kleinen Reihenhäusern bestand. Sein Vater war Grubenarbeiter und wurde mit 48 Jahren Frührentner; er starb 1971 bei einem Autounfall. Das Fußballspielen erlernte Stevens in der Jugend des RKSV Sittardia, der 1968 mit Fortuna’54 aus Geleen fusionierte zur Fortuna Sittardia Combinatie, später umbenannt in Fortuna Sittard. Daneben absolvierte er eine Lehre zum Schlosser, arbeitete nach der Ausbildung im Stahlbetrieb Demi und einer Eisenwarenhandlung. Als er mit 16 seinen ersten Vertrag beim FSC unterzeichnete, erhielt er eine Stelle im Lager einer Sittarder Trikotagenfabrik.

Sein Debüt in der Eerste Divisie gab er als Vorstopper unter Trainer Evert Teunissen in der Saison 1970/71 bei einer 0:1-Niederlage gegen den SC Heerenveen. In diesem Match musste er den ein Jahr älteren Kees Kist decken, mit dem er später gemeinsam für die Niederlande in Oranje antreten sollte. 1972 übernahm Cor Brom das Traineramt bei Fortuna SC, der sich zuvor als Kotrainer von Rinus Michels bei Ajax Amsterdam und als Cheftrainer bei der SBV Vitesse in Arnhem seine Sporen verdient hatte. Er führte die Mannschaft 1973/74 in der ersten Saisonperiode auf Platz eins, wodurch sie sich einen Platz für die Aufstiegsrunde am Saisonende sicherte. Am Ende musste die Fortuna sich mit Tabellenplatz fünf begnügen. Im entscheidenden Match der Aufstiegsrunde gegen den Tabellenvierten, WVV Wageningen, mussten die Limburger jedoch eine 0:1-Niederlage einstecken und blieben somit zweitklassig.

Da Fortuna SC Stevens eine Gehaltserhöhung um monatlich 100 Gulden (etwa 90 Deutsche Mark) verweigerte, beschloss er 1975, den Verein zu wechseln. Stevens’ Mannschaftskamerad aus der Juniorennationalmannschaft, Adrie van Kraay, empfahl ihn bei Kees Rijvers, seinem Trainer beim amtierenden Meister PSV in Eindhoven. Stevens erhielt die Einladung zu einem Probetraining und anschließend einen Zweijahresvertrag angeboten. Zu seinen Verhandlungsgesprächen begleitete ihn sein Sittarder Trainer Cor Brom, wodurch dieser sich beim Vereinsvorstand einigen Ärger einhandelte.

Bei PSV musste Stevens sich erst einmal im Training beweisen, ehe er von Trainer Kees Rijvers seine Chance erhielt. Die kam im Europapokal der Landesmeister 1975/76: Beim 3:1-Auswärtssieg über Ruch Chorzów wurde Stevens eingewechselt. Bis zum März musste er jedoch auf seinen ersten Einsatz in der Startformation warten. Pleun Strik, seit 1968 Stammkraft in der PSV-Abwehr, hatte sich im Europapokalspiel bei Hajduk Split verletzt. Gegen den FC Den Haag am 7. März 1976 stand Stevens daher erstmals in der Liga zum Anpfiff neben Fußballgrößen wie René und Willy van de Kerkhof, Jan van Beveren, Jan Poortvliet, Kees Krijgh und Ralf Edström auf dem Rasen. In seinem ersten Match, sein Gegenspieler war Mittelstürmer Henk van Leeuwen, erzielte er auch sein erstes von nur 15 Toren in der Eredivisie, auf Vorlage des eingewechselten Willy van der Kuijlen, der selbst mit dem zweiten Treffer des Spiels für das Endergebnis sorgte. Im Rückspiel gegen Split durfte Stevens erneut von Beginn an sein Können beweisen, dazu in neun weiteren Ligaspielen bis Saisonende sowie im Pokalfinale am 7. April 1976, das PSV mit 1:0 nach Verlängerung gegen Roda aus Kerkrade gewann.

Drei Tage vor dem vorentscheidenden Spiel um die Meisterschaft gegen den Rotterdamer Rivalen Feyenoord am vorletzten Spieltag brach Stevens sich das Wadenbein und steckte sechs Wochen in einem Gipsverband; PSV gewann auch ohne ihn mit 4:1 und sicherte sich die Meisterschaft. Jan van Beveren, vor dessen Tor Stevens in dieser Saison verteidigt hatte, nannte seinen Mitspieler anlässlich der Meisterfeier „eine sehr wichtige Schaltstation im Team“. Als „unerschütterlich, Sieger, raue Schale – harter Kern, Mann mit ausgeprägtem Gefühl für Gerechtigkeit“ schildert Jan Reker, der als Trainer und Kotrainer lange Jahre mit Stevens zusammenarbeitete, den Limburger: „Er war und ist ein Mann, der nie in die Verteidigung geht, sondern sofort einen Gegenangriff startet.“

In der folgenden Saison entwickelte Stevens sich zum PSV-Stammspieler. Dem Double aus Meisterschaft und Pokal 1976 folgten 1978 eine weitere Meisterschaft und der Gewinn des UEFA-Pokals.

Von 1979 bis 1985 spielte Stevens 18-mal in der Nationalmannschaft. Sein einziges Tor erzielte er dabei am 17. Oktober 1979 zum 1:1-Endstand gegen Polen. Eine Niederlage hätte das vorzeitige Ausscheiden in der EM-Qualifikation bedeutet. Bei der EM 1980 in Italien gehörte er zum niederländischen Kader und kam in den ersten zwei Gruppenspielen gegen Griechenland und Deutschland zum Einsatz; die Niederlande schieden nach der Gruppenphase aus.

Zu Beginn der 1990er-Jahre absolvierte Stevens in Köln seine Trainerausbildung und hospitierte unter anderem bei Jörg Berger.

1993 begann Stevens seine Trainerlaufbahn bei Roda Kerkrade und führte den Verein in der Saison 1993/94 auf Platz 6, bevor in der Spielzeit 1994/95 die erste und bis heute einzige Vizemeisterschaft der Vereinsgeschichte erreicht wurde. Durch den vierten Platz in der darauffolgenden Saison konnte sich Roda Kerkrade erneut für den UEFA-Pokal qualifizieren. Auch in die Saison 1996/97 startete das Team gut, nach acht Spieltagen stand man mit 13 Punkten auf Rang 5. Im September 1996 schied Stevens mit Roda in der ersten Runde des UEFA-Pokals 1996/97 gegen den FC Schalke 04 aus; diesen Club sollte er zwei Wochen später als Trainer übernehmen.

Am 9. Oktober 1996 wurde er Trainer des FC Schalke 04, der nach neun Spieltagen mit zehn Punkten den 13. Platz belegte. Zunächst wurden unter Stevens hervorragende Ergebnisse erzielt; nach dem 22. Spieltag stand der Verein im März 1997 auf dem fünften Rang, seit November war man ungeschlagen. In den darauffolgenden zwölf Ligapartien holten die Schalker nur noch einen Sieg und verloren sieben Spiele, sodass man in der Liga aus den Europapokalplätzen herausrutschte und die Saison 1996/97 auf dem zwölften Platz abschloss. Durch den Gewinn des UEFA-Pokals 1996/97, bis heute der größte Erfolg der Vereinsgeschichte, gelang trotzdem die Qualifikation für den europäischen Wettbewerb. Die beiden Finalspiele gegen Inter Mailand endeten jeweils 1:0 für die Heimmannschaft, Schalke 04 gewann im Elfmeterschießen 4:1. Die Schalker Mannschaft um den Belgier Marc Wilmots wurde als „Eurofighter“ bekannt. In der Saison 1997/98 erreichte der FC Schalke 04 in der Bundesliga durch Rang 5 einen UEFA-Cup-Platz und schied im Viertelfinale des UEFA-Pokals 1997/98 aus. Es folgten zwei Jahre ohne Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb (Platz 10 in 1998/99 und 13 in 1999/2000).

In der Saison 2000/01 baute Stevens ein neues Team mit Spielern wie Andreas Möller und Ebbe Sand auf. Schalke verpasste die deutsche Meisterschaft erst in den letzten Sekunden des letzten Spieltages. Erstmals seit 24 Jahren war Schalke wieder Vizemeister. Zudem wurde der DFB-Pokal 2000/01 gewonnen. Stevens und Schalke wiederholten diesen Erfolg 2002, doch Schalke schied in der Vorrunde der UEFA Champions League 2001/02 aus und landete in der Bundesliga 2001/02 nach einer schwachen Hinrunde auf Platz 5. Bereits in der Winterpause hatte Stevens bekanntgegeben, dass er zum Saisonende zum Ligakonkurrenten Hertha BSC wechseln würde. Anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Vereins im Jahr 2004 wählten mehr als 10.000 Anhänger des FC Schalke 04 ihre Mannschaft des Jahrhunderts. Zum Trainer dieses Teams wählten sie Huub Stevens.

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