An diesem Tag

Hugh Hefner

US-amerikanischer Verleger; Gründer des Playboy-Imperiums (1926–2017)

Anúncio

Hugh Marston Hefner (* 9. April 1926 in Chicago, Illinois; † 27. September 2017 in Los Angeles, Kalifornien), genannt „Hef“, war ein US-amerikanischer Verleger. Er war Gründer und Chefredakteur des US-amerikanischen Männermagazins Playboy.

Hugh Marston Hefner war der erste Sohn des Wirtschaftsprüfers Glenn Lucius Hefner und dessen Ehefrau Grace Caroline Swanson. Er hatte einen jüngeren Bruder namens Keith (1929–2016) und war deutscher und schwedischer Abstammung. Seine Eltern waren strenggläubige Methodisten.

Nach dem Schulbesuch diente er von 1944 bis 1946 als Kompanieschreiber in der U.S. Army. Danach absolvierte Hefner ein Psychologiestudium an der University of Illinois at Urbana-Champaign, das er 1949 mit dem Bachelor of Arts abschloss. Hierbei waren Anatomiekurse im Kunstinstitut und kreatives Schreiben enthalten. Ab dem Jahr 1951 schrieb Hefner als Werbetexter zunächst für die Zeitschrift Esquire. Im Jahr darauf stieg er als Werbemanager bei der Public Development Corporation, Co. Inc. ein. Im Jahr 1953 wechselte er als Vertriebsleiter zu einer Kinderzeitschrift.

Hefner wollte unabhängig sein und ein eigenes Unternehmen gründen. Im Frühjahr 1953 beschloss er, seine Idee von einem neuen Männermagazin in die Tat umzusetzen, und entwarf im Herbst 1953 die ersten Artikel und Illustrationen. Um genügend Startkapital aufbringen zu können, bat er seinen Vater um Geld, der aber von der Idee nicht zu überzeugen war. Seine Mutter, die über eigene Ersparnisse verfügte, lieh ihm dann 1000 Dollar. Nach Hefners Aussage glaubte sie nicht an die Idee, aber an ihren Sohn.

Da in seiner Familie wenig Empathie und Körperkontakt sowie eine Mysophobie herrschte, begann Hugh schon früh aus seinen Sehnsüchten Fantasien zu bilden, die er im Heft nun umsetzen konnte.

Auf die Titelseite kam ein freizügiges Foto von Marilyn Monroe, das Hefner von einem kleinen Verlag für erotische Kalender für 500 Dollar gekauft hatte.

50.000 Exemplare wurden gedruckt. Auf dem Titel stand kein Datum, nicht einmal das Jahr, weil Hugh Hefner nicht wusste, ob es jemals eine zweite Ausgabe geben würde. Die erste Ausgabe zu 50 Cent das Stück verkaufte sich rasend schnell, fünf Jahre später hatte der Playboy eine Million Käufer. Für viele war dies ein Angriff auf die Institutionen Familie und Kirche.

Wichtig für die Zeitschrift wurde das Centerfold, das Aufklappbild in der Heftmitte, als Pin-up-Foto für den Spind. Das Centerfold führte direkt zum Playmate des Monats, das im ersten Heft noch Sweetheart of the Month (‚Herzchen/Liebste des Monats‘) hieß und ein weiteres Foto von Marilyn Monroe war, die zum bekanntesten Pin-up der Welt wurde.

Das hefnersche Bild der Frau als Sexobjekt sorgte für Zündstoff. Playboys rasanter Erfolg provozierte in den aufgewühlten Vereinigten Staaten der sexuellen Revolution heftige Reaktionen an allen Enden des kulturellen und politischen Spektrums. Feministinnen liefen Sturm gegen die aus ihrer Sicht erfolgende Degradierung und Verniedlichung der Frau mit Hasenohren. Von der rechten Seite protestierten die Konservativen gegen die ihrer Meinung nach unmoralischen Obszönitäten.

Zur wirtschaftlichen Rezession (1973) bescherte vor allem die Konkurrenz durch andere Männermagazine dem Playboy Umsatzprobleme, insbesondere Penthouse und Larry Flynts Hustler. Der Umsatz brach um fast die Hälfte ein, und die Playboy-Clubs und Ferienanlagen machten Verluste. Um die Auflage zu steigern, zeigten nun die Bilder (Magazin Juni 1973) vollkommen unbekleidete Frauen. Auch das Abbilden von Schamhaaren war nun kein Tabu mehr. Insgesamt wurde aus dem intellektuellen Magazin mehr und mehr eine „Sexpostille“ für gehobene Ansprüche. 1975 zeigten zwei Ausgaben lesbische Liebe und Selbstbefriedigung. Daraufhin zogen viele Anzeigenkunden ihre Aufträge zurück.

Um das Magazin wieder auf ein besseres Niveau zu heben, wurde 1976 der Zeitungsmanager Derick Daniels als Vorstand eingestellt. Daniels erkannte, dass vor allem die Konzentration auf das Kerngebiet erforderlich war. Daraufhin wurden viele Hotels, Clubs und Ferienanlagen verkauft oder geschlossen. Er kündigte vielen Mitarbeitern, verschonte aber auch das Management nicht. Infolgedessen gewann das Magazin wieder an Qualität und mit der Eröffnung des Londoner Spielkasinos verfügte der Konzern nun auch über eine neue Geldquelle.

Hefner kam in den 1970er Jahren wegen des Eintretens des Playboys für liberale Drogengesetze verstärkt in das Visier der Strafverfolger, die schon seit den 1950er Jahren versuchten, Hefner wegen Drogenbesitzes zu belangen. Als seine ehemalige Sekretärin Bobbie Arnstein 1975 in einem Chicagoer Hotelzimmer Suizid beging, legte Hefner, den dies schwer traf, dies in einer Pressekonferenz Beamten der Drogenfahndung zur Last. Sie hätten versucht, seine Sekretärin unter Druck zu setzen, um gegen ihn auszusagen. Ein weiterer Schlag war der Mord am Playmate von 1980, Dorothy Stratten.

In den 1980er Jahren kam der Playboy von Seiten der Regierung Ronald Reagan und dessen Meese-Kommission unter Beschuss. Sie war benannt nach dem Justizminister Edwin Meese und wollte eine moralische Wende in Bezug auf Pornographie einleiten, bei der man eine Verbindung zu Gewalttaten vermutete, und schlug Maßnahmen vor, den Playboy und ähnliche Zeitschriften schwerer zugänglich zu machen. In den öffentlichen Anhörungen im Vorfeld für den Meese-Report von 1986 wurde der Playboy ständig angegriffen. In einem Artikel im Playboy (Ausgabe Januar 1986) wurde diese Kampagne als „Sexual McCarthyism“ bezeichnet. Ein Einschnitt war auch die Anfang der 1980er Jahre beginnende Aidsepidemie, die der Playboy frühzeitig thematisierte.

1985 erlitt Hefner einen leichten Schlaganfall, von dem er sich aber wieder erholte. Er nahm dies zum Anlass, seinen Lebensstil zu ändern, und trat auch beim Playboy kürzer, bei dem seine Tochter Christie 1988 die Leitung übernahm. Außerdem beschloss er, erneut zu heiraten. Hugh Hefner starb am 27. September 2017 im Alter von 91 Jahren in Los Angeles.

Hefner wurde mit mehreren Preisen geehrt, unter anderem nominierte man ihn 1989 für die Public Hall of Fame. Der Verlagsleiter wurde 1997 auch mit dem International Publisher Award ausgezeichnet, der vom Internationalen Presseverband in London verliehen wird. Als Mitglied des New York Friars Club erhielt er 2002 den Henry Johnson Fisher Award.

In den 1980er Jahren wirkte Hefner an einigen Hollywoodfilmen wie etwa Mel Brooks – Die verrückte Geschichte der Welt (1981), The Comeback Trail (1982) und Beverly Hills Cop II (1987) mit. Im Jahr 1993 trat er in der Fernsehserie bei Der Prinz von Bel-Air auf (es wurde in seinem Garten gedreht). 2005 war er in Immer wieder Jim an der Seite von James Belushi zu sehen, im selben Jahr auch in der Serie Lass es, Larry!.

In der Dokumentation Inside Deep Throat aus dem Jahr 2005 war Hugh Hefner erneut auf der Kinoleinwand zu sehen. Bei der US-Zeichentrickserie Die Simpsons hatte er einen Auftritt in der Folge Krusty, der TV-Star, ebenso bei einer Episode der Serie Sex and the City (3.14), die auf dem gesamten Anwesen gedreht wurde. Bei der Serie Shark mit James Woods hatte er 2008 in der Folge One Hit Wonder einen Gastauftritt als er selbst und Freund von Sebastian Stark (James Woods). Zu seinen letzten Auftritten, jeweils sich selbst spielend, gehören House Bunny und Miss March (2009).

Ebenfalls verkörpert er sich selbst in den Musikvideos zu den Liedern Playmate of the Year der Band Zebrahead (2000), Beverly Hills der Band Weezer (2005) sowie in Nellys und Justin Timberlakes Lied Work It (2003), die auf seinem Anwesen gedreht wurden.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken