An diesem Tag

Hugo Gernsback

US-amerikanischer Verleger und Science-Fiction-Autor

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Hugo Gernsback, geboren als Hugo Gernsbacher (* 16. August 1884 in Luxemburg (Stadt); † 19. August 1967 in New York City), war ein US-amerikanischer Radiotechniker, Verleger und Science-Fiction-Autor.

Gernsback (ursprünglich Gernsbacher) wurde im Stadtteil Bonneweg der luxemburgischen Hauptstadt geboren. Er studierte drei Jahre lang Mathematik und Elektrotechnik am Technikum in Bingen (heute Technische Hochschule Bingen). Er wanderte 1904 in die USA aus. Er heiratete dreimal: Rose Harvey 1906, Dorothy Kantrowitz 1921, Mary Hancher 1951.

Technische Erfindungen und Visionen

Gernsback schlug 1924 eine Methode zur Konservierung von Leichen vor, über die das Magazin Science and Invention berichtete. Die Körper der Toten sollten mittels Galvanisierung mit einer Metallschicht überzogen werden, um die Umrisse des Körpers, die Gesichtszüge und sogar die Haare der Nachwelt zu erhalten. Das Verfahren hatte er angeblich an einem größeren Fisch erfolgreich getestet: „Das Innere des Fisches wurde ausgenommen, dann wurde die Eingeweidehöhle mit Wachs gefüllt, der Fisch getrocknet und schließlich mit Graphit bestrichen, um ihn elektrisch leitend zu machen. Darauf wurde er in einem Bad verkupfert, und zwar derart, daß jede Schuppe und Flosse deutlich erhalten blieb. Keine Einzelheit ging verloren. Nachträglich wurde dann der Kupferfisch noch versilbert.“

Ebenfalls 1924 hatte er die Idee, ferngesteuerte Flugzeuge mit Fernsehkameras auszurüsten. Er erfand 1925 eine neue Schaltung für Rundfunkempfänger, den Interflex. Im gleichen Jahr prophezeite er in seinem Artikel Radio im Jahre 1935, dass zu diesem Zeitpunkt „Fernsehen und Hörempfang innig verbunden sein werden und trotzdem die Handhabung eines derartigen Apparates äußerst einfach sein wird. Auch mehr Stationen als jetzt wird man im selben Wellenbereich unterbringen können, ohne daß sie sich gegenseitig stören.“

Gernsback gründete 1925 den Rundfunksender WRNY. Als Abstimmhilfe strahlte der Sender vor Beginn des Programms sowie während der Pausen „einen eigenartigen flötenartigen Ton oder vielmehr drei deutlich zu unterscheidende Töne in rascher Aufeinanderfolge“ aus, welche das Staccaton-Abstimmsignal bildeten. WRNY sendete auch als erster Rundfunksender der Welt ein Zeitsignal zur automatischen Übertragung der aktuellen Uhrzeit.

Außerdem war er an der Ausstrahlung von Fernsehsendungen beteiligt. Aus dem Jahre 1925 stammt Gernsbacks Vorschlag eines „Radio-Polizisten“, um „bei Zusammenrottungen die Massen im Zaume zu halten, ohne ihnen, wie das beim Einsetzen der bewaffneten Macht der Fall sein kann, Schaden an Leib und Leben zuzufügen“.

Hugo Gernsback hatte im Jahre 1927 die Idee, eine Funkverbindung für die Kommunikation zwischen zwei weit entfernten Punkten auf der Erde herzustellen, indem der Mond als passiver Reflektor verwendet wird. Damit kann er als Erfinder der Erde-Mond-Erde-Verbindung gelten, die erst nach dem Zweiten Weltkrieg in den USA technisch realisiert wurde.

Er schlug 1927 ein „Radioklavier“ vor, bei dem die Töne durch Elektronenröhren erzeugt und damit frei von Obertönen sein sollten. Damit ist Gernsback auch einer der Väter der Elektronischen Orgel.

Bereits 1936 schwebten Gernsback Teleyglasses vor, die heute als Virtual-Reality-Headset verbreitet sind. Er hielt sie zunächst für nicht technisch umsetzbar. Erst Anfang der 1960er Jahre hielt er Television Eyeglasses für 3D-Film auf Grundlage miniaturisierter Braunscher Röhren für realisierbar.

Hugo Gernsback hatte 1945 die Vision, Rundfunkgeräte mit Radionuklidbatterien auszustatten, um sie jahrzehntelang ohne externe Stromversorgung betreiben zu können.

Er konstruierte 1949 eine sehr wirksame Innenantenne für den Fernsehempfang.

Im Jahr 1951 hatte er die Idee für Heiratsvermittlung mit Hilfe eines Computers (Electronic Mating), was im Internet heute als Matching Realität ist.

Auch sah er 1954 Telemedizin voraus (von ihm Teledoctoring genannt), bei dem ein Patient mittels einer Kombination von Bildschirm und Kamera einen Arzt von zu Hause aus konsultieren konnte.

Gernsback war auch ein Erfinder und erwarb 80 Patente. So erfand er eines der ersten elektronischen Musikinstrumente unter der Verwendung von Oszillatoren, das Staccatone.

Wirken als Autor und Herausgeber

Gernsback gab 1926 die Zeitschrift Amazing Stories heraus und hat damit das moderne Genre der Science-Fiction-Literatur begründet. Zudem begründete er den Begriff Science Fiction. Deren wichtigster Illustrator wurde der gebürtige Wiener Frank R. Paul. Gernsback spielte auch bei der Begründung des Science Fiction Fandom eine Schlüsselrolle, indem er in seinen Zeitschriften die Adressen von Leserbriefschreibern veröffentlichte.

Gernsback schrieb auch selbst Science-Fiction, einschließlich des Romans Ralph 124C 41+, den er erstmals von April 1911 bis März 1912 in seinem Magazin Modern Electrics veröffentlichte. Der Titel des Romans lautet, auf Englisch gesprochen, „Ralph one two four c four one plus“, was man auch verstehen kann als „Ralph, one to foresee for one more“. Das bedeutet auf Deutsch: „Ralph, einer der für uns in die Zukunft schaut“. Sein Werk wird allgemein aufgrund der Vielfalt seiner Ideen als lesenswert angesehen, weniger wegen seiner literarischen oder erzählerischen Qualität.

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